Unterwegs in Thailand
Ist Krabi das neue Phuket?

Puderweisse Strände, Hunderte Inseln und viel Fun: Die Provinz Krabi bietet alles, wovon man in Thailandferien träumt. Und das ohne die Besuchermassen anderer Destinationen. Unser Reiseredaktor Christian Bauer hat sich vor Ort umgesehen.
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Die von Kalkfelsen eingerahmte Halbinsel Rai Leh Beach bei Krabi ist nur per Boot erreichbar und gilt als einer der schönsten Strände Thailands.
Foto: stock.adobe.com

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Krabi bietet Traumstrände, Inselhopping und ruhige Alternativen wie Railay Beach
  • Lokale Initiative verwandelt Meeresabfälle in Taschen und Schlüsselanhänger
  • Ao Nang Strandpromenade: 2 km mit Restaurants, Night Markets und Unterhaltung
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Christian BauerReise-Journalist

Es gibt diese Ferientage, an denen man weiss: Genau deshalb bin ich hergeflogen. In Krabi erlebe ich dieses Gefühl auf einer privaten Longtail-Bootstour durch die Inselwelt vor der Küste. Wir legen an einem einsamen Strand an. Der Kapitän hockt rauchend auf der Reling, am Bug flattern bunte Bänder im Wind, Gaben für die Schutzgöttin der Boote und Seeleute. Ich geniesse im Schatten einer Palme Curry und Garnelen mit den Füssen im Sand. Ausser uns ist niemand an diesem kleinen Strand auf einer der vielen Inseln in der Andamanischen See. Es ist einer dieser Ferienmomente, die zu perfekt sind, um wahr zu sein.

Krabi – relaxter als andere Beachdestinationen

Krabi gilt für viele als spannende Alternative zu bekannteren Beachdestinationen wie Phuket oder Ko Samui – nicht zuletzt, weil die Region trotz Tourismus oft etwas kompakter und weniger erschlagend wirkt. Krabi verbindet Inselhopping, gute Hotelinfrastruktur und kurze Wege.

Ich quartiere mich für eine Woche in Ao Nang ein, dem touristischsten Spot am Festland in der Nähe der Provinzhauptstadt Krabi. Der Ort ist belebt, aber überschaubar: Der eigentliche Touri-Abschnitt zieht sich nur über rund zwei Kilometer Strandpromenade. Dort gibt es alles, was man an einer thailändischen Beachdestination erwartet – Restaurants, Bars, Night Markets und Muay-Thai-Unterhaltung am Abend.

Fast jeden Abend sitze ich dort mit einem Thai Milk Tea in der Hand und schaue zu, wie der Himmel zuerst golden und später violett schimmert. Draussen liegen die Inseln mit ihren schroffen Formen wie Schatten im Wasser. Dazu ein Pandan-Biskuitküchlein vom 7-Eleven – perfekt. Später zieht es mich meist weiter zum Landmark Night Market. Dort esse ich mich durch Currys, Nudelsuppen und Phat Thai, während es an allen Ecken brutzelt, zischt und dampft. Ao Nang ist wahrlich kein Geheimtipp, aber ein Ort, der einen trotz Touristen aus aller Welt nicht erschlägt.

Tipp: Wer es ruhiger mag, sollte eher am Klong Muang Beach absteigen. Dort geht es entspannter zu, viele Restaurants liegen direkt am Strand. Noch spektakulärer ist Railay Beach mit seiner dramatischen Felskulisse und kleineren Boutiquehotels.

Krabi bietet viele Ausflugsmöglichkeiten

Nach ein paar Tagen zwischen Strand, Boot und Sonnenuntergang meldet sich bei mir jedes Mal der Wunsch nach etwas anderem. Nur Meer und Liegestuhl reichen irgendwann eben doch nicht ganz – darum mache ich mich auf zum Ort Ban Nai Nang im Hinterland.

Dort haben sich Bewohner zusammengetan, um Erlebnisse anzubieten, bei denen Besucher mehr über Ökologie und Landwirtschaft der Region erfahren. Ich hänge Brutkästen für Wildbienen an Kokospalmen, paddle durch Mangroven und stehe später mit älteren Frauen aus dem Dorf in einer Küche, um einen Bananen-Kokosnuss-Nachtisch zuzubereiten. Beim Einwickeln in Bananenblätter stelle ich mich so ungeschickt an, dass sich selbst die Damen ihr Lachen nicht verkneifen können.

