Franziska G. (25): «Versuchte so lange zu reanimieren, bis der Notfall kam»(02:55)

Mann (†26) bei Streit in Wohlen AG erstochen – Ersthelferin Franziska G. sah die Täter
«Einer hatte ein Messer in der Hand»

Ein Streit endet im Kanton Aargau mit einem Todesopfer. Anwohner wurden in der Nacht auf Sonntag wegen Lärm aus dem Schlaf gerissen. Zwei von ihnen berichten von ihren Beobachtungen.
Publiziert: 09.06.2024 um 11:07 Uhr
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Aktualisiert: 10.06.2024 um 09:09 Uhr
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Am Eingang zum Wohnhaus müssen Anwohner am Sonntag an einer Blutlache vorbei.
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Nicolas LuratiReporter News

Bei einem Streit zwischen mehreren Personen ist in der Nacht auf Sonntag in Wohlen AG ein Schweizer (†26) tödlich verletzt worden. Das Opfer erlag laut Polizeiangaben vor Ort den Stichverletzungen. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen. Anwohner hatten in der Nacht Lärm und Geschrei vor dem Wohngebäude des Opfers gehört. Eine Nachbarin rief die Polizei und machte Videos und Bilder, die Blick vorliegen. Darauf ist zu sehen, wie das verletzte Opfer am Boden liegt. 

«Ich bin am frühen Morgen wegen eines lauten Knalls und eines Bremsgeräuschs erwacht», sagt Ersthelferin Franziska G.* (25), die in einem anderen Block wohnt. Sie sah, dass ein Auto herangefahren war. Bald hörte sie lautes Geschrei. Zwei Personen seien zum Auto gegangen. «Sie sprachen miteinander, einer hatte ein Messer in der Hand und war vermummt.» Kurz darauf seien die beiden mit dem Auto geflohen. Ein Polizeiauto habe die Verfolgung aufgenommen.

Ersthelferin: «Der Mann hatte einen leblosen Blick»

Eine weitere Person schrie einen Namen, suchte jemanden. «Da bin ich rausgegangen», sagt G. zu Blick. Sie habe das Erste-Hilfe-Set aus ihrem Auto geholt und geschaut, ob sie helfen könne. Die 25-Jährige kontrollierte beim Mann, der auf dem Boden lag, ob er noch einen Puls hatte und atmete – was beides nicht der Fall war. «Die Person hatte die Augen geöffnet, hatte aber einen leblosen Blick. Ich hatte das Gefühl, dass er schon nicht mehr lebte.»

Mann (26) in Wohlen erstochen: Hier trifft das Forensik-Team am Tatort ein(00:16)

Auch ein weiterer Anwohner, welcher unweit vom Tatort in einem Nachbarhaus wohnt, sagt: «Gegen 3.20 Uhr wachte ich auf und ging auf den Balkon, um nachzusehen, was da los ist.» Er habe einige seltsame Stimmen gehört, wie einige Leute sich verbal stritten. «Aber ich konnte nichts sehen, weil es zu dunkel war.» Also ging er in ein anderes Zimmer, um dort nachzusehen. «Ich hörte, dass jemand hinfiel und sie sich immer heftiger stritten.» Er überlegte, ob er runtergehen sollte. «Aber ich dachte, dass es nur ein paar Jungs seien, die sich verbal stritten. Für mich war das sehr seltsam.» Dann sei die Situation eskaliert.

«Mein Kollege liegt knockout auf dem Boden»

Auf einem anderen Video ist zu hören, wie ein Mann mutmasslich mit dem Notruf telefoniert. Er sagt dabei: «Mein Kollege liegt knockout auf dem Boden. Er bewegt sich nicht und hat die Augen offen.» Die alarmierte Polizei fand beim Eintreffen den Schwerverletzten am Boden liegend. Er verstarb trotz des Rettungseinsatzes eines Ambulanzteams vor Ort. 

Bei den Festgenommenen handle es sich um zwei Italiener (16 und 18) und um einen Mazedonier (16), sagte Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie würden in der Region leben. Auch das Opfer habe in der Region gelebt. Die Polizei sei um 3.30 Uhr nach Wohlen ausgerückt.

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Die Hintergründe des Tötungsdelikts waren zunächst unklar. Es stand auch die Sondereinheit Argus im Einsatz.

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