Auf Tiktok spielen sich junge Streamer als «Pedo-Hunter» auf. Sie streamen ohne Rücksicht auf Persönlichkeits- und Datenschutzrechte, wie sie angebliche Pädophile entlarven. Dabei bewegen sie sich nicht nur rechtlich auf dünnem Eis, sondern bringen auch andere in Gefahr.
Ihr Ziel sind Klicks, Follower und Geld – und mit Sicherheit nicht der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Auch die Plattformen tragen Verantwortung: Tiktok muss verhindern, dass solche Streams an Beliebtheit gewinnen.
Die Pädokriminalität im Netz hat während der Corona-Pandemie zugenommen. Dabei ist es für die Polizei unmöglich, alle Betroffenen aufzuspüren. Doch junge Streamer sind keine Lösung für das Problem. Nur professionell geführte Ermittlungen führen tatsächlich zur Verurteilung.
Es ist traurig, dass manche Menschen das Leid von betroffenen Kindern und Jugendlichen für ihre eigene Reichweite missbrauchen. Kinder schützen heisst, Verantwortung zu übernehmen, nicht, sich selbst zu profilieren.
Wenn Privatpersonen damit beginnen, Polizisten zu spielen, und dabei noch Klicks und Follower erhalten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ihnen weitere folgen. Der Schutz Minderjähriger muss Aufgabe der Behörden bleiben.