Top 10
Die schönsten Filmfestivals des Jahres

Clooney in Cannes, Arthouse in den Rockies, Openair-Kino auf der Piazza: Diese Filmfestivals sind eine Reise wert. Auf zu Premieren mit Meeresblick, 1001-Nacht-Feeling und Belle-Époque-Charme.
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Südfrankreich ist pure Magie – da macht auch die Stadt Cannes keine Ausnahme. Besonders magisch: die Tage während des Filmfestivals.
Foto: Shutterstock
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Christian BauerReise-Journalist

Cannes (Frankreich) – Magie an der Côte d’Azur

Die Magie des Kinos wird nirgends so greifbar wie in Cannes. Wenn sich die Crème de la Crème der Schauspieler und Regisseure unter der südfranzösischen Sonne ihr Stelldichein gibt, erinnert die gesamte Inszenierung an ein Märchen. Überhaupt Cannes: Tagsüber flaniert man über die Croisette zwischen Palmen, Luxus-Boutiquen und Strandclubs. Wer zwischen zwei Screenings Luft braucht, steigt in die Altstadt Le Suquet hinauf, trinkt einen Espresso mit Meerblick oder setzt zu den Îles de Lérins über – mediterranes Insel-Feeling inklusive. Und abends glitzert der rote Teppich vor dem Palais, während George Clooney, Margot Robbie und Co. darüber flanieren. Wow.

Tickets zu den Aufführungen sind für reguläre Gäste so gut wie nicht zu bekommen. Mit einer Ausnahme: Das Cinéma de la Plage, die Open-Air-Screenings am Strand von Cannes, ist kostenlos und steht allen offen.

Tipp: Parallel zum offiziellen Filmfestival findet die unabhängige Quinzaine des Cinéastes statt, die zeitgenössische Produktionen für jedermann zeigt.
Daten 2026: 12.–23. Mai
www.festival-cannes.com

Karlsbad (Tschechien) – Kurstadt mit Kino-Patina

Karlsbad ist einer der berühmtesten Kurorte Europas – und daher zu Recht Unesco-Welterbe. In der Zeit der Belle Époque pilgerten die Reichen, Schönen und Mächtigen zu den Thermalquellen der Stadt, um zu baden und zu trinken. Dementsprechend luxuriös wurde Karlsbad um das Jahr 1900 ausgebaut. Die Luxushotels und Bäder von einst existieren noch heute und bieten eine perfekte Kulisse für ein Filmfestival – übrigens das drittälteste der Welt. Im Jahr 1946 – ein paar Wochen vor dem ersten Filmfest in Locarno – wurden hier die ersten Streifen gezeigt.

Das Internationale Filmfestival Karlovy Vary zählt zu den 13 A-Festivals von weltweiter Bedeutung. Filme werden an mehreren Orten in der Stadt gezeigt, unter anderem in historischen Luxushotels. Und eines gehört zu jedem Besuch in Karlsbad dazu: ein Wellnesstag.

Tipp: Für reguläre Besucher sind Einzeltickets und Festivalpässe verfügbar.
Datum 2026: 3.–11. Juli
www.kviff.com

Ischia (Italien) – Kino trifft Wellness

Die Insel Ischia im Golf von Neapel liegt im touristischen Schatten der Nachbarinsel Capri – ist aber nicht minder malerisch und diente daher schon für manchen Streifen als Filmlocation. Gedreht wurden hier beispielsweise Der talentierte Mr. Ripley (1999) sowie die berühmte Seeschlacht im Film Cleopatra (1963) mit Elizabeth Taylor und Richard Burton. Mittlerweile sind die Filmproduktionen zurückgegangen, dafür lockt man Cineasten seit 2003 mit einem Filmfestival auf die Insel. Als Location dienen mehrere Open-Air-Spots in der Burg, die mächtig den Hauptort überragt.

Ansonsten ist Ischia für Thermalquellen und Wellnesshotels bekannt. Ein Trip zum Filmfestival lässt sich also gut mit Entspannungsferien verbinden.

Tipp: Tickets zu den Vorführungen gibt es online und an der Abendkasse.
Daten 2026: 12.–19. Juli
www.ischiafilmfestival.it

Locarno (Schweiz) – Kino unter Sternen

Man hört es im Tessin nicht gerne, aber der südliche Kanton ist Provinz. Schön, lieblich, voller Lebensfreude, sonnendurchflutet – aber kein Ort von kosmopolitischer Bedeutung. Mit einer Ausnahme: die Piazza Grande von Locarno, jener Ort, wo eine weltmännische Grandezza aufleuchtet. Highlight sind die Filmaufführungen während des Filmfestivals auf dem Platz, der mit 8000 Zuschauern zum grössten Freiluftkino der Welt wird.

Tipp: Tickets gibt es online oder vor Ort. Nebst Einzeltickets werden auch Tages- und Festivalpässe angeboten.
Datum 2026: 5.–15. August
www.locarnofestival.ch

Venedig (Italien) – Filmkunst zwischen Lagune und Strand

Vom Badehandtuch direkt in den Kinosessel: Die Mostra – so der italienische Name des Festivals – geht auf dem Lido über die Bühne, Venedigs kilometerlangem Sandstrand. Vormittags Strandspaziergang, danach Filmpremieren, nachts mit dem Vaporetto zurück in die Stadt zu den Afterpartys. Wer eine Pause vom Glamour braucht, verliert sich in Venedigs Gassen und Kanälen, wo man sich wie in einem Filmset fühlt und den einen oder anderen Star erspäht. Die Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica di Venezia ist ganz grosses Kino.

