Darum gehts
- Rom begeistert mit Kunst, Geschichte und Kulinarik: Ein Wochenende voller Highlights
- Must-Sees: Pantheon, Berninis Elefant, Vatikanische Museen und Via Appia
- 2000 Jahre alte Tempel und 600 km lange antike Strasse beeindruckend
Freitagnachmittag
Roma Termini: rein ins Gewusel
Wir kommen am Hauptbahnhof Roma Termini an (entweder mit dem Zug aus der Schweiz oder mit dem Shuttle vom Flughafen) – und zack: Wir befinden uns mitten im Gewusel der Millionenstadt. Das Motto lautet: erst einmal ins Flair von Bella Roma einzutauchen. Darum geht’s von hier zu Fuss Richtung Zentrum, zum Pantheon. Und mit jedem Schritt wird es schöner, verwinkelter, römischer.
Tipp: Auf dem Weg liegt der Trevi-Brunnen. Dieser leidet zwar unter Massentourismus-Instagram-Ansturm, aber kurz daran vorbeischauen – warum nicht?
Zum Runterkommen: Espresso bei La Casa del Caffè
Bevor wir uns weiter im Rom-Tempo verlieren, gönnen wir uns einen Espresso bei La Casa del Caffè nahe beim Pantheon. Hier gibt es angeblich den besten Kaffee der Welt. Ob’s stimmt? Wahrscheinlich nicht. Aber der Ort ist eine römische Institution und ein Must-See.
Tipp: In Rom und Italien gilt, Espresso am Tresen ist oft schneller (und manchmal günstiger) als am Tisch. Reingehen – bestellen – Arrivederci. Manchmal dauert das Ganze keine fünf Minuten.
Bernini-Elefäntli, Pantheon und Michelangelo
Vom Café sind es nur wenige Schritte bis zum Pantheon, einem der am besten erhaltenen römischen Tempel – 2000 Jahre alt und immer noch «Wow»! Kurz reinschauen und mit etwas Glück die Sonnenstrahlen erleben, die durch das kreisrunde Loch in der Decke in den Innenraum fallen.
Und Rom wäre nicht Rom, wenn nicht sprichwörtlich an jeder Ecke Weltkunst wartete. Denn um die Ecke vom Pantheon befindet sich auf dem Minerva-Platz eines der herzigsten Denkmäler der Stadt: ein Elefant, der einen Obelisken trägt, vom grossen Bildhauer Gian Lorenzo Bernini erschaffen. Und direkt daneben, in der Kirche Santa Maria sopra Minerva, hat sich ein weiteres Bildhauer-Genie verewigt: Hier befindet sich eine Statue von Michelangelo – und das komplett kostenlos.
Galleria Doria Pamphilj: barocker Overload
Nun ist Zeit für etwas, das Rom perfekt kann: überraschen und überwältigen. Von aussen sieht die Galleria Doria Pamphilj etwas heruntergekommen aus, aber das Innere des Palasts haut einen um: Gemälde, Spiegel, Gold, Geschichte im Übermass. Highlight ist die Gemäldegalerie mit Werken von Caravaggio, Raffael, Dürer und vielen weiteren «grossen Namen».
FREITAGABEND
Vom jüdischen Viertel nach Trastevere: Abendstimmung am Tiber
Danach gehen wir Richtung jüdisches Viertel und weiter über die Tiberinsel nach Trastevere. Der Stadtteil fühlt sich teils sehr touristisch an (insbesondere um die Via della Scala), dennoch hat Trastevere abseits der Tourispots sein authentisches Flair behalten. Ein Znacht gönnen wir uns daher bei einem Restaurant-Klassiker: L’Insalata Ricca, das – anders, als der Name vermuten lässt – nicht nur Salate auf die Teller bringt. Hier gibt es klassische römische Gerichte.
Tipp: Trastevere ist abends voll. Wenn möglich reservieren – oder früh genug kommen und den ersten Apéro nicht zu lang ausdehnen.
