Mit Kindern im Kleinwalsertal
Ferien in der schönsten Sackgasse der Welt

Das Kleinwalsertal in Österreich ist eine Enklave, nur via Deutschland erreichbar. Doch Ferien in dieser Sackgasse sind unschlagbar. Vor allem dort, wo ein kleiner Schweizer das Sagen hat.
Publiziert: 20.09.2023 um 10:14 Uhr
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Aktualisiert: 21.09.2023 um 14:33 Uhr
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Der Kleinwalsertaler Rosenhof liegt ruhig und idyllisch in Mittelberg am Ende einer Sackgasse.
Anna Blume

Die Rettung naht in Form eines kleinen Golf-Carts. Wir sind in die klassisch-brenzlige «Wandern-mit-Kindern»-Situation geraten: Die Kleinen weigern sich, weiterzugehen, die Erwachsenen wollen hingegen endlich im Hotel ankommen. «Ihr wohnt doch im Rosenhof», ruft der Fahrer, der sich als Hausmeister entpuppt. «Steigt ein!» Zu viert in den Zweisitzer falten? «Wird schon gehen», sagt er. Eine kurze Fahrt samt Frischluft-Zufuhr – und wir sind wieder im Feriendomizil. Er habe gemerkt, die Stimmung sei am Kippen, und dachte, er könne so helfen, erklärt der Hausmeister zum Abschied. Eine von vielen liebevollen kleinen Gesten, die den Aufenthalt im Rosenhof so einzigartig machen.

Österreichische Enklave in Deutschland

Das 4-Sterne-Haus liegt im Kleinwalsertal. Von Zürich aus muss man sich mit dem Auto erst durch den Bregenzerwald auf den Riedbergpass schrauben, dann mit 16 Prozent Gefälle wieder ins Tal lenken, bis man im deutschen Oberstdorf (Allgäu) landet. Von dort aus schlängelt sich die Strasse bis ins Kleinwalsertal. Die Region zählt zum österreichischen Vorarlberg. Doch die Berge trennen das Tal vom Rest des Landes. Per Auto ist es nur von Deutschland aus zu erreichen, eine Art österreichische Enklave in Deutschland. Das Tal wurde um 1270 von Walsern besiedelt, einer Volksgruppe, die aus dem oberen Wallis zuwanderte. Heute verteilen sich 5000 Einwohner auf die Dörfer Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad – und bezeichnen die Gegend trotzig-stolz als «schönste Sackgasse der Welt». Jährlich machen rund 1,7 Millionen Touristen diesen Weg. 

Herzlichkeit gehört zum guten Ton

Der Kleinwalsertaler Rosenhof liegt fast ganz am Ende der Sackgasse, im beschaulichen Mittelberg. Das Familienhotel schmiegt sich auf sonnigen 1200 Metern Höhe an den Südhang des Walmendinger Horns. Mit seinen sechs Häusern wirkt der Rosenhof inmitten von 10'000 m2 Bergwiesen wie ein kleines Dorf. Herzlichkeit gehört zum guten Ton. Obwohl wir am Anreisetag zu früh ankommen und die Mittagsjause noch nicht Teil unseres gebuchten Urlaubspakets ist, dürfen wir uns schon bedienen und satt essen – obendrein gibts eine Stängeli-Glace. Genau das Richtige an diesem Sommertag, die Kinder sind im Glück. Die Sonne brennt vom Himmel – klar, dass die Kleinen da Hände, Haare und andere Gliedmassen in das Wasser des Brunnens tunken, der auf der Restaurantterrasse plätschert. Gerade will man sie ermahnen, damit die anderen Gäste nicht bespritzt werden, da fällt auf: Die Erfrischung ist sogar erwünscht. «Kleine Abkühlung gefällig? Wir empfehlen ein erfrischendes Fussbad im Brunnen», steht ausdrücklich am Brunnenrand. Und die Handtücher zum Abtrocknen stehen auch gleich bereit. Schnell wird klar: Hier zählt, dass sich alle wohlfühlen. 

