Kronprinzenpaar schickte Borg Høiby wegen fehlendem Spassfaktor nicht in die Entzugsklinik
von Saskia Schär, People-Redaktorin
Im Zeugenstand erklärt Nora Haukland, dass sie sich schliesslich von Marius Borg Høiby trennte. Lange ertrug die die körperliche Gewalt und die verbalen Demütigungen, die ihr Ex-Freund ihr antat. Vor Gericht gibt sie allerdings an, dass der Kontakt bestehen blieb. «Da war Liebe. Man wusste zu schätzen, was man hatte.» Sie habe ihm weiterhin ihre Unterstützung angeboten und ihn eindringlich aufgefordert: «Geh in die Entzugsklinik. Reiss dich zusammen», berichtet «vg».
Im Verlaufe der Befragung spricht Nora Haukland auch über Borg Høibys Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit. Diese habe sich bei ihr gemeldet, nachdem sie mehrere Tage nichts von ihrem Sohn gehört habe. «Dann sagte ich ihr, dass es mir egal ist, wo er ist – ob er mit einem Mädchen zusammen ist –, aber ich kann ihn abholen und nach Hause fahren», so Haukland. Das habe sie schliesslich auch getan.
Auf Schloss Skaugum, der Residenz des norwegischen Kronprinnzenpaares angekommen, sei Marius Borg Høiby zunächst duschen gegangen, während Haukland mit Mette-Marit und Kronprinz Haakon sprach – und dabei emotional zusammengebrochen sei. «Jetzt müsst ihr ihm helfen, seht ihr denn nicht, dass er Hilfe braucht?», habe sie gesagt. «Das ist nicht deine Verantwortung», soll Mette-Marit erwidert haben. Daraufhin habe Haukland entgegnet: «Dann tut doch etwas, bringt ihn in eine Entzugsklinik!»
Zwar habe das Kronprinzenpaar diesen Schritt zunächst in Erwägung gezogen, doch später sei laut Haukland eingewendet worden, die Klinik sei zwar «sehr schön», aber in den kommenden Monaten von älteren Patienten belegt, weshalb es für Marius «nicht so viel Spass machen» würde. Für sie sei dies unverständlich gewesen: «Marius ist nicht da, um Spass zu haben. Er ist da, weil er wirklich Hilfe braucht.» Während ihrer Zeit im Zeugenstand bricht Haukland immer wieder in Tränen aus.
Das Gericht legt eine Mittagspause ein. Am Nachmittag soll es mit der Befragung des Angeklagten Marius Borg Høiby weitergehen.
Ex-Freundin schildert Gewaltausbruch im Badezimmer
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Am 13. Prozesstag setzt Marius Borg Høibys Ex-Freundin Nora Haukland ihre Aussage fort. Sie berichtete bereits am Freitag über zahlreiche Gewaltvorfälle, die sich in der Beziehung ereignet haben sollen. Haukland ist das einzige mutmassliche Opfer, welches namentlich genannt wird. Ihre Zeugenaussage findet jedoch wie bei den anderen Frauen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, lediglich einige norwegische Medien dürfen beiwohnen.
Vor Gericht werden Chatnachrichten gezeigt, in denen Borg Høiby sie laut «VG» unter anderem als «Schlampe» bezeichnet haben soll. Auslöser eines Wutausbruchs sei ein Foto gewesen, auf dem Haukland mit einer Freundin posiert und ein Kokain-Tütchen hält – das ihm gehört haben soll.
Haukland schildert zudem einen Vorfall vom Geburtstag ihres Vaters, den sie wegen des Verhaltens Borg Høibys früher verlassen und dafür ein Taxi genommen hätten. «Du musst das Taxi bezahlen», habe sie ihm gesagt, woraufhin er dies mit einer App tat. Dabei habe sie einen Blick auf die letzten Transaktionen werfen können und dabei nur gesehen «OnlyFans, OnlyFans, OnlyFans», woraufhin sie zu ihm meinte: «Es ist echt witzig, dass du deine Miete nicht bezahlen kannst, aber so viel Geld für OnlyFans ausgibst».
Nach diesem Vorfall sei es bei ihr zu Hause im Badezimmer zu einer heftigen handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen, während der er sie angespuckt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll. Als sie bereits am Boden gelegen habe, soll er mit den Füssen in ihren Rücken getreten haben. Das ganze sei von Beschimpfungen und Hasstiraden begleitet gewesen. Sie habe ihm während dieses Streites eine Ohrfeige gegeben.
