Darum gehts
- Einreise und Anreise: neue Visumspflicht (online) seit April 2025 sowie Direktflüge ab Zürich; wichtige Dokumente (Versicherung/Rückflug) sind bei Einreise vorzulegen
- Mobilität: Mietwagen (SUV/4x4) sind für Roadtrips auf Linkskurs und Schotterpisten essenziell, da öffentlicher Verkehr kaum existiert
- Kosten und Highlights: Von Budget-Camping bis Luxus-Safari (90–650 Fr./Tag) bietet das Land Highlights wie den Etosha-Park und die Sossusvlei-Dünen
Anreise: Wie komme ich nach Namibia?
Neu fliegt Edelweiss Air von Zürich nonstop nach Windhoek. Flugdaten: von Juni bis Oktober jeweils zweimal pro Woche.
Ausserhalb dieser Monate führen gängige Routen mit einmaligem Umsteigen nach Windhoek – beispielsweise über Frankfurt (Lufthansa) oder Addis Abeba (Ethiopian Airlines).
Einreise: Welche Bestimmungen gelten?
Für Schweizer und EU-Staatsangehörige gelten seit 1. April 2025 neue Regeln: Namibia verlangt ein Visum, das im Voraus online beantragt werden kann. Das Visum gilt für 90 Tage und beinhaltet mehrere Einreisen. Sprich: Wer bei seiner Tour mehrere umliegende Länder bereisen will, muss bei einer Rückreise nach Namibia kein neues Visum beantragen.
Wichtig: Bei der Einreise müssen ein Rückflugticket, ein Reiseversicherungsnachweis in englischer Sprache und Hotelbuchungen vorgelegt werden. Wer mit minderjährigen Kindern reist, muss eine internationale Geburtsurkunde vorweisen können. Reist das Kind nur mit einem Elternteil, muss eine «Reisegenehmigung» des zweiten Elternteils vorgelegt werden.
Unterwegssein: Wie bewege ich mich vor Ort?
Namibia ist Roadtrip-Land. Der öffentliche Verkehr ausserhalb der grossen Zentren ist praktisch inexistent. Die Schönheit Namibias lässt sich daher am besten mit einem Mietwagen erkunden – allerdings stellt das «Roadtrippen» so manche Anforderungen: In Namibia fährt man auf der linken Seite, ausserhalb der Hauptachsen bestehen die Strassen hauptsächlich aus Schotter, zudem müssen lange Strecken zurückgelegt werden – die Fahrzeiten wirken auf der Karte kürzer, als sie sind.
Mietwagen: Für klassische Routen reichen oft SUV/High-Clearance-Fahrzeuge; für sehr abgelegene Tracks, Tiefsandfahrten und intensive Offroad-Erlebnisse ist ein 4x4 essenziell. Wichtig: Bei der Anmietung auf Versicherungsdeckung für «Gravel Roads», Steinschlag an Glas und Reifenschäden, achten.
Inlandsflüge: In Namibia gibt es zudem eine Handvoll Inlandsflüge. Für abgelegenere Lodges werden Safari-Shuttle-Flüge angeboten, die entweder über die Lodges oder das Reisebüro gebucht werden können.
Shuttle: Der Anbieter Go2 bietet zudem Shuttlebusse zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Preise pro Strecke: etwa 40 Franken. Von den Haltestellen geht es mit Shuttle-Transfers zu den Unterkünften.
In Städten: In Windhoek und Umgebung bewegt man sich am besten per Taxi, das über Ride-Hailing-Apps wie LEFA oder Yango gebucht werden kann.
Kosten: Ist Namibia ein teures Reiseziel?
Namibia wirkt nur auf den ersten Blick wie ein günstiges Reiseland, denn Mietwagen und Safarilodges gehen ins Geld. Mit diesem Budget sollte man rechnen:
- Budget: ca. 90–140 Fr. pro Tag. Camping oder einfache Guesthouses, selbst kochen, wenige geführte Aktivitäten
- Mittelklasse: ca. 180–280 Fr. Gute Lodges/Guesthouses, einzelne geführte Touren, bequemer SUV
- Luxus: ca. 350–650 Fr. Top-Lodges, Fly-in-Safaris, private Game Drives, Boutique-Camps in Toplagen
Tipp: Wer auf sein Budget achten und dennoch tolle Safarierlebnisse geniessen möchte, sollte günstigere Campingplätze ansteuern, statt teure Lodges.