Alle zusammen und jeder für sich

Das liegt den Gastgeberinnen Patricia Wachter und Suzanne Hugger am Herzen. «Wir verstehen uns nicht als Kinder-, sondern als Familienhotel», betonen sie. «Uns ist wichtig, dass die Gäste gemeinsam eine gute Zeit haben, aber jedem Raum für sich bleibt.» Das klappt zum Beispiel dann, wenn die Kleinen in der Kinderbetreuung spielen, was den Grossen Zeit für Wanderungen, ein Warm-up im Fitnessstudio oder Wellness verschafft. Was man im Rosenhof hingegen nicht möchte, sind Eltern, die ihre Kinder den ganzen Tag im Mini-Club «parkieren». «Wir wollen vielmehr, dass Eltern und Kinder – und auch Grosseltern – Erlebnisse teilen», so Suzanne Hugger. Das Rosenhof-Team organisiert zum Beispiel regelmässig ein Bergfrühstück auf der Alp mit der ganzen Familie, gemeinsame «Naturentdecker-Ausflüge», Lagerfeuer am Bach und vieles mehr. «Idealerweise erinnern sich die Kinder später, dass sie eine tolle Zeit mit ihren Eltern hatten», erklärt Suzanne Hugger. Das scheint zu funktionieren. Viele der Gäste sind Stammgäste und haben selbst schon als Kinder mit ihren Eltern Ferien im Rosenhof gemacht. Warum der Anteil der Wiederkehrer so gross ist? Das liegt unter anderem an einem kleinen Schweizer.

Kleiner Schweizer ist der Star

Denn im Rosenhof regiert Zwärg Bartli, ursprünglich aus dem Kanton Glarus. Das kam so: Suzanne Huggers Vater, Gründer des Rosenhofs, war in Braunwald GL zu Besuch, lernte dort den Chef des Märchenhotels kennen, der ihm von Bartlis Erfolgen rund um Glarus berichtete. Zack – heute hat der Schweizer Bartli also einen Zwilling im Kleinwalsertal: Zwärg Bartli, eine pädagogische Handpuppe mit Klappmaul. Er ist der heimliche Star des Hotels. «Die Kinder sagen nicht, sie fahren in den Rosenhof in die Ferien, sondern zum Zwärg Bartli», berichtet Patricia Wachter, die Bartli ihre Stimme leiht. Zwärg Bartlis Reich ist die 350 m2 grosse obere Etage des Stammhauses – mit Kletterwand und echtem Baum zum Kraxeln, samt Kochstudio, Kinderspielothek, Bibliothek und Zauberreich, in dem gebastelt wird. Dort gefällts den Kleinen so gut, dass sie am liebsten ganztags in der Kinderbetreuung bleiben wollen. 

Gratis Bergbahn fahren

Das ist fast schade, denn wir sind zwar in der «Sackgasse» – doch von dort gehen so viele interessante Wege ab: Der Hausberg, das Walmendinger Horn, lockt auf 2000 Metern Höhe mit einem atemberaubenden Rundum-Blick über das 2-Länder-Eck bis zu den Schweizer Gipfeln. Nur einen kurzen Fussweg entfernt vom Hotel kann man mit den Kindern den Zaferna-Lift als bequeme Aufstiegshilfe benutzen. Oben angekommen, lockt die Sonna-Alp mit Kuchen und Köstlichkeiten. Oder man wandert via Max-Hütte talabwärts und fläzt sich dort noch etwas in die Liegestühle. Die Kanzelwandbahn in Riezlern widmet sich auf der Bergstation den Elementen Wasser, Stein und Holz. Beim «Burmiwasser»-Erlebnispfad können die Kinder mit Gumpen, Wasserrädern und Schleusen experimentieren. Das Söllereck hat sich als Familienberg etabliert, auf dem man auf der Sommerrodelbahn ins Tal schiessen kann oder sich auf dem Abenteuerspielplatz austobt. Ideal: Mit der Allgäu-Walser-Card fährt man gratis Bergbahn und Bus. Die Gästekarte ist in fast allen Unterkünften inbegriffen. 

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Natürlich kann man auch den ganzen Tag im Rosenhof verbringen. Auf dem grossen Aussenspielplatz samt Hängebrücke, Wasserspielplatz mit Matschgrube, Baumhaus und Hängebrücke kommt keine Langeweile auf. Dann fährt auch noch der Glacewagen vor und versüsst den Tag mit köstlichen Kugeln aus heimischer Kuhmilch. Der Infinity-Pool mit Blick auf die Berge verführt Gross und Klein dazu, endlos lange im Hotel «abzuhängen». 

Abends sind alle angenehm ermattet vom ereignisreichen Tag. Doch ein Highlight steht noch aus: Beim Sandmännchen-Umzug durch die Gaststube singen alle Kinder gemeinsam ein Gute-Nacht-Lied. Vorher hat ihnen Zwärg Bartli noch eine Geschichte erzählt. Wer jetzt immer noch nicht bereit fürs Bett ist, grilliert sich rund um die Feuerschale ein paar Marshmallows. «Mama, ich will für immer hierbleiben», sagt ein Kind. Am Ende der Sackgasse eröffnen sich eben ganz neue Welten.

Gut zu wissen

Anreise Aus der Schweiz via Bregenzerwald/Hittisau, Riedbergpass und Oberstdorf ins Kleinwalsertal. Wichtig: Man benötigt keine Vignette!

Unterkunft Das 4 Sterne Premium Familienhotel & Resort Rosenhof besteht aus sechs Häusern, die durch Wege miteinander verbunden sind (Achtung: Es gibt keine Lifte). Der Rosenhof ist Mitglied der family austria Hotels & Appartments. Die Familienhotels bieten eine Top-Kinderbetreuung.

Herumkommen Wer im Rosenhof nächtigt, profitiert von der Allgäu-Walser-Gästekarte, mit der man gratis Bus und Bergbahn fahren kann. Die Bushaltestelle ist etwa 10 Gehminuten vom Hotel entfernt.

Ausflüge Gemütliche Hütten mit einer Speisekarte, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft – das können die Österreicher. Im Kleinwalsertal wird man auf der Sonna-Alp bestens verpflegt. Die Max-Hütte liefert eine traumhafte Aussicht auf 1380 Metern und leckere Kuchen. Wunderschön wandern (familienfreundlicher Weg) kann man ins Gemsteltal. In Bernhards Gemstelalp gibts einen Kaiserschmarrn, der im ganzen Tal bekannt ist. Ein Erlebnis für Kinder sind die Kutschenfahrten mit Peter Hammerer. 

Anreise Aus der Schweiz via Bregenzerwald/Hittisau, Riedbergpass und Oberstdorf ins Kleinwalsertal. Wichtig: Man benötigt keine Vignette!

Unterkunft Das 4 Sterne Premium Familienhotel & Resort Rosenhof besteht aus sechs Häusern, die durch Wege miteinander verbunden sind (Achtung: Es gibt keine Lifte). Der Rosenhof ist Mitglied der family austria Hotels & Appartments. Die Familienhotels bieten eine Top-Kinderbetreuung.

Herumkommen Wer im Rosenhof nächtigt, profitiert von der Allgäu-Walser-Gästekarte, mit der man gratis Bus und Bergbahn fahren kann. Die Bushaltestelle ist etwa 10 Gehminuten vom Hotel entfernt.

Ausflüge Gemütliche Hütten mit einer Speisekarte, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft – das können die Österreicher. Im Kleinwalsertal wird man auf der Sonna-Alp bestens verpflegt. Die Max-Hütte liefert eine traumhafte Aussicht auf 1380 Metern und leckere Kuchen. Wunderschön wandern (familienfreundlicher Weg) kann man ins Gemsteltal. In Bernhards Gemstelalp gibts einen Kaiserschmarrn, der im ganzen Tal bekannt ist. Ein Erlebnis für Kinder sind die Kutschenfahrten mit Peter Hammerer. 

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Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise.

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