Einen Teil des Ausrasters konnte Haukland mit dem Handy aufnehmen. Die Tonaufnahme wird abgespielt, zu hören ist gemäss «VG» lautes Gebrüll von Borg Høiby und zahlreiche Beleidigungen: «Halt die Klappe, du verdammte Lügnerin. Du ruinierst alles. Immer» und weiter: «Nein, ich werde mich nicht entspannen, du bist ein verdammter Drecksack, eine verlogene, verdammte Hure, das unmenschlichste Wesen, das mir je begegnet ist». Beim anhören der Tonaufnahme bricht Haukland in Tränen aus, es wird ein kurze Pause eingelegt.
Das war der 12. Prozesstag
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Am zwölften Prozesstag gegen Marius Borg Høiby wurde zunächst eine Freundin der Frau befragt, die Høiby beschuldigt, sie in einem Osloer Hotel missbraucht und 27 Videos und Fotos von ihr aufgenommen zu haben. Der Fall war bereits am Vortag behandelt worden.
Die Freundin des mutmasslichen Opfers sagte heute im Zeugenstand aus, dass Høiby «hyperfokussiert auf den Unterleib» der Frau gewesen sei. Schon damals habe die Zeugin Zweifel gehabt, ob der Sex zwischen Høiby und ihrer Freundin tatsächlich einvernehmlich war.
Danach wurde Nora Haukland in den Zeugenstand gerufen. Sie ist eine Ex-Freundin von Høiby und eine der Frauen, die ihn 2024 der häuslichen Gewalt beschuldigten. Sie berichtete ausführlich von ihrer Beziehung mit Høiby. Während dieser sei es immer wieder zu heftigen Wutausbrüchen Høibys gekommen, während derer er sie anschrie oder auch körperlich bedrohte und verletzte. Haukland berichtete etwa von Vorfällen, bei denen Høiby sie wutentbrannt gegen eine Garagentür gedrückt oder auf dem Bett gewürgt haben soll. Ausserdem soll er einmal ein Loch in eine Tür geschlagen haben, als sie ihn nicht einlassen wollte.
Høiby habe aus Wut Möbel und Gegenstände zerstört. «Es fühlt sich an, als stünde ein Pitbull direkt vor einem. Man weiss nicht, ob er einen umbringen wird», beschrieb sie Høibys Verfassung während eines Wutausbruchs. Sie berichtete, ihn gleichzeitig immer geliebt und sich um ihn gesorgt zu haben. Haukland sagte aus, dass Høiby sie während der Beziehung immer mehr isoliert und kontrolliert habe.
Der Richter beschloss, den Prozesstag heute – und damit Hauklands Zeit im Zeugenstand – zu verlängern. Kurz vor 16 Uhr wurde der Prozesstag dann beendet. Kommenden Dienstag geht es um 9.30 Uhr weiter. Høiby wird seine Aussage dann fortsetzen.
Beschimpft sie als «verdammte Hure»
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Bei einer Weihnachtsfeier 2022 im Haus der norwegischen Influencerin Sophie Elise soll es zu einem weiteren dramatischen Vorfall zwischen Haukland und Høiby gekommen sein. Haukland war ohne ihn dort, jedoch sah Høiby ein TikTok-Video von ihr, das sie dort aufnahm. Darin tanzte sie in einem selbstgenähten Paillettenkleid zu einem Lied. Daraufhin rief er sie an, wütend, weil ein Teil ihrer äusseren Brustwarze im Video zu sehen war. «Marius rief an und schrie ins Telefon, er war sehr wütend», berichtet Haukland. «Nicht, dass er geweint hätte. Er brüllte, weil man Teile der Brustwarze sehen konnte.» Er habe sie als «verdammte Hure» beschimpft.
«Sein Blick ist hart, die Augen werden schwarz»
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Nora Haukland äusserte sich am Nachmittag weiter zu Høibys Gewaltausbrüchen, unter denen sie während der Beziehung gelitten haben soll. In Vågå (rund 350 Kilometer nördlich von Oslo) soll Høiby sie einmal heftig angeschrien haben, als sie zusammen im Auto sassen. «Es gab viele Situationen, in denen Marius mich angeschrien hat.» Vor allem sei er oft wütend, nachdem er getrunken hatte. Dies soll in Vågå der Fall gewesen sein.
Einmal soll sie eine Nachricht einer anderen Frau auf Høibys Handy entdeckt und ihm dieses weggenommen haben. «Er lief mir hinterher und drängte mich in die Garage.» Dabei soll er sie angeschrien haben. «Er war ganz dich vor meinem Gesicht, wirkte bedrohlich. Man sieht schon an seinen Augen, dass etwas Schlimmes ist. Und man kriegt Angst», schildert Haukland. «Sein Blick ist hart, die Pupillen schwarz. Die Augenbrauen zusammengezogen.»
Bei seinen Ausrastern soll er auch Möbel zerstört haben. «Einmal schlug er, bis ein Loch in der Tür war. Er befahl mir, die Tür zu öffnen, und als ich sie öffne, schlägt er mir die Tür ins Gesicht, dann würgt er mich, schreit mir ins Gesicht und drückt mich dann aufs Bett», berichtet die Frau gemäss «VG». «Und dann war ich wie gelähmt, ich hatte Angst. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, und dann fuhr er weg. Ich erinnere mich, wie er die Treppe hochrannte, schrie und mich beschimpfte, und dann fuhr er mit dem Motorrad davon. Man konnte es die Strasse entlang brüllen hören.»
Auch sich selbst habe Høiby schon geschlagen. Besonders lebhaft erinnere sich Haukland an sein Gebrüll.
Nora Haukland fürchtete manchmal um ihr Leben – und jenes von Høiby
von Silja Anders, People-Redaktorin
Nora Haukland erinnert sich an die schlimmen Wutausbrüche und dass sie dabei häufig um ihr Leben fürchtete. «Er zerstörte Dinge, warf Sachen um sich, manchmal nach mir, manchmal kam er zu mir, packte mich am Hals und schrie mich an. Es fühlt sich an, als stünde ein Pitbull direkt vor einem. Man weiss nicht, ob er einen umbringen wird», sagt sie.
Es sei schwierig gewesen, den Angeklagten zu beruhigen, wenn er wütend war. Die junge Frau sagt, Marius Borg Høiby habe zwei Gesichter und sie sei ihm nach wie vor sehr zugetan. «Ich wollte ihn retten», gesteht sie. «ich habe oft gedacht: Wenn ich nicht da bin, wer dann? Wer wird sich um ihn kümmern, wenn ich nicht mehr da bin?», sagt sie mit brüchiger Stimme. Sie habe sich immer Sorgen um ihn gemacht, auch, weil er beispielsweise ohne Helm Motorrad fuhr.
Haukland verstellte sich komplett
von Silja Anders, People-Redaktorin
Während ihrer Befragung erinnert sich Nora Haukland, dass sie mit der Zeit nicht mehr sie selbst vor Marius Borg Høiby sein konnte. Sie musste sich stets verstellen, um ihm die Show nicht zu stehlen. «Ich glaube, er hasste die Nora, die ich war, weil ich authentisch war. Jemand, den die Leute mochten und in den sie sich verliebten. Und witzig», sagt sie.
Ihr damaliger Freund habe sie laut ihrer Aussage auch emotional manipuliert mit sogenanntem «Lovebombing», bei dem die eine Person die andere mit grossen Liebeserklärungen überschüttet, um die negativen Seiten vergessen zu lassen. Høiby soll ihr gesagt haben, dass sie Seelenverwandte seien und Haukland der einzige Lichtblick in seinem Leben. Da habe er ihr jedes Mal das Gefühl gegeben, etwas ganz Besonderes zu sein.
Doch sei sie bei ihrem Ex-Freund immer wie auf Eierschalen gelaufen, stets mit der Angst, etwas Falsches zu sagen. «Ich habe mich nie getraut, die Dinge direkt mit ihm anzusprechen. Ich habe sie ihm per Nachricht geschrieben, weil ich mich dort sicherer fühlte, wenn ich nicht zu Hause war. Ich kam mir unglaublich dumm und klein vor. Es hat mich völlig verändert.» Mit der Zeit habe sie nicht mehr ertragen, zu wem sie in ihrer Beziehung zum Angeklagten geworden war.
«In das Kind in ihm verliebt»
von Silja Anders, People-Redaktorin
Nora Haukland erinnert sich an die Anfänge der Beziehung zurück. Die Influencerin habe Marius Borg Høiby über gemeinsame Freunde kennengelernt. Beim ersten Treffen habe er nervös gewirkt. «Seine kindliche Art hat mich sehr fasziniert», verrät Haukland vor Gericht. «Ich habe mich in das Kind in ihm verliebt.»
Schon bald änderte sich die Stimmung in der Beziehung jedoch. Høiby soll laut Haukland untreu gewesen sein. Als sie dann einem Mann auf Social Media eine Nachricht mit einem Herzaugen-Emoji schickte, soll Høiby erstmals gewalttätig geworden sein. «Er hat ständig alles kontrolliert. Das war ganz am Anfang unserer Beziehung», erzählt die Influencerin.
Haukland schlug in der Beziehung mit Marius Borg Høiby vor, dass die beiden raus aus der Stadt nach Skaugum ziehen würden, in die Nähe seiner Familie. «Ich dachte, ein Umzug nach Skaugum, näher zu seiner Familie, könnte dazu führen, dass er die Eigenschaften, die ich für gut hielt, besser entwickeln kann.» Auch mit den Eltern von Høiby habe das Ex-Paar darüber gesprochen, die von der Idee sehr angetan gewesen sein sollen.
Die Ex-Freundin von Marius Borg Høiby wird als Zeugin aufgerufen
von Silja Anders, People-Redaktorin
Als nächste wird Nora Haukland, die Ex-Freundin von Marius Borg Høiby in den Zeugenstand gerufen. Sie war eine der Frauen, die Høiby 2024 der häuslichen Gewalt beschuldigten. Damals sagt sie im Podcast «Uproblematisk»: «Als ich ihn verliess, hatte ich krankhafte Angst vor ihm. Aber im Grunde habe ich ihn geliebt, egal, was er mir angetan hat. Egal, wie oft er fremdgegangen war und wie oft er mich deshalb angelogen hat. Egal, wie oft er mich angeschrien und wie viel Angst er mir eingejagt hat, habe ich ihn geliebt.»
Die Staatsanwaltschaft berichtet von verschiedenen Vorfällen, bei denen Marius Borg Høiby gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden sein soll. Demnach habe er sie bei einem Treffen etwa am Hals gepackt und angespuckt. Bei einem anderen Vorfall soll Høiby das Opfer gegen eine Garagentür gedrückt und sie angeschrien haben, nachdem Haukland ihm das Handy wegnahm.
«Hyperfokussiert auf ihren Unterleib»
von Silja Anders, People-Redaktorin
Am zwölften Prozesstag gegen Marius Borg Høiby wird eine Freundin der Frau aus dem Hotel befragt. Sie sagte in der Vernehmung aus, dass ihre Kollegin Geschlechtsverkehr mit Høiby hatte und irgendwann müde war und schlafen wollte. Daraufhin habe der Angeklagte sich mit dem Kopf zwischen die Beine der jungen Frau gelegt. «Er war sehr hyperfokussiert auf ihren Unterleib», so die Zeugin. Später habe die Zeugin ihre Freundin gefragt, ob der Sex einvernehmlich gewesen sei. Diese antwortete mit «Ja», doch die Kollegin hatte das Gefühl, dass ihre Freundin der Frage ausweiche. Der Sex soll zwar einvernehmlich gewesen sein, doch habe sich die Situation geändert, als das mutmassliche Opfer herausfand, dass Marius Borg Høiby intime Fotos von ihr gemacht hatte, während sie schlief. Schon das Opfer sagte im Zeugenstand aus, dass Høiby «besessen von ihrer Vagina» gewesen sein.
Die Zeugin schildert, dass sie ihre Kollegin nicht per Telefon erreicht hatte, da Høiby das Handy der Frau versteckt hatte. «Sie hatte es erst gefunden, nachdem er gegangen war.»
Laut der Vernehmung hat die Freundin erklärt, dass das mutmassliche Opfer die Nacht «in keiner Weise als traumatisch für sie empfunden habe», bevor sie in den Medien gelesen hatte, dass die Polizei zahlreiche Videos und Bilder auf Høibys Telefon gefunden hatte.