63 Buchstaben waren zu viel
Das längste deutsche Wort hat ausgedient

Die deutsche Sprache ist berüchtigt wegen ihrer überlangen Wörter. Ein besonders übles Monstrum wurde jetzt beerdigt.
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Sie sind der Horror für alle Ausländer, die die Mühe auf sich nehmen, die deutsche Sprache zu erlernen: die typischen überlangen Wortungetüme. Das schlimmste Beispiel hatten sich die Juristen des Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern ausgedacht.

Das ist der Name für ein Gesetz: das Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz. 63 Buchstaben. Gemäss dem Berliner Sprachforscher Anatol Stefanowitsch das längste deutsche Wort. Noch die Abkürzung hats in sich: RkReÜAÜG.

Jetzt wurde es sogar den Deutschen zuviel, meldet «welt.de». Das Gesetz, das 1999 als Schutz vor der Rinderseuche eingeführt wurde, soll jetzt ersetzt werden durch eine neue Verordnung: «Landesverordnung über die Zuständigkeiten für die Überwachung der Rind- und Kalbfleischetikettierung». Besser kriegen es die Juristen wohl nicht hin. Aber wenigstens keine 63 Buchstaben mehr!

Keine Aufnahme in den Duden

Diese Mega-Wörter haben sind typisch fürs Deutsche. Ein berühmtes Beispiel ist die Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaftskapitänswitwe, mit nur «48» Buchstaben. Ein anderes Monster, Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung, hatte zwar sogar 67 Buchstaben, es wurde aber bereits 2007 aufgehoben.

Aufnahme in den Duden schaffen solche Wörter nicht. Nicole Weiffen vom Duden-Verlag sagt, dazu müsse ein Wort mit einer gewissen Häufigkeit verwendet werden. Den Duden-Rekord hält derzeit ein Wort mit 36 Buchstaben: die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung.  (snx)

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