Darum gehts
- Preisüberwacher greift bei digitalen Marktplätzen ein, untersucht Preise und interveniert
- Booking.com erhielt eine Preisverfügung, Rechtsweg wird genutzt
- Ab April 2026: Änderungen bei SMG Group und Ricardo für mehr Transparenz
Digitale Marktplätze führen die, die etwas anbieten, und die, die etwas nachfragen, zusammen. In der Regel sind es diejenigen, die etwas anbieten wollen, die die Dienste des Marktplatzes bezahlen. Wenn nun ein Marktplatz sehr beliebt ist und dementsprechend sehr stark genutzt wird, führt oft kein Weg an ihm vorbei, wenn man seine Produkte erfolgreich vertreiben will.
Konkret gefragt: An welche Plattform denken Sie zuerst, wenn Sie ein Hotel online buchen wollen? An welche, wenn Sie eine Wohnung mieten oder kaufen wollen? Und wo würden Sie privat Dinge, die Sie nicht mehr brauchen, verkaufen? Ich denke, ich muss keine Namen nennen, denn wir alle haben ziemlich sicher dieselben Namen im Kopf.
Wenn der Wettbewerb unter den Marktplätzen nicht stark genug ist, um wirksam deren Preise auszutarieren, dann ist nach den Buchstaben des Gesetzes der Preisüberwacher auf den Plan gerufen. Mein Team und ich haben diesen «Ruf» schon vor einiger Zeit gehört und sind aktiv geworden. Wir haben die Preise mehrerer digitaler Marktplätze genauer untersucht und dabei Handlungsbedarf verortet.
Die darauffolgenden Interventionen haben zu ersten Resultaten geführt. So haben wir der Hotelbuchungs-Plattform Booking.com eine Preisverfügung ins Haus geschickt. Mir wäre zwar eine einvernehmliche Lösung lieber gewesen, aber leider wurde die nicht gefunden. So wird es länger dauern, bis wir eine Wirkung sehen können, denn dem Unternehmen steht natürlich der Rechtsweg frei und den nutzt es auch.
Erfreulicher verliefen die Verhandlungen mit der SMG Group hinsichtlich deren grossen Immobilien-Plattformen und der (Wieder-)Verkaufsplattform Ricardo. In beiden Fällen konnten wir eine einvernehmliche Lösung erzielen, die ein transparenteres Angebot bzw. Sparpotenzial für die Inserentinnen und Inserenten bedeutet. Spätestens ab April dieses Jahres werden die Neuerungen spürbar.
Drei Ausrufezeichen sind also bereits gesetzt und ich kann Ihnen versprechen, dass wir die Augen hier weiterhin sehr weit offen haben.