Spitäler am Tropf
Der Fisch stinkt vom Kopf

Viele Spitäler in der Schweiz stehen finanziell schlecht da. Das hat auch damit zu tun, dass sie oft von Managern geführt werden, die noch nie ein Stethoskop in den Händen gehalten haben.
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Mitverantwortlich für die Misere: Manager Uwe E. Jocham, der im vergangenen Frühling als CEO gehen musste.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Spitäler leiden unter chronisch kranken Finanzen
  • Missmanagement und Überangebot an medizinischer Versorgung belasten die Spitäler
  • Berner Inselspital investierte 670 Millionen Franken in neues Bettenhochhaus
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Peter AeschlimannRedaktor

Viele Spitäler hängen am Tropf, die Kantone erhalten sie künstlich am Leben. Ihr Leiden: chronisch kranke Finanzen.

Natürlich hat das mit der Einführung des Fallpauschalen-Systems 2012 zu tun. Selbstverständlich auch damit, dass es in der Schweiz ein Überangebot an medizinischer Versorgung gibt. Um das zu ändern, benötigt es weniger Lobbyismus im Parlament und die Abkehr vom Prinzip «Jedem Tal sein Spital».

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Es gibt aber noch eine weitere Ursache für klamme Kassen: Missmanagement. Der Fisch stinkt vom Kopf.

Trotz zuletzt roter Zahlen leistete sich etwa das Berner Inselspital ein neues Bettenhochhaus für 670 Millionen Franken inklusive Deluxe-Abteilung. Zeitgleich führte man ein hochkomplexes neues Informatiksystem ein, das in den nächsten acht Jahren mit 83 Millionen Franken zu Buche schlägt. Im vergangenen Frühling musste Spitalmanager Uwe E. Jocham den Hut nehmen. Strategische Fehler, autoritäre Führung und miserable Kommunikation lauteten die Vorwürfe.

Nun sucht die Insel-Gruppe per Inserat nach einer Nachfolge für den CEO-Posten. Im Anforderungsprofil steht explizit nicht, dass die Person einen ärztlichen Background vorweisen müsse.

Uwe E. Jocham war gefeierter Pharmamanager, ehe er im Inselspital scheiterte. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass Betriebe wieder von Menschen geführt werden, die das Kerngeschäft aus eigener Erfahrung kennen.

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