Tipp: Tickets gibt es auch für reguläre Besucher. Der Vorverkauf startet einige Tage vor dem Festival.
Datum 2026: 2.–12. September
www.labiennale.org

Telluride (USA) – Arthouse auf 2600 Metern

Telluride ist das Gegenteil von rotem Teppich und Glitzer-Glamour: ein kleiner Goldgräberort in den Rocky Mountains mit etwa 2500 Einwohnern. Dieser historische «Small-Town-Flair» macht den Reiz aus. Tagsüber wandert man zu Aussichtspunkten auf über 2600 Metern, fährt mit der kostenlosen Gondel ins Mountain Village (dem winterlichen Skigebiet) oder geniesst die Vintage-Wild-West-Nostalgie. Abends gibt es dann neue Filme, teilweise auch Premieren in verschiedenen Venues – und hie und da einen Blick auf einen Promi. Ethan Hawke hat beispielsweise letztes Jahr einen Ehrenpreis eingeheimst.

Tipp: Zugang zu den Vorführungen gibt es mit einem Festivalpass.
Datum 2026: 4.–7. September (immer am Labor-Day-Wochenende)
www.telluridefilmfestival.org

Busan (Südkorea) – Grossstadt-Kino mit Meeresbrise

In Asien werden weit mehr Filme produziert als in Hollywood – auch wenn die Amerikaner weltweit die Filmbranche dominieren. Wer sich für asiatische Filme interessiert, sollte sich nach Busan aufmachen: die zweitgrösste Stadt Südkoreas, deren Filmfestival sich auf Produktionen asiatischer Newcomer spezialisiert hat. Busan gilt als die kleinere, weniger hektische Schwester der Hauptstadt Seoul. Insbesondere im Sommer sind die sechs Stadtstrände als Feriendestination bei den Koreanern beliebt. Und wie überall in Südkorea lohnt sich zudem eine Genuss-Tour durch Strassenstände und Restaurants.

Tipp: Tickets gibt es für reguläre Besucher über verschiedene Onlineportale.
Datum 2026: 16.–25. September
www.biff.kr

San Sebastián (Spanien) – Atlantik, Pintxos und Premieren

San Sebastián ist hauptsächlich ein Reiseziel für Foodies. Mit sechs Michelin-Sterne-Restaurants und einer lebendigen Gastroszene gilt die Stadt im Baskenland als eines der Top-Ziele Spaniens für Kulinarik-Freunde. Weniger bekannt ist, dass San Sebastián jeden Herbst ein kleines, aber feines Filmfestival ausrichtet. Die grossen Namen Hollywoods kommen hier selten vorbei, dafür entdeckt man internationale Filmperlen, die für jedermann zugänglich sind. Verliehen wird die Concha de Oro, die goldene Muschel – eine Anspielung auf den Stadtstrand «La Concha», an dem man auch noch im Herbst zu Zeiten des Festivals «sünneln» kann.

Tipp: Tickets gibt es auf der Website des Festivals. Der Vorverkauf startet kurz vor dem Festival.
Datum 2026: 18.–26. September
www.sansebastianfestival.com

Sarlat-la-Canéda (Frankreich) – Mittelalterkulisse für französisches Kino

Das Städtchen Sarlat ist das Herz der französischen Region Périgord Noir: Honigfarbene Steinhäuser, enge Gassen, süsse Boutiquen – romantischer wird Frankreich kaum. In dieser Kulisse läuft seit über 30 Jahren das Festival du Film de Sarlat: Im Zentrum steht französisches Kino (oft als Vorpremiere) mit einer Auswahl internationaler Filme, vorgeführt vor allem im Cinéma Rex mitten im Ort – mit dem netten Nebeneffekt, dass man nach dem Screening in fünf Minuten bei Foie gras, Trüffeln oder einem Glas Rotwein landet.

Tipp: Tickets laufen über die Billetterie des Cinéma Rex – beliebte Abende früh sichern, mittags ist es entspannter.
Datum 2026: 3.–7. November
https://festivaldufilmdesarlat.com

Marrakesch (Marokko) – Filmnächte in 1001 Nacht

Gegründet im Jahr 2001, ist das Filmfestival von Marrakesch eines der jüngsten internationalen Top-Filmfestivals – und hat sich schon zum wichtigsten Festival für internationales Kino Afrikas gemausert. Ziel ist der Austausch von Kulturen durch die Kunstform des Films. Der Austragungsort könnte kaum besser gewählt sein: Marrakesch liegt seit jeher an wichtigen Handelswegen, entlang derer nicht nur Waren, sondern auch Ideen und Weltanschauungen transportiert wurden. Zudem fasziniert die Stadt im Süden Marokkos durch die Altstadt mit ihren Myriaden von Gassen, den ockerfarbenen Mauern, den Platz Djemaa el-Fna und das Chaos auf den Märkten – ein Filmset im echten Leben.

Tipp: Tickets zu den Screenings sind kostenlos. Nötig ist ein E-Pass, der allerdings keinen Platz bei den Vorführungen garantiert (begrenzte Zuschauerzahl).
Datum 2026: 20.–28. November
https://marrakech-festival.com

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