Später sitze ich mit meinem warmen Dessert unter einem Maracuja-Baum. Die Füllung ist süss, weich und klebrig, irgendwo zwischen Griessbrei und Kokospudding. Es ist ein völlig anderer Krabi-Moment als am einsamen Inselstrand – nicht für Instagram, nicht glamourös, aber genauso einprägsam.

Fazit: Wer in Thailand schöne Strände sucht, aber nicht zwingend mitten im ganz grossen Dauertrubel landen will, ist in Krabi gut aufgehoben. Ao Nang funktioniert als praktische Basis, Railay und Klong Muang sind die ruhigeren Alternativen – und im Hinterland wartet eine Seite der Region, die mehr ist als Ferienkulisse.

Diese Erlebnisse sollte man in Krabi nicht verpassen

Inselhopping 

Ab Ao Nang werden Bootstouren zu verschiedenen Inseln angeboten – auch zu den berühmten Phi-Phi-Inseln. Näher und ebenso schön ist ein Ausflug zu den Hong Islands. Während der Tagestour werden in der Regel drei Spots angefahren.

Souvenirs from the Sea 

Die Grafikdesignerin Wiyada Koosanti hat eine charmante Upcycling-Initiative ins Leben gerufen: Souvenirs from the Sea, bei der aus maritimen Abfällen Taschen und Schlüsselanhänger hergestellt werden. Bei einem kurzen Workshop im schönen Café der Initiative kreiert man aus Fischernetzen eine Umhängetasche, die man nach Lust und Laune verzieren kann – ideal für die Badesachen.

Sonnenuntergang auf den Khao Thong Hills 

Für ein romantisches Sonnenuntergangsdinner empfiehlt sich das Restaurant auf den Khao Thong Hills, das etwa eine halbe Stunde von Ao Nang entfernt ist. Bei feinem Thaifood geniesst man von hier den Sonnenuntergang über der Inselwelt der Provinz Krabi.

Kayaking im Klong Nam Sai 

Das südliche Thailand mit seinen kegelförmigen Bergen diente schon in so manchem Film als Kulisse. Am berühmtesten ist der James-Bond-Felsen, der im Film «Der Mann mit dem goldenen Colt» (1974) vorkommt. Neuer als der James-Bond-Schinken ist der Film «Jurassic World: Rebirth» von 2025. Gedreht wurde diese Dinosauriergeschichte unter anderem am See und Fluss Khlong Nam Sai. Hier kann man mit Kajaks die türkisfarbene Wasserwelt erkunden und im Fluss baden.

Thaifood im namenlosen Restaurant 

Die Restaurants in den touristischen Zentren sind gut, bedienen aber den Geschmack internationaler Gäste. Wirklich wie ein Einheimischer isst man in dem kleinen Open-Air-Restaurant neben dem 7-Eleven in Ao Nam Mao, das keinen Namen hat, in dem es aber sehr feine Gerichte gibt. Mein Tipp: das frische Kokosnussglace zum Dessert.

Stilvoll geniessen im Restaurant RuenMai in Krabi 

Hier sitzt man in offenen Pavillons in einem grossen Garten und geniesst sehr hochwertige thailändische Spezialitäten.

Hoteltipp: Nur wenige Meter vom Strand und von der Promenade mit Restaurants und Clubs in Ao Nang entfernt befindet sich das Pakasai Resort. Das Vier-Sterne-Hotel mit seinen verschiedenen Gebäuden liegt in einem grossen Gartengrundstück, durch dessen Bäume Affen hangeln. Highlight sind ein Infinitypool, ein hauseigenes Restaurant und ein umfangreiches Frühstück, das in einem offenen Pavillon serviert wird. Und wem es im tropischen Thailand zu heiss wird, der kann im Wellnesscenter ein Eisbad nehmen.

Travel Guide

Hinkommen: Nach Krabi geht es mit Thai Airways mit einmaligem Umsteigen in Bangkok.

Reinkommen: Die Einreise nach Thailand ist unkompliziert. Es genügt ein Reisepass, der noch sechs Monate gültig sein muss. Für touristische Zwecke darf man sich 30 Tage im Land aufhalten. Vor Ort lässt sich die Aufenthaltsdauer leicht um weitere 30 Tage verlängern. Neu muss vor der Einreise die elektronische Einreisekarte ausgefüllt werden.

Rumkommen: Ich empfehle die App Grab, die thailändische Variante von Uber. Das erspart das nervige Handeln mit Taxi- und Tuk-Tuk-Fahrern.

Informationen: tourismthailand.ch

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