Mit Dormakaba assoziieren viele das Türschloss zu Hause oder den Badge bei der Arbeit. Doch der Konzern mit Sitz in Rümlang steht heute für weit mehr: die Flughafenschleusen in Zürich, Oslo und Frankfurt, die Zimmertüren im luxuriösen Resorts World Hotel in Las Vegas, die Barrieren in Rechenzentren oder neuerdings auch die Eingangstür im nördlichsten Eishotel der Welt.
Das Sorrisniva Iglu-Hotel liegt in Alta, einer Stadt ganz im Norden Norwegens. Anfang Woche besuchte Dormakaba-Chef Till Reuter das Hotel gemeinsam mit Journalisten. «Unsere Produkte müssen im hohen Norden und in der Wüste funktionieren», sagte Reuter im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Daher habe sich das Eishotel als Testort angeboten - mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad.
Das Spezielle an der Tür: Der Sensor kann erkennen, ob Menschen tatsächlich durch die Tür gehen wollen oder nur davor stehen. Wenn die Tür seltener auf- und zugeht, spart das Energie.
Für den CEO ist ein anderer Grund für die Reise aber ebenso wichtig: «Wir führen Gespräche mit Kunden wie Airlines, Häfen, Hotels und Partnern vor Ort», erklärte er. So könne man spezifische Bedürfnisse abholen und das Angebot noch besser auf die jeweiligen Wünsche ausrichten.
Global werden die Produkte von Dormakaba über Partner oder direkt vertrieben. Durch den persönlichen Kontakt sollen sie langfristig an das Unternehmen gebunden werden – so wie der norwegische Flughafenbetreiber Avinor.
«Dormakaba ist einer unserer wichtigsten Lieferanten», sagte Avinor-Unternehmensentwickler Simen Simonsen. Für die vielen kleinen Flughäfen in Norwegen, wie jener in Alta, sei es besonders wichtig, mit möglichst wenig Personal auszukommen. Für Effizienz bei der Abfertigung sollen etwa automatisierte Sensorschleusen sorgen. Avinor betreibt in Norwegen über 40 Flughäfen.
Anlässlich der Besichtigung des Eishotels besuchte Dormakaba-Chef Reuter auch den Hafen in Alta. Dort kommen pro Jahr mindestens 85 Kreuzfahrtschiffe an, mit bis zu 5000 Passagieren an Bord. Auch diese müssen kontrolliert an Land gehen – ein weiterer Einsatzort für die Technologie von Dormakaba.
«Mit unseren Terminals wie zum Beispiel in Oslo können 2600 Passagiere in einer Stunde ein- oder aussteigen», sagte Sven Hackbarth, der bei Dormakaba für den Marine-Sektor verantwortlich ist. Die Gates kommen aber auch auf den Kreuzfahrtschiffen selbst zum Einsatz, zum Beispiel beim Eingang zum Spa-Bereich.
Die Schifffahrt ist ein Bereich, den Dormakaba neben den Kernsektoren Hotellerie, Flughäfen und Rechenzentren künftig noch stärker beliefern will.
CEO Reuter leitet den Konzern seit Anfang 2024 und führt unter anderem eine Transformation durch. Die Strukturen sollen verschlankt und die Produkte vereinheitlicht werden.
Ist er mit den vergangenen zwei Jahren zufrieden? «Zufrieden sein klingt immer so, als würde man sich zurücklehnen», sagte der Deutsche in Alta. «Das mache ich nicht. Wir haben schon viel erreicht, aber es gibt noch viel zu tun.»
Für die nächsten Schritte ist er mit dem jetzigen Team aber zuversichtlich: «Das Glas ist halb voll und nicht halb leer.»
Die Besitzer des Eishotels in Alta, die Brüder Hans Ulrik und Tor Kjetil Wisløff, freuten sich über die Partnerschaft. «Der Test läuft erfolgreich, die Technologie funktioniert», sagte auch CEO Reuter. Den anwesenden Journalisten und Kreuzfahrttouristen öffnete der Sensor ebenfalls die Tür zum Haus aus Schnee und Eis.
Das Iglu-Hotel wird jährlich von rund 15'000 Menschen besucht, darunter auch der norwegische König. Dormakaba stellt die neue Technologie mit Schiebetüren kommende Woche an der Swissbau-Messe vor.
Die Reise nach Alta erfolgte auf Einladung von Dormakaba.