Filmfestspiele Venedig
Wer kommt, wer darf hoffen?

Die Internationalen Filmfestspielen von Venedig sind in diesem Jahr überschattet vom Streik der Schauspieler in Hollywood. Das Programm kann sich dennoch auch 2023 sehen lassen. Die bedeutendsten Weltpremieren in der Übersicht.
Publiziert: 30.08.2023 um 17:06 Uhr
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Festivaldirektor Alberto Barbera eröffnet die Filmfestspiele in Venedig – muss aber ohne grosse Hollywood-Stars auskommen.

Auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig waren im vergangenen Jahr Superstars wie Harry Styles (29), Florence Pugh (27) oder Timothée Chalamet (27) vertreten. Brendan Fraser (54) feierte mit «The Whale» ein beeindruckendes Comeback und wurde einige Monate später sogar mit dem Oscar für den «Besten Hauptdarsteller» ausgezeichnet.

Doch 2023 werden aufgrund des Streiks der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA deutlich weniger prominente Darstellerinnen und Darsteller aus US-Produktionen am Lido erwartet. So sollte ursprünglich die Tennis-Romanze «Challengers» mit Zendaya (26) in der Hauptrolle das renommierte Festival am 30. August eröffnen. Doch der Film von «Call Me by Your Name»-Regisseur Luca Guadagnino (52) ist auf das kommende Jahr verschoben worden und fehlt daher leider auch in Venedig.

Interessante Fakten zum Wettbewerb

Das Programm des Filmfestivals kann sich aber dennoch sehen lassen. In den Wettbewerb um den «Goldenen Löwen», den Hauptpreis der Filmfestspiele, treten insgesamt 23 Titel. Dazu zählt «Priscilla» von «Lost in Translation»-Filmemacherin Sofia Coppola (52). Die Regisseurin erzählt nach «Elvis» aus dem vergangenen Jahr erneut eine Geschichte über den «King of Rock and Roll» Elvis Presley (1935-1977) - dieses Mal jedoch aus der Perspektive seiner Ehefrau Priscilla Presley (78), die auch am Lido erwartet wird.

Bradley Cooper (48) bringt als Hauptdarsteller und Regisseur sein neuestes Werk «Maestro» an den Lido - und wird in Solidarität mit den streikenden Schauspielerinnen und Schauspielern das Festival nicht besuchen. Regisseur David Fincher («Gone Girl», 61) inszeniert in «The Killer» Michael Fassbender (46) als Auftragsmörder, der sich gegen seine eigenen Auftraggeber zur Wehr setzen muss.

Regie-Altmeister Michael Mann (80) ist mit «Ferrari» in Venedig vertreten. In dem Biopic wird die Geschichte von Ferrari-Gründer Enzo Ferrari (1898-1988) erzählt. Adam Driver (39) spielt die Titelfigur. «The Favourite»-Regisseur Yorgos Lanthimos (50) bringt sein neuestes Werk «Poor Things» mit Emma Stone (34) in der Hauptrolle an den Lido. Mark Ruffalo (55) und Willem Dafoe (68) sind in weiteren Rollen zu sehen.

Der kontroverse französische Filmemacher Luc Besson (64) zeigt in Venedig seinen neuen Actionfilm «Dogman», während der japanische Regisseur und Oscarpreisträger Ryusuke Hamaguchi (44) mit dem Drama «Evil Does Not Exist» sein erstes Werk seit «Drive My Car» (2021) präsentiert. Mit «Die Theorie von Allem» ist in diesem Jahr auch ein deutscher Film von Regisseur Timm Kröger im Wettbewerb um den «Goldenen Löwen» vertreten.

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Namhaftes ausser Konkurrenz

Ausser Konkurrenz sind in diesem Jahr zwei kontroverse Filmemacher an den Lido eingeladen worden: Regie-Legende Woody Allen (87), der Missbrauchsvorwürfe seiner Adoptivtochter Dylan Farrow (38) abgestritten hat, zeigt in Venedig seinen neuesten Film «Coup de chance», der in französischer Sprache entstanden ist. Roman Polanski (90), der in den USA wegen «ausserehelichen Geschlechtsverkehrs mit einer Minderjährigen» verurteilt worden ist, zeigt «The Palace» mit Oliver Masucci (54), Fanny Ardant (74) und John Cleese (83) in den Hauptrollen.

Die Jury

Jurypräsident des diesjährigen Filmfestivals von Venedig ist «La La Land»- und «Babylon»-Macher Damien Chazelle (38). Ihm zur Seite stehen unter anderem Oscarpreisträgerin Jane Campion («The Power of the Dog», 69) und die französische Filmemacherin Mia Hansen-Løve (42). (SpotOn)

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