Darum gehts
- MSC Bellissima bietet Kreuzfahrten in Japan und Südkorea an
- Einblicke in japanische Städte, Kultur und Sehenswürdigkeiten während der Reise
- Das Schiff fasst bis zu 5714 Passagiere
Aus dem Lautsprecher erschallt Bon Jovis «It’s My Life», darauf folgt «Y.M.C.A.» von Village People. Auf der DJ-Brücke und auf der Tanzfläche geben fröhliche Girls und Boys einfache Choreografien vor, zu denen vor allem Asiaten allen Alters tanzen. Die Party in der langen Galerie der MSC Bellissima ist bereits in vollem Gange.
Nur kurz zuvor hatte das 315 Meter lange, 43 Meter breite und 67 Meter hohe Kreuzfahrtschiff den Hafen von Tokio verlassen. Auch die Ausfahrt war auf dem Heck musikalisch durch den japanischen DJ One Question (35) umrahmt worden, bis die Wolkenkratzer des 39 Millionen Einwohner zählenden Ballungszentrums am Horizont verschwanden.
Japan im Trend
Seit sich die Welt am Verändern ist und in den USA Donald Trump (79) regiert, haben europäische Touristen Japan entdeckt. Das Land ist sicher, auf die Leute ist Verlass, das Preisniveau im Alltagsleben durchschnittlich halb so hoch wie in der Schweiz.
Die MSC-Reederei mit Sitz in Genf hat daher ihr Programm rund um den Inselstaat ausgebaut. Zentraler Ausgangspunkt der Kreuzfahrten ist die japanische Hauptstadt Tokio, die zwar gross und hektisch, aber nicht stärker verstopft ist als etwa Zürich.
Wenn man schon den langen, mindestens 13 Stunden dauernden Flug nach Tokio unter den Hintern nimmt, empfiehlt es sich natürlich, zuerst ein paar Tage die Luft einer der grössten Metropolregionen der Welt zu schnuppern. Die Auswahl an lokalen Restaurants ist riesig, aber auch überteuerte Touristenorte – etwa mit Geishashows – gibt es. Wer die Natur erleben will: Innerhalb von rund zwei Stunden führen Ausflugsbusse zum obersten Drittel des höchsten Berges Japans, des 3776 Meter hohen Mount Fuji.
Eine der Kreuzfahrttouren führt von Tokio in die japanischen Städte Osaka mit der Flaniermeile Dotonbori, Kyoto mit ihrem Bambuswald und den Tempelanlagen sowie Yatsushiro mit ihren Schlossruinen und dem Schrein.
Zu Besuch auf Südkoreas Hawaii
Bei jedem Stopp bietet MSC geführte Landausflüge an. Das Dilemma: Einerseits bekommt man einen ersten Einblick in die unglaublich sauberen und sicheren Grossstädte Japans, was vielleicht Lust auf eine spätere Wiederkehr macht. Andererseits bezahlt man für die Exkursionen einen eher hohen Preis und bewegt sich als Teil einer grossen Touristenmasse.
Die Mediterranean Shipping Company (MSC) bietet in Asien mehrere Touren an. Die von uns besuchte mit der MSC Bellissima führte während einer Woche von Tokio, nach Osaka/Kyoto, Jeju (Südkorea), Yatsushiro und zurück nach Tokio. Die Touren werden laufend angepasst.
Der PreisDie beschriebene Kreuzfahrt kostet mit dem günstigsten All-inclusive-Paket pro Person ab rund 850 Franken in der Innenkabine und 1230 Franken in einer Kabine mit Balkon. Wer es luxuriös mag, bucht zum rund dreifachen Preis im vom übrigen Schiff abgetrennten exklusiven Yacht Club. Die Anreise ist im Preis nicht inbegriffen.
Das Schweizer UnternehmenDie MSC hat ihren Sitz in Genf, wo der Italiener Gianluigi Aponte (85) im Jahre 1970 mit dem Kauf eines Occasion-Frachters ein Imperium aufbaute, das inzwischen über 900 Containerschiffe und 23 Kreuzfahrtschiffe umfasst. Aponte ist mit Rafaela (80) verheiratet, der Tochter eines israelischen Bankiers in der Schweiz.
Die Mediterranean Shipping Company (MSC) bietet in Asien mehrere Touren an. Die von uns besuchte mit der MSC Bellissima führte während einer Woche von Tokio, nach Osaka/Kyoto, Jeju (Südkorea), Yatsushiro und zurück nach Tokio. Die Touren werden laufend angepasst.
Der PreisDie beschriebene Kreuzfahrt kostet mit dem günstigsten All-inclusive-Paket pro Person ab rund 850 Franken in der Innenkabine und 1230 Franken in einer Kabine mit Balkon. Wer es luxuriös mag, bucht zum rund dreifachen Preis im vom übrigen Schiff abgetrennten exklusiven Yacht Club. Die Anreise ist im Preis nicht inbegriffen.
Das Schweizer UnternehmenDie MSC hat ihren Sitz in Genf, wo der Italiener Gianluigi Aponte (85) im Jahre 1970 mit dem Kauf eines Occasion-Frachters ein Imperium aufbaute, das inzwischen über 900 Containerschiffe und 23 Kreuzfahrtschiffe umfasst. Aponte ist mit Rafaela (80) verheiratet, der Tochter eines israelischen Bankiers in der Schweiz.
