Millionenskandal
Die Ruag muss Antworten liefern

Seit Jahren sorgt die Ruag für Negativschlagzeilen. Bundesrat Martin Pfister muss endlich handeln.
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Die Ruag steckt voller Probleme, kommentiert Bundeshaus-Redaktor Raphael Rauch.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

  • Die Ruag wird von der Ständeratskommission als korruptes Unternehmen bestätigt
  • Zürcher Kanzlei kassiert 15 Millionen Franken für Untersuchung seit August 2023
  • Die Eidgenössische Finanzkontrolle führte 24 Prüfberichte zur Ruag durch
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats bestätigt schwarz auf weiss, was Blick schon vor Jahren aufgedeckt hat: Die Ruag ist ein korruptes Unternehmen, das Whistleblower nicht ernst nahm, kaltstellte und rausmobbte. Gut bezahlte Manager schauten ebenso weg wie Bundesrätin Viola Amherd. Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat zwar in 22 Prüfberichten die Ruag analysiert, aber nicht laut genug Alarm geschlagen. Sie haute erst dann auf den Tisch, nachdem deutsche Behörden ein Verfahren gegen einen Walliser Ruag-Manager eröffnet hatten.

Leider sind die Probleme der Ruag nicht Vergangenheit, sondern immer noch aktuell. Die Geschäftsprüfungskommission erwähnt eine einzelne Whistleblowing-Meldung aus dem Jahr 2019. Es hat aber viel mehr anonyme Hinweise gegeben. Was ist aus ihnen geworden? Wann werden diese aufgearbeitet? Die Ruag weigert sich, hierzu Stellung zu nehmen.

Kanzlei kassiert Millionen

Und schon gibts den nächsten Skandal: Eine Untersuchung der Zürcher Kanzlei Niederer Kraft Frey ist immer noch nicht abgeschlossen. Seit August 2023 untersuchen Anwälte den Ruag-Komplex, was einen zweistelligen Millionenbetrag kosten dürfte. Eine Goldgrube für die Anwaltskanzlei und ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahler. Warum dauert die Untersuchung so lange? Warum ist sie so teuer?

Die Ruag muss viele Antworten liefern. Doch CEO Ralf Müller und Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli meiden Interviews wie der Teufel das Weihwasser. Es wird Zeit, dass Bundesrat Martin Pfister als Eigner den Tarif durchgibt – und die Ruag zwingt, die vielen offenen Fragen zu beantworten.

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