Samstagmorgen
Vatikanische Museen: gleich zur Öffnung
Wir stehen früh auf, um noch vor der Eröffnung am Eingang der vatikanischen Museen zu stehen, einem der wichtigsten und eindrücklichsten Museen der Welt. Hier versammeln sich Kunstwerke von der Antike bis (fast) in die Gegenwart. Highlight sind die Stanzen, der Korridor, ausgemalt von Raffael, und die Sixtinische Kapelle mit dem gigantischen Deckenfresko von Michelangelo – erst 2025 wurde hier ein neuer Papst gewählt.
Tipp: Das Ticket sollte man schon vor der Romreise online erwerben. Diese sind immer schnell ausverkauft.
Samstagmittag/-nachmittag
Testaccio & der Scherbenhügel: Zmittag mit Geschichte
Nach so viel Kunst brauchen wir etwas Bodenständiges. Wir nehmen das Taxi nach Testaccio zum Restaurant Flavio al Velavevodetto – direkt in den berühmten Scherbenhügel gebaut, Roms antiker Recyclingplatz. Über Jahrhunderte wurden hier unzählige Amphoren entsorgt, und aus den Scherben entstand ein ganzer Hügel.
Im Flavio gibts typisch römische Küche, beispielsweise Cacio e Pepe, Spaghetti mit Pecorino-Käse und Pfeffer. So simpel, so lecker.
Aventin und die Via Appia Antica
Nach Museum und städtischem Durcheinander machen wir uns auf den Weg ins Grüne. Zunächst schlendern wir den Aventin hinauf, einen von Roms legendären sieben Hügeln, und geniessen den Blick vom Park Giardino degli Aranci über die Ewige Stadt.
Tipp: In der Nähe befindet sich das Portone del Priorato dei Cavalieri di Malta, wo man durch ein Schlüsselloch die Kuppel des Petersdoms sieht – beliebter Instagram-Spot.
Wir steigen den Hügel herunter und machen uns auf den Weg zum Circus Maximus, wo einst Wagenrennen stattfanden, um in den Bus 118 zu steigen. Ziel: die Calixtus-Katakomben an der Via Appia Antica, eine der ältesten und berühmtesten Strassen der Antike.
Echt? Schon wieder Geschichte? Ja. Denn nach Rom jettet man wegen dreier Dinge: italienischen Leckereien, Weltklasse-Kunst und «alten Steinen», alias Geschichte. Für einen hippen Lifestyle reist man beser nach London, New York oder Shanghai.
Nun wirds etwas gruselig: Die Calixtus-Katakomben zählen zu den grössten unterirdischen Grabanlagen Roms. Bis zu fünf Stockwerke unter dem Startniveau geht es vorbei an Grabmälern aus dem 3. Jahrhundert, aus jenen Jahren, als Christen im Römischen Reich verfolgt wurden. Die Fresken mit christlichen Motiven und Ritzereien von stilisierten Fischen (das Geheimsymbol der Christen) sind ein berührendes Zeichen einer damals verfolgten Minderheit.
Wieder am Tageslicht schlendern wir auf historischem Pflaster entlang der Via Appia Antica, vorbei an einstigen Mausoleen und uralten Pinien – und fühlen uns wie Sklavenbefreier Spartacus, der über diese Steine gezogen sein soll. Die Via Appia geht auf das Jahr 312 vor Christus zurück und führte von Rom über 600 Kilometer bis nach Brindisi.
Samstagabend
Pizza bei Formula 1
Mit Sightseeing und einer Kaffeepause ist es mittlerweile schon Abend geworden. Der Bus 118 bringt uns zurück zum Circus Maximus und weiter mit der U-Bahn nach Roma Termini. Ein paar Gassen hinter dem Hauptbahnhof liegt die Pizzeria Formula 1, in die es garantiert keine anderen Touristen verschlagen hat. Die Pizzen sind perfekt und gigantisch.
Tipp: Nachts ist das Kolosseum sehr schön angestrahlt – für einen kