Im Zürcher Quartier Leimbach wohnen die einfachen Leute: ein Arbeiterquartier, wie man früher sagte – besiedelt von bescheidenen Bürgern der reichen Stadt, die frühmorgens zur Arbeit gehen und ansonsten ihr Alltagsleben in Wohnhäusern und Wohnblöcken zubringen.
Vier Prozent der Bevölkerung von Leimbach sind Asylsuchende – wesentlich mehr, als die kantonale Vorgabe von 1,6 Prozent vorsieht. Nun sollen im jüngst geschlossenen Gesundheitszentrum für das Alter Mittelleimbach weitere Asylbewerber untergebracht werden: Männer, Maghrebiner, Muslime – fremder gehts nicht.
Jetzt wehrt sich der Quartierverein gegen diese Nutzung des seit August leer stehenden Hochhauses mit einer Petition unter dem Titel «Gnueg isch gnueg» auf Züridüütsch – einheimischer gehts nicht.
Die Bürger des Quartiers beschreiben auch, was ihre Sorgen sind: Sie befürchten die zunehmende Gefährdung der öffentlichen Ordnung, den Druck auf die Schulen – «das subjektive Sicherheitsempfinden» vieler Leimbacher habe sich in den vergangenen Jahren ohnehin «deutlich verschlechtert».
Die Leimbacher sehen sich konfrontiert mit einer Migranten-Kultur, die ihre Wurzeln im hierarchischen Denken voraufklärerischer Zeiten hat: männlich-autoritär, patriarchalisch, frauenfeindlich. So ziemlich das Gegenteil von Freiheit und Gleichheit, wie sie die moderne westliche Lebenswirklichkeit bestimmen.
Dieser Kultur und der Ideologie, die dahintersteht, möchte die Petition «Gnueg isch gnueg» Grenzen setzen. Sind die Werktätigen, die sich nun wehren, deshalb Feinde des Islam?
Fremdenfeinde?
Sie sind Opfer eines Phänomens, das auch aus anderen Städten bekannt ist: Die «Menschen aus dem globalen Süden» werden herbeigelockt von linksgrünen Schalmeienklängen – willkommen geheissen als Schutzsuchende, denen in der reichen westlichen Gesellschaft eine Heimstatt gewährt werden müsse. Die Frage, die sich stellt: Heimstatt wo? Die Antwort: beispielsweise in Leimbach.
Ja, genau so läuft das: Offene Grenzen für Fremde, die in Europa, die in der Schweiz Teilhabe fordern am sozial gesicherten Wohlstand, was ihnen ja nicht zu verargen ist – offene Arme für arme Leute. Doch wohin mit ihnen? Vor die Türen ihrer Wohltäter in schicken und angesagten Wohngegenden? So haben es die Lobredner des Asylantismus allerdings nicht gemeint.
Darum landen die Einwanderer zuhauf und vor allem in den Quartieren derer, die nicht nach ihnen gerufen haben: in den Arbeitervierteln.
Klasse zur Klasse.
Grün-rote Sprösslinge wohlbestallter Milieus betrachten die Neuankömmlinge als ihr Spielzeug: Mit den Einwanderern aus bedrängten Gesellschaften lässt sich politisch ausgezeichnet hantieren. Endlich wieder eine abhängige Klientel, nachdem die Leimbacher Werktätigen längst zu selbstgewissen Bürgern geworden sind – untauglich als Proletarier, die man, von oben nach unten, in revolutionärem Geiste gängeln kann.
Zürich ist in der Schweiz die Modellstadt linksgrüner Machtentfaltung, nicht nur, was die armseligen Asylanten betrifft. Ein jüngstes Beispiel belegt, worum es letztlich geht: um Befehlsgewalt. Was ist es denn sonst, wenn die akademisch-elitären Machthaber bestimmen, dass den Schülern in einem Stadtzürcher Herbstlager künftig weniger Fleisch aufgetischt werden soll? Gemüse auf dem Teller als des Bürgers Klima-Pflicht!
Die Hörsaal-Linke hat erkannt: Wer den Speiseplan bestimmt, der hat die Befehlsgewalt.
Den Leimbachern seis hinter die Ohren geschrieben.
«Gnueg isch gnueg!»