Abwechslung zu den dichten Grossstädten bietet der Abstecher zur südkoreanischen Insel Jeju, auch Hawaii Koreas genannt. Die Insel gehört wegen der Taucherinnen, die seit Generationen Meeresfrüchte ernten, sowie des Vulkans Seongsan Ilchulbong zum Unesco Weltkulturerbe. Wer am Fusse des 182 Meter hohen Berges steht, soll die rund 500 Stufen unbedingt erklimmen. Der Blick auf die Insel und den grünen, 600 Meter breiten Krater ist wunderbar.
Blick hinter die Kulissen der MSC Bellissima
Die 2019 von Schauspielerin Sophia Loren (91) getaufte MSC Bellissima zählt 2217 Kabinen und kann bis 5714 Passagiere aufnehmen. Dementsprechend ist auch das Unterhaltungsprogramm: Musikshows, eine Art Cirque du Soleil, Casino, Sporthalle, Fitness, Massage, ein Tänzchen mit Offizieren … das Angebot ist gross.
Zu empfehlen sind geführte Touren hinter die Kulissen des Schiffes, die reserviert werden müssen und ein paar Dollar kosten. Dabei bekommt man Einblick in die Welt der auffällig freundlichen und stets hilfsbereiten Angestellten, die sich in ihrer knappen Freizeit in einem der Personalrestaurants, der Bar oder beim Fitness aufhalten. Viele von ihnen arbeiten acht Monate täglich durch, um dann lange Ferien zu geniessen.
Das Leben in dieser Parallelwelt, in der Fotografieren verboten ist, beeindruckt: In der Wäscherei falten Maschinen die Frottiertücher, in der Druckerei werden die Programme für morgen produziert, in den zehn grossen Kochtöpfen in der Küche wird das Essen zubereitet. Auf Rolltreppen steigen die Kellner mit voll beladenen Tabletts von der Küche zu den Restaurants hoch, andere bringen das benutzte Geschirr zurück und sortieren den Abfall.
Einige Zahlen gefällig? Die Gäste verzehren im Schnitt täglich 7500 Eier, eine Tonne Melonen, 500 Kilo Poulet, 100 Kilo Crevetten und trinken 320 Liter Bier, 130 Liter Wein und 17 Liter Whiskey. Es sind Zahlen einer Kleinstadt.
Japaner auf Rundfahrt
Für viele Japaner, die oft nur eine Woche Ferien pro Jahr haben, ist eine Kreuzfahrt eine Gelegenheit, den Inselstaat zu verlassen. Cruise-Direktorin Noriko (58), die für die gesamte Unterhaltung an Bord verantwortlich ist, sagt über ihre Landsleute: «Für die Japaner ist es spannend, auf dem Schiff andere Nationalitäten und vor allem auch Europäer zu treffen.»
Im Gegensatz zu anderen Kreuzfahrtschiffen ist der Aussenbereich der MSC Bellissima etwas reduzierter. «Die Japaner gehen wegen Angst vor Sonnenbrand nicht oft ins Freie. Sie bleiben gerne in den Kabinen und schauen TV», sagt Event-Koordinatorin Fumie (40).
Das junge Paar Takumi (29) und Maki (25) mit Yusei (1) gehört zu den vielen Japanern, die einige Tage auf dem Schiff geniessen. Stolz posieren sie auf der glitzernden Swarovski-Treppe, deren Stufen aus je durchschnittlich 630 Kristallen bestehen. Sie verraten mit einem verliebten Lächeln: «Wir verbringen auf der MSC Bellissima unsere Flitterwochen.»
80 Prozent Frischwasser aus dem Meer
Kreuzfahrten sind ein zweischneidiges Schwert. Sie garantieren einerseits Genuss, Einblicke in verschiedene Kulturen sowie grossen Erholungswert. Auf der anderen Seite gehören sie bei den Verkehrsmitteln zu den grössten Umweltsündern. MSC bemüht sich laut eigenen Angaben darum, ihre Schiffe immer effizienter zu betreiben und bis 2050 das Ziel der maritimen Industrie von Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erzielen.
So wurde auch die MSC Bellissima mit diversen Umwelttechnologien ausgestattet. Dazu gehören unter anderem eine Abgas-Reinigungsanlage, ein Abwasser-Aufbereitungssystem sowie LED-Beleuchtung und Wärmerückgewinnungssysteme. Das Frischwasser der MSC-Flotte wird heute zu 80 Prozent auf den Schiffen aus dem Meerwasser gewonnen.
Eine heile Welt
DJ One Question ist schon zum dritten Mal auf der «Bellissima». Es ist für ihn eine gute Gelegenheit, ausserhalb seines Landes aufzulegen. Je nach Gelegenheit spielt er House, Techno, R’n’B oder eben: «Y.M.C.A.». «Mein Ziel ist, die Leute aus dem Alltag herauszuholen und für einen Moment happy zu machen», lacht er und scratcht am Plattenteller.
Auf dem Schiff trifft er auf Landsleute, auf die «anständigen und rücksichtsvollen» Schweizer, auf Russen und Ukrainer, die nichts mit einem Krieg zu tun haben wollen. Das Schiff ist eben nicht nur eine kleine Stadt, sondern erscheint auch als eine kleine heile Welt, nach der wir uns in der heutigen Zeit immer mehr sehnen.
Dieser Bericht entstand aufgrund einer Einladung von MSC.