Das war der 20. Prozesstag
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Heute Donnerstag setzte die sogenannte «Frogner-Frau» ihre Aussage fort. Dabei wurde unter anderem bekannt, dass die On-off-Beziehung der beiden bis kurz vor Prozessbeginn Anfang Februar weiterbestand. Nach einer rund neunmonatigen Pause hätten sie sich ab Herbst 2025 trotz Kontaktverbots wieder regelmässiger getroffen. Heftige Streits habe es weiterhin gegeben. Zuletzt habe er ein Messer genommen und auf sich selbst gerichtet. Ihre Anwältin verständigte daraufhin die Polizei. Das hat zu der Verhaftung Marius Borg Høibys am Wochenende vor Prozessbeginn geführt.
Am Nachmittag trat Høiby in den Zeugenstand. Er weinte zunächst und beschwerte sich, dass er die Schilderungen zu den Gewaltvorwürfen nicht nachvollziehen könne. Die Vorfälle seien übertrieben dargestellt worden. Danach musste er schildern, wie er und die «Frogner-Frau» sich kennenlernten und was während ihrer Beziehung geschah.
Høiby nahm zu verschiedenen Konfliktmomenten Stellung. Er bestätigte unter anderem den Streit in Skaugum, bei dem er eine Glastür zerschlug. Ausserdem räumte er ein, seine Ex-Freundin ohne ihre Erlaubnis gefilmt und fotografiert zu haben. Auch, dass er während eines Streits einen Laptop zerbrach, entspreche der Wahrheit. Dass er sie einmal eine «verdammte Hure» nannte, klinge für ihn «plausibel».
Høiby bat den Richter darum, die Geschehnisse vom 4. August 2024 erst morgen zu behandeln. Dabei geht es um die Nacht, die den Prozess ins Rollen brachte. Høiby soll die «Frogner-Frau» gewürgt und wiederholt geschlagen haben. Seiner Bitte wurde stattgegeben, er wird morgen dazu aussagen.
Heute wurde bekannt, dass die Polizei aufgrund eines Antrags der Anwältin der Frau aus Frogner ein Verfahren wegen möglicher Justizbehinderung eingeleitet hat. Ein Freund von Høiby wird beschuldigt, die Aussage der Frau bei der polizeilichen Vernehmung beeinflusst zu haben. Der Fall wird derzeit von der Osloer Polizei untersucht.
Høiby bittet darum, den Prozesstag zu beenden
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Høiby äussert sich nun zu einem Vorfall Ende Juni 2024, der sich in ihrer Wohnung auf Frogner ereignet haben soll. Laut Anklage soll er seine Ex-Freundin angeschrien, sie angespuckt und sie geschlagen haben. Ausserdem habe er sie «verdammte Hure» genannt.
«Wir haben gestritten», sagt Høiby. Er habe ihr vorgeworfen, untreu gewesen zu sein. «Ich kann mich nicht daran erinnern, sie geschlagen zu haben, wie sie sagt. Aber es klingt so, als sei es passiert.»
Der Richter will wissen, ob er sich daran erinnern könne, die Frau als «verdammte Hure» beschimpft zu haben. «Ich kann mich nicht im Detail erinnern», sagt er. Es würde aber «sehr plausibel» klingen. Høiby bestreitet den Vorwurf explizit nicht. Auch, dass er Gegenstände durch die Wohnung schmiss, räumt Høiby nun ein. «Das war verdammt dumm. Wenn das wirklich passiert ist … Niemand hat das verdient. Zumindest nicht [die Frogner-Frau].»
Høiby bittet um eine Pause. Er bittet darum, die Geschehnisse vom 4. August 2024 erst morgen zu behandeln. Dabei geht es um die Nacht, die zu seiner Festnahme führte und die den Prozess ins Rollen brachte. Høiby soll die «Frogner-Frau» gewürgt und wiederholt mit der flachen Hand geschlagen haben.
Seiner Bitte wird stattgegeben. Er wird morgen mit seiner Aussage weitermachen.
Nun sollen im Gerichtssaal SMS-Nachrichten zwischen Høiby und einer anderen Ex-Freundin (Nora Haukland) vorgelesen werden. Diese Stammen aus insgesamt 800 Seiten an Textnachrichten.
Høiby bestätigt Streit in Skaugum
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Høiby bestätigt den Streit in Skaugum. Er berichtet im Zeugenstand nun von einem heftigen Streit in Skaugum. Diesen hat auch seine Ex-Freundin gestern angesprochen. Am Bildschirm im Gericht zeigt er laut «Bild» auf einem Grundriss der Wohnung. Darin befand sich eine Glastür, die er im Streit zerstörte. «Ich war so wütend, dass ich eine Glastür zugeschlagen habe», sagt er aus. Dabei habe er sich verletzt; es sei Blut geflossen. «Ich erinnere mich, dass überall Blut war. Ich bin ins Badezimmer gerannt und völlig in Panik geraten», erinnert sich Høiby.
«Sie nannte mich einen Psychopathen»
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Nun fragt der Richter Høiby nach einem Kommentar zu dem Vorfall, bei dem die «Frogner-Frau» angibt, er habe ohne Erlaubnis ihre Wohnung betreten und ihr ein Foto aus ihrem Bett geschickt. Høiby widerspricht dieser Darstellung. Ihm zufolge habe sie ihm gesagt, sie sei nicht zu Hause, doch er glaubte ihr nicht, ging hin und rief sie an. Eine Freundin von ihr habe ihn reingelassen. «[Die Frogner-Frau] wurde wütend und nannte mich einen Psychopathen», sagt Høiby. Nach dem Vorfall hätten sie viel miteinander gesprochen und sich irgendwann darauf geeinigt, sich zu treffen.
Der Richter bittet ihn anschliessend, die intimen Fotos und Videos zu erklären, die während einer gemeinsamen Reise nach Berlin entstanden sein sollen. Høiby sagt: «Sie hat gesehen, dass ich sie gefilmt habe, ohne etwas dazu zu sagen. Sie hat mich später gebeten, das Video zu löschen.» Bis heute verstehe er nicht, wie das Material trotzdem bei der Polizei landete, denn er habe das Video ja gelöscht. Das habe die «Frogner-Frau» gesehen.
Marius sagt, es falle ihm schwer, sich an jedes einzelne Bild zu erinnern, das aufgenommen wurde. In einigen Fällen habe er sich bereits schuldig bekannt. «Ich habe es getan. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es war nicht gut», sagt er laut «Bild» über diese Fotos. Bei anderen Fotos weise er die Vorwürfe jedoch zurück. Die «Frogner-Frau» habe gesehen, dass sie fotografiert werde: «Sie schaut in die Kamera und verdeckt ihre Brüste.»
Die Frage, ob er sie um Erlaubnis gefragt hatte, Fotos oder Videos von ihr zu machen, beantwortet er mit Nein. «Man muss aber auch sagen, dass auf dieser Reise viele Fotos und Filme von mir gemacht wurden. Nicht im selben Kontext, aber ohne Kleidung. Nicht beim Sex, aber es sind doch einige merkwürdige Fotos entstanden», entgegnet Høiby laut «VG».
Dann will der Richter, dass Høiby sich zu dem geistigen Zustand äussert, in dem er in ihrem Beisein ein Laptop beschädigt haben soll. «Ich war wütend und traurig», antwortet Høiby. «Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber sobald der Laptop in zwei Hälften zerbrach, haben wir uns wahrscheinlich angeschaut und angefangen zu lachen.»
Der Vorfall soll sich in einer Hütte im Skiort Strandafjellet ereignet haben. Dort sei es zum Streit gekommen, nachdem eine Freundin der «Frogner-Frau» behauptet habe, im Internet gebe es ein Sex-Video von Høiby mit zwei anderen Frauen. Der Streit sei eskaliert, als sie damit drohte, ein Flugticket nach Marbella zu buchen, wo sich ihr Ex-Freund aufhielt. Daraufhin zerbrach Høiby den Laptop. Es habe sich um einen älteren «Mac» der ersten Generation gehandelt, dadurch sei es nicht sehr schwer gewesen, ihn zu zerbrechen.
Høiby weint im Zeugenstand
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Jetzt muss Høiby in den Zeugenstand. Er soll darüber berichten, wie er und das mutmassliche Opfer sich kennengelernt haben, sowie über ihre Beziehung.
Doch Høiby möchte «VG» zufolge vorab noch etwas sagen. Er hält inne, wischt sich mit einem Taschentuch die Augen. Er scheint zu weinen. «Es ist offensichtlich, dass mir dieser Fall schwerfällt. Aber die Erklärung, die ich gestern gehört habe, kann ich nicht nachvollziehen» zitiert ihn «VG». Er bezieht sich dabei auf die Aussagen des mutmasslichen Opfers über Gewalt in der Beziehung. «Ich finde es einfach sehr schwierig. Ich hatte das Gefühl, dass vieles übertrieben wurde und manches schlichtweg nicht stimmte.» Høiby wisse nicht, was er dazu sonst noch sagen solle.
Der Richter erklärt ihm, sie würden die Punkte nun nach und nach durchgehen. Zunächst will er wissen, wie er die «Frogner-Frau» kennengelernt hat. Høiby sagt aus, er sei mit Freunden bei «Michaels» (Einem Nachtclub in Oslo, Anm. d. Red.) gewesen. Dort habe er sie zum ersten Mal getroffen. Er glaubt, er habe sie zuvor schon einmal auf Instagram gesehen. «Dann sah ich sie und erinnere mich, dass ich zu den Jungs sagte: Wer zum Teufel ist das?», zitiert ihn «VG». «Ich wollte frech sein und habe versucht zu flirten. Offensichtlich hat das nicht gut geklappt, zumindest nicht in dem Moment.»
Später entschuldigte er sich per Instagram-Nachricht bei ihr für sein Auftreten. Die beiden trafen sich wiederholt bei Partys. Die «Frogner-Frau» sei damals frisch single gewesen. Nach ein paar Vorfällen, «bei denen ich mich in dieser Zeit danebenbenommen habe», brach der Kontakt zunächst ab. Die Frau aus Frogner hatte zuvor erklärt, dass sie kurz nach ihrer Begegnung mit Høiby zu ihrem Ex-Freund zurückgekehrt sei.
Während er sich auf einer Reise in der Schweiz befand, nahmen sie per Tiktok wieder Kontakt auf. Als er heimkehrte, habe er ihr Rosen vor die Tür gestellt: «Ich war verliebt.»
«Er hatte damals niemanden, der für ihn einstehen konnte»
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Seit Herbst 2025 stehen die «Frogner Frau» und Marius Borg Høiby wieder in Kontakt. Von ihrer Seite her waren noch immer Gefühle im Spiel, erklärt sie vor Gericht. Auch hatte sie Mitleid mit ihm, insbesondere mit Blick auf den Prozess. «Er hatte damals niemanden, der für ihn einstehen konnte. Seine Mutter verreiste, Haakon ging arbeiten, sein Vater verreiste ebenfalls», sagte sie gemäss «vg». An letzteren habe sie sich daher persönlich gewandt. «Ich sagte Marius' Vater, dass ich es nicht richtig fände, wenn er das Schlimmste, was ihm passieren könnte, ganz allein durchmachen müsste.»
Ähnliche Aussagen über seine Familie machte sie auch im Zusammenhang mit einem Streit im November 2024. «Draussen sagt er, sein ganzes Leben sei ruiniert, seine Mutter kümmere sich nicht um ihn, sein Vater rufe nur an, wenn er betrunken sei, seine Geschwister redeten nicht mit ihm und er habe keinen Lebenssinn mehr», zitiert «nettavisen», die «Frogner Frau».
Diese Aussagen dürften Marius Borh Høiby, der heute Nachmittag aussagen wird, nicht gefallen. Er verteidigte seine Mutter Mette-Marit und Stiefvater Haakon bereits an vorherigen Prozesstagen. «Keiner hat sich so viel für mich eingesetzt, wie die beiden! Mama und Haakon haben nichts anderes gemacht, als Nora [seine Ex-Freundin, Anm. d. Red] gegenüber alle Freundlichkeit der Welt zu zeigen, sie haben das nicht verdient!»
Im Januar waren sie noch Skifahren
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Am Donnerstagvormittag, dem inzwischen 20. Prozesstag, setzte die Ex-Freundin von Marius Borg Høiby – die sogenannte «Frogner Frau» – ihre Aussage fort. Dabei wurde unter anderem bekannt, dass die On-off-Beziehung der beiden bis kurz vor Prozessbeginn Anfang Februar weiterbestand.
Nach einer rund neunmonatigen Pause hätten sie sich ab Herbst 2025 wieder regelmässiger getroffen – und dies trotz eines bestehenden Kontaktverbots. Sie sei damals davon ausgegangen, dass er trocken und clean sei. Das habe sie aus der Zeitung erfahren.
Heftige Streits habe es weiterhin gegeben. So habe er sie anfangs Februar geschubst, wodurch sie sich den Kopf an einer Tür gestossen und danach wochenlang Kopfschmerzen gehabt habe. Danach habe er ein Messer genommen und auf sich selbst gerichtet. Ihre Anwältin verständigte daraufhin die Polizei. Das hat zu der Verhaftung Marius Borg Høiby am Wochenende vor Prozessbeginn geführt. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.
«Du bist ein verdammter Toter»
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Die Aussagen seiner Ex-Freundin am Mittwoch sind nur schwer zu ertragen – insbesondere die Schilderungen vom ersten August-Wochenende 2024. Die damaligen Geschehnisse führten letztlich zur Anzeige gegen Marius Borg Høiby. Diese wurde allerdings nicht von der sogenannten «Frogner-Frau» selbst eingereicht, sondern von der Polizei.
Eine Freundin des mutmasslichen Opfers hatte die Beamten in die Wohnung gerufen. Dort bot sich ihnen laut Gerichtsunterlagen ein Bild der Zerstörung. Wie «VG» berichtet, zeigen im Prozess präsentierte Fotos mehrere beschädigte Spiegel, ein zerbrochenes Handy, ein auseinandergerissenes Headset, einen am Boden liegenden Kronleuchter sowie ein Messer, das in einer Wand steckte. All dies soll auf einen Wutanfall von Marius Borg Høiby zurückzuführen sein.
Auslöser der Eskalation soll seine Überzeugung gewesen sein, die Freundin habe ihn betrogen. Er habe sie aufs Bett gedrückt und gewürgt. Später soll er sie auch gegen eine Wand gedrückt und erneut gewürgt haben – so stark, dass sie nur noch auf den Zehenspitzen gestanden habe. Insgesamt ist von vier Würgeattacken und mehreren Schlägen gegen ihren Kopf die Rede. Zudem soll er sie an den Haaren rund einen Meter durch die Wohnung gezogen haben.
Mit jenem Messer, das später in der Wand steckte, habe er – so der Vorwurf – gegen den Mann vorgehen wollen, mit dem sie seiner Meinung nach etwas gehabt habe. Diesem habe er per Textnachricht gedroht: «Du bist ein verdammter Toter.»
«Das Blut spritzte überall hin»
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Vor Gericht erhebt die Ex-Freundin von Marius Borg Høiby schwere Vorwürfe. So berichtet sie von einer blutigen Eskalation auf Gut Skaugum: Nach einem Streit habe Borg Høiby seine Faust erhoben, wodurch sie befürchtete, er wolle sie schlagen. Daher habe sie sich geduckt und er habe durch eine Glastür geschlagen, anschließend gegen eine weitere Tür. «Das Blut spritzte überall hin», sagt sie und erklärt, «totale Panik» bekommen zu haben. Sie habe versucht, die Blutung mit Handtüchern zu stoppen. Das Geschehene hätten sie im Nachhinein heruntergespielt, gar darüber gelacht. Kurz darauf seien beide in die Notaufnahme gefahren.
Bereits zuvor sei es im Lokal «Michaelis»zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Borg Høiby habe sie gepackt, angeschrien, Mobiliar umgeworfen und sich im Streit das T-Shirt vom Leib gerissen – «wie der Hulk», so die Zeugin. Am nächsten Morgen habe sie versucht, sich zu trennen und ihre Sachen gepackt. Zu diesem Zeitpunkt habe er ihr noch 70'000 Kronen (5600 Franken) geschuldet. Ihr sei klar gewesen, dass sie das Geld «nie zurückbekommen» würde. Borg Høiby sei dafür bekannt, Schulden nicht zurückzuzahlen.
Weitere Vorwürfe betreffen intime Aufnahmen: Er soll mehrfach Fotos und Videos von ihrem Intimbereich gemacht haben, ohne ihre Einwilligung. Ein entsprechendes Video wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Gericht gezeigt. Zudem habe er ihr während eines Streits den Laptop entrissen und «in zwei Hälften zerbrochen», als sie wegen kursierender Sexvideos von ihm abreisen wollte.
Trotz eines Vorfalls im August 2024 und zwischenzeitlicher Trennung sei sie 2025 zeitweise wieder mit ihm zusammen gewesen. Ihre Begründung: Die Beziehung habe nicht mit Gewalt begonnen, es habe starke Anziehung bestanden. Schrittweise seien ihre Grenzen verschoben worden – aus Mitleid, Hoffnung und emotionaler Abhängigkeit.
Sie brachte alles ins Rollen – «Frogner Frau» im Zeugenstand
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Am Mittwoch steht die sogenannte «Frogner-Frau» im Zeugenstand. Mit ihr war Borg Høiby ab 2023 in einer Beziehung. Sie war es, die im August 2024 den ganzen Fall ins Rollen gebracht hatte, als sie Borg Høiby wegen Körperverletzung angezeigt hatte. Hintergrund war eine körperliche Auseinandersetzung in ihrer Wohnung in Oslo, in der er sie geschlagen und gewürgt haben soll. Zudem habe er mehrere Gegenstände in ihrer Wohnung zerstört, darunter ein Spiegel und ein Kronleuchter. Auch soll er ein Messer in die Wand geworfen haben.
Staatsanwalt Henriksbo fasst es gemäss «vg» folgendermassen zusammen: «Es liegen zwei separate Gewalttaten, sechs Fälle von Einschüchterung oder rücksichtslosem Verhalten, zwei Fälle von mutwilliger Sachbeschädigung und eine Reihe von Verstössen gegen einstweilige Verfügungen vor».
Am Dienstag wurde bekannt, dass zwei weitere Anklagepunkte gegen Marius Borg Høiby erhoben wurden, dies im Zusammenhang mit der «Frogner Frau». So soll er am Wochenende vor dem Prozessstart gegen das Kontakverbot verstossen haben und sich rücksichtslos verhalten haben. Diese beiden Punkte akzeptiert Borg Høiby gemäss seinen Anwälten. Die Vergehen des besagten Wochenedes sind auch der Grund, weshalb er seit da in Untersuchungshaft sitzt.
Erster Augenzeuge sagt aus
von Silja Anders, People-Redaktorin
Es sieht nicht besonders gut für Marius Borg Høiby aus. Ein Zeuge sagte heute aus, er habe beobachtet, wie der Angeklagte seine Ex-Freundin Nora Haukland würgte – etwas, das Marius bisher stets bestritten hat. Der Zeuge zeigte dem Gericht genau, was er gesehen hat – damit ist er der erste Augenzeuge.
Im Gerichtssaal kommt es plötzlich zu Drama: Marius Borg Høiby klagt über Übelkeit, man fürchtet, er muss sich übergeben. Der Angeklagte verfolgt die Verhandlung daher vorerst aus einem angrenzenden Raum.
Währenddessen sagt ein einstiger Mitinsasse von Høiby aus. Er erklärt, dass der Sohn von Mette-Marit im Gefängnis eine Sonderbehandlung erhalten habe – obwohl stets beteuert wurde, dass Marius wie jeder andere Insasse behandelt werde und keine extra Privilegien aufgrund seines Status bekomme. Der Häftling sagt zudem aus, er habe Høiby gefragt, ob er «es» getan habe. Es wird davon ausgegangen, dass die Rede von den Vergewaltigungen ist, wegen derer Borg Høiby unter anderem angeklagt ist. Dieser habe dies aber stets verneint.
Vor Gericht werden rund 800 Textnachrichten zwischen Nora Haukland und Marius Borg Høiby ausgewertet. Aus diesen geht hervor, dass der Angeklagte seiner Ex-Freundin verbieten wollte, bei einer norwegischen Reality-TV-Sendung mitzumachen. Er erklärte ihr, dass dies nicht möglich sei, wenn sie Teil von seiner Familie ist. «Wenn du Karriere auf Kosten von mir und meiner Familie machen willst, dann geht das auf deine Kappe», soll eine Nachricht von Høiby an Haukland lauten.