Verschreibungstrend Ritalin
Wenn Tabletten zur Standardlösung werden

Ritalin wird in der Schweiz immer häufiger verschrieben. Jetzt sind Eltern, Schulen und Ärzte gefragt, meint Blick-Redaktor Jeremy Goy.
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Die Ritalin-Verschreibungen in der Schweiz nehmen zu.
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Jeremy GoyRedaktor

Statistiken zeigen: In der Schweiz wird immer mehr Methylphenidat verordnet. Gefährlich ist dabei, dass wir damit andere Therapien wie etwa Verhaltenstrainings oder Veränderungen im Schulumfeld weniger interessant machen. Die Schuld nur bei jemandem zu suchen, wäre falsch. Es geht vielmehr um das Zusammenspiel von Eltern, Schulen und Ärzten.

Die steigende Zahl der Verschreibungen deutet darauf hin, dass das Medikament in der Gesellschaft zunehmend akzeptiert wird. Leistungsdruck, Vergleiche mit anderen und die Erwartung, dass Probleme sofort gelöst werden müssen, verstärken diesen Trend. Die Schulen machen bei den Eltern Druck zur Abklärung, Diagnosen nehmen zu und Medikamente werden früh in Betracht gezogen. Auch wenn andere Massnahmen noch nicht ausgeschöpft sind. Die Tabletten sind schnell da, die anderen Massnahmen brauchen Zeit und viel Ressourcen. Wenn die Zeit fehlt, greift man zur Pille. Das hilft kurzfristig, kann aber langfristig gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Grosse Verantwortung tragen Ärztinnen und Ärzte. Viele verschreiben die Medikamente sorgfältig, der Druck von aussen kann aber dazu führen, dass der Griff zur Tablette zu früh erfolgt. Die Gefahr des Missbrauchs steigt. Hier muss etwas geschehen. Strengere Richtlinien für die Verschreibung, Unterstützung seitens der Schule und aufklärende Gespräche. Das ist nur ein kleiner Teil von vielen Möglichkeiten.

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