Die Verträge für die Häfen in Balboa und Cristóbal seien verfassungswidrig, teilte das Verfassungsgericht am Freitag mit. Betreiber ist eine zum Konzern CK Hutchison gehörende Tochterfirma. Das Hongkonger Unternehmen hatte die Häfen seit 1997.
Die Beteiligung des Hongkonger Unternehmens hatte im vergangenen Jahr für Streit mit der US-Regierung gesorgt, weil Präsident Donald Trump behauptet hatte, China habe Kontrolle über die wichtige Seehandelsroute in Lateinamerika. Trump drohte, den Kanal unter US-Kontrolle zu bringen.
Die betroffene Tochterfirma Panama Ports Company erklärte, die Entscheidung des Gerichts stimme nicht mit den relevanten Gesetzen für den Vertrag überein. Chinas Aussenamtssprecher Guo Jiakun sagte in Peking, die Volksrepublik werde alle notwendigen Massnahmen ergreifen, um die Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu schützen.
Die höchstrichterliche Entscheidung dürfte Washington freuen. CK Hutchison kann dagegen nicht in Berufung gehen. Wie es für den Betrieb der Häfen genau weitergehen soll, ging aus der Mitteilung des Verfassungsgerichts nicht hervor. Damit dürfte sich ein Deal verzögern, mit dem der Konzern seine 43 Hafenbeteiligungen in insgesamt 23 Ländern, wozu auch die Häfen im Panamakanal gehören, verkaufen will.
Als Käufer gelten Berichten zufolge die US-Finanzfirma Blackrock zusammen mit der Terminal Investment Ltd. des italienischen Milliardärs und MSC-Gründers Gianluigi Aponte. Peking schaltete sich jedoch zwischenzeitlich in den Deal ein und begann mit einer Überprüfung.
Noch im Dezember sagte das Handelsministerium, die Behörden überprüften den Verkauf in Übereinstimmung mit dem Gesetz. China wollte erreichen, dass die staatseigene Grossreederei Cosco einen Hauptanteil an den zu verkaufenden Beteiligungen erhält.
Der Panamakanal war Anfang des 20. Jahrhunderts von den USA erbaut worden. Washington gab die Hoheit über die Kanalzone aber Ende 1999 vollständig an Panama ab.