Darum gehts
- Alexander Hold (63) prägte als TV-Richter Sat.1, letzte Sendung 2013
- Trotz TV-Erfolg blieb Hold Jurist, ist heute für Freie Wähler aktiv
- Nach Prostatakrebs-Diagnose 2024 rettete Operation sein Leben, Ehefrau unterstützte
Vor 13 Jahren war seine letzte Verhandlung vor der TV-Kamera: Seither ist Alexander Hold (63) eigentlich in TV-Richter-Rente. Doch von der Bildschirmfläche verschwand er trotzdem nicht. Im Gegenteil: Wiederholungen füllen aktuell bis zu vier Stunden im Programm von Sat.1.
Was viele nicht wissen: Auch wenn die im Fernsehen verhandelten Fälle frei erfunden sind, ist Hold wirklich Jurist. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete er erst als Staatsanwalt und später als Richter in seiner Heimat Kempten (D). Beworben hat er sich selber nie auf den TV-Job: Sat.1 hatte zu Beginn der Jahrtausendwende gezielt nach einem Juristen gesucht, um an den Erfolg von «Richterin Barbara Salesch» anknüpfen zu können. «Ich wäre selbst nie auf die Idee gekommen», erklärte er einst.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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Grosse Zweifel
Der Wechsel ins Fernsehen war für Hold anfangs gewöhnungsbedürftig: «Beim allerersten Fall, den wir ausgestrahlt haben, hatte ich enorme Zweifel, ob ich hier im richtigen Metier gelandet bin. Ich dachte, um Gottes Willen, was konstruieren die bloss für Fälle.» Doch die Zweifel waren unbegründet: Ein Zeitungsartikel deckte später auf, dass der Fall um ein ins Schliessfach eingeschlossenes Baby stark an einer realen Tat inspiriert war.
Nach über 2038 Sendungen, mit noch mehr kuriosen Fällen, fiel 2013 der letzte Hammer. Alexander Hold weint der Fernsehwelt keine Träne nach, denn die Arbeit vor der Kamera sei ein Knochenjob mit langen, intensiven Drehtagen gewesen.
In der Politik tätig
Er nutzte die neu gewonnene Freiheit, um seine Politkarriere zu lancieren. So ist er für die Freien Wähler im bayerischen Landtag vertreten. 2017 kandidierte er gar für das Amt des Bundespräsidenten. «Ich bin ja kein Paradiesvogel aus dem Dschungelcamp, sondern ein Jurist, der seit langem intensiv und ernsthaft Politik betreibt», erklärte er damals. Dass er gegen Frank-Walter Steinmeier (70) keine Chance hatte, war ihm aber klar.
Offen geht Hold auch mit dem grössten Rückschlag in seinem Leben um: Bei einer Routineuntersuchung wurde 2024 Prostatakrebs festgestellt. «Ich hatte keine Schmerzen, die mich hätten warnen können, das ist ja das Tückische. Prostatakrebs ist ein stiller Killer», warnt Hold. Doch eine komplexe Operation rettete ihm das Leben. Seine grosse Stütze: Ehefrau Pia (56). «Als es mir psychisch und nach der Operation auch körperlich nicht so gut ging, hat mich meine Frau immer aufgerichtet und unterstützt.»