Stay connected: Internet und SIM
Stabiles WLAN findet man in den Einrichtungen der grossen Städte und in den meisten Lodges. Ausserhalb der Siedlungen und der Hauptrouten ist die Netzabdeckung wechselhaft und in der Regel eher langsam – dennoch lohnt sich eine lokale SIM-Karte für Navigation und Taxi-Apps.
Beste Option sind die Datenpakete des Providers MTC, die es schon für wenige Franken gibt. Bei der Ankunft am Flughafen kann man die SIM-Karten erwerben; hier hilft man auch bei der Aktivierung.
Stay safe: Ist Namibia ein sicheres Reiseland?
Namibia gilt insgesamt als sicheres Reiseland. Nebst Alltagdiebstahl in Städten geht die grösste Gefahr für Reisende vom Verkehr und den Strassenverhältnissen aus. Bei Fahrten auf Schotterpisten genügend Abstand halten (Steinschlag) und in der Dämmerung auf Wildwechsel achten. Idealerweise auf Nachtfahrten verzichten.
Die gängigen Reise-Sicherheitsregeln sollte man natürlich auch in Namibia befolgen: Wertsachen im Hotelsafe lassen oder nahe am Körper tragen, Taxis über Apps buchen und Warnungen zu No-Go-Areas ernst nehmen.
Gesundheit: Worauf muss man achten?
Das Klima in Namibia ist trocken und heiss. Das bedeutet: Die fiesen tropischen Krankheiten aus anderen Teilen Afrikas gibt es hier kaum – dennoch ist auch in Namibia erhöhte Vorsicht geboten.
Wichtig sind konsequenter Sonnenschutz und genügend Flüssigkeitszufuhr. Man schwitzt in trockenen Klimaten mehr, als es den Anschein hat. Eventuell kann eine zusätzliche Elektrolytzufuhr (beispielsweise durch Brausetabletten) sinnvoll sein.
Malaria: Das Risiko ist generell moderat, sodass meist ein guter Mückenschutz und die Mitnahme eines Notfallmedikaments genügen. Dennoch sollte man die Reiseroute mit einem Facharzt besprechen – je nach Reisezeit und Ort kann auch eine Prophylaxe angezeigt sein.
Wasser: Auch wenn Leitungswasser teils als trinkbar gilt, sollte man generell auf abgepacktes Wasser zurückgreifen.
Impfungen: Nebst den Standardimpfungen ist eine zusätzliche Hepatitis-A-Impfung sinnvoll. Eine Gelbfieberimpfung ist nicht notwendig. Weitere Informationen auf bietet die Schweizer Infostelle für Reisemedizin.
Kauderwelsch: Wie verständigt man sich in Namibia?
Amtssprache ist Englisch; in touristischen Regionen klappt die Verständigung problemlos. In einigen Teilen des Landes, insbesondere in der Hauptstadt Windhoek, wird auch Deutsch gesprochen; teilweise sind Beschilderungen und Speisekarten auf Deutsch.
Welche ist die beste Reisezeit?
Namibia ist grundsätzlich ganzjährig bereisbar.
- Mai bis Oktober (Trockenzeit/Winter): angenehme Temperaturen mit klarer Sicht und ein Minimum an Mücken. Beste Zeit für den Etosha-Nationalpark, da sich die Tiere an Wasserstellen sammeln. Tolle Sternenhimmel, ideale Roadtripzeit
- November bis April (Sommer/Regenzeit): heiss, teils kurze kräftige Schauer; die Landschaft wird grüner und man erspäht mehr Jungtiere. In feuchten Regionen gibt es mehr Moskitos – konsequenter Mückenschutz.
Sightseeing: Was sollte man erlebt haben?
Sossusvlei und Deadvlei
Im Südwesten Namibias, tief im Namib-Naukluft-Nationalpark, liegt die berühmteste Dünenlandschaft des Landes: das Sossusvlei. Ein helles, trockenes Becken, umrahmt von Dünen, die je nach Tageszeit von Apricot bis Dunkelrot schimmern; dazwischen stehen die schwarzen Skelette des Kameldorns. Instagram-Paradies.
Tipp: Auf dem Weg in den Park, genau bei Kilometer 45, liegt die sogenannte Düne 45. Der Aufstieg ist kurz, aber steil; oben öffnet sich ein Blick über ein Dünenmeer, das wie eingefrorene Wellen wirkt.
Swakopmund – koloniales Erbe
An der zentralen Atlantikküste, zwischen Wüste und Ozean, liegt Swakopmund, der wichtigste Hafen während der deutschen Kolonialzeit. Hier haben sich Überbleibsel aus der Kolonie «Deutsch-Südwestafrika» erhalten. In der Umgebung werden Ausflüge in die Dünenfelder der Namibwüste angeboten.
Walvis Bay mit seiner Lagune
Rund eine halbe Stunde südlich von Swakopmund liegt Walvis Bay, auf Deutsch Walfischbucht. Die Lagune am Stadtrand zählt zu den wichtigsten Vogel-Spots des südlichen Afrikas: Flamingos und Pelikane sind oft schon vom Ufer aus zu sehen; auf Bootstouren entdeckt man zudem Robben und Delfine.
Etosha-Nationalpark
Im Norden Namibias liegt der Etosha-Nationalpark – Namibias wichtigste Sehenswürdigkeit. In der Trockenzeit sammeln sich Elefanten, Löwen, Geparden und verschiedene Antilopenarten an den Wasserstellen. Der Etosha ist für Selbstfahrer ausgelegt: breite Wege, die an den Wasserlöchern vorbeiführen.
Twyfelfontein – Unesco-Welterbe
Nordwestlich von Windhoek, zwischen Brandberg-Region und der kargen Weite Richtung Kunene, beginnt das Damaraland: felsig, rau und landschaftlich dramatisch. Twyfelfontein (Unesco-Welterbe) ist für Felsgravuren bekannt, die Jagd- und Tiermotive zeigen. In der weiteren Region leben an Trockenheit angepasste Wüstenelefanten.
Skeleton Coast – am Ende der Welt
Entlang der Nordwestküste, oberhalb von Swakopmund Richtung Henties Bay, beginnt die berüchtigte Skeleton Coast, die Küste der Skelette – so genannt wegen Hunderter Schiffswracks, die hier zerschellten. Zusammen mit der Wüste, die direkt bis an die Küste reicht, herrscht hier eine «Ende der Welt»-Atmosphäre.
Fish River Canyon
Im Süden Namibias, nahe der südafrikanischen Grenze, liegt der Fish River Canyon – einer der grössten Canyons der Welt: 160 Kilometer lang, bis zu 27 Kilometer breit und an manchen Stellen 500 Meter tief.
Für Schleckmäuler: Was sollte man probieren?
Kapana: beliebtes Streetfood, grillierte Fleischstücke, kräftig gewürzt, dazu Zwiebeln, Chilisauce und Brot
Biltong und Droëwors: Trockenfleisch und luftgetrocknete Wurst, ideale Snacks für Roadtrips
Game Meat (Oryx/Springbok/Kudu): Wildfleisch steht in vielen Lodges und Restaurants auf der Karte, insbesondere von verschiedenen Antilopenarten
Potjiekos: ein Eintopf, langsam geschmort im gusseisernen Topf
Oshifima: Im Norden Namibias, wo Hirse traditionell eine grosse Rolle spielt, gehört dieser Brei vielerorts zum Alltag. Mild, sämig und sehr sättigend – als Beilage zu Sossen, Fleisch oder Gemüse.
Namibische Austern: An der zentralen Atlantikküste, besonders rund um Walvis Bay, werden Austern gezüchtet.
Windhoek Lager: lokales Bier, gebraut nach bayerischem Reinheitsgebot