Neue Suff-Studie lüftet das Geheimnis
Darum macht dieser Drink betrunken und spitz

«Red Bull verleiht Flügel» lautet die Werbebotschaft des Energy Drinks. Und diese zeigt bei den Konsumenten offenbar seine Wirkung. Wer Red Bull mit Alkohol mischt, fühlt sich schneller betrunken.
Publiziert: 14.05.2017 um 14:15 Uhr
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Aktualisiert: 04.10.2018 um 21:40 Uhr
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Wer Wodka mit Red Bull mischt, glaubt schneller betrunken zu sein. So lautet das Ergebnis einer gestern veröffentlichten Studie.

Geübte Party-Gänger wissen: Wer sich in Nachtklubs Wodka mit Red Bull bestellt, wird schneller betrunken als mit einem anderen Zusatz. Forscher haben nun herausgefunden, woran das liegt: Nicht etwa an den Zutaten, sondern am Placebo-Effekt. 

Betrunkener und geiler

«Verleiht Red Bull Vodka Flügel?» lautet der Titel der Studie, die gestern veröffentlicht wurde. Um diese Frage zu beantworten, wurden 154 jungen Männern das gleiche alkoholische Getränk serviert, aber der Name des Cocktails änderte sich. Das eine Mal wurde ihnen ein Red-Bull-Vodka-Drink angeboten, das andere Mal ein Wodka-Cocktail. Anschliessend mussten die Männer einige Aufgaben an einem Computer absolvieren, um zu testen, wie betrunken und sexuell forscher sie sich fühlten. 

Alle Probanden hatten einen ähnlichen Promillewert. Doch der gefühlte Alkohol-Pegel unterschied sich stark. In der Mehrzahl fühlten sich die Personen betrunkener, wenn sie wussten, dass sie Red Bull im Drink hatten. Zudem zeigten sich diese Testpersonen auch risikofreudiger im Glücksspiel und selbstbewusster im Gespräch mit attraktiven Frauen.

Red-Bull-Slogan sollte verboten werden

Das Fazit der Forscher: Hinter diesem Placebo-Effekt steckt die Marketing-Strategie des Energy-Drinks-Konzerns. «Red Bull hat lange den Slogan ‹Red Bull verleiht Flügel› benutzt. Unsere Studie zeigt, dass diese Form der Werbung die Konsumenten glauben lässt, dass sie durch das Getränk schneller betrunken werden. Dabei handelt es sich nur um einen Placebo-Effekt», fasst der Leiter der Studie, Professor Yann Cornil, zusammen.

Marketing-Professor Yann Cornil ist Leiter der Studie. Er war erstaunt über den Placebo-Effekt des Energy Drinks.

«Angesichts der Ergebnisse der Studie über die psychologischen Folgen des Energy-Drink-Marketings sollte verboten werden, dass die Hersteller mit der enthemmenden Wirkung ihrer Getränke werben dürfen», meint Cornil.

Doch der Placebo-Effekt hat auch sein Gutes. Denn wer sich betrunkener fühlte, entschied sich dagegen, mit dem Auto zu fahren. Die Probanden wurden nämlich auch gefragt, ob sie sich fit genug fühlen, um mit dem PKW nach Hause fahren zu können. (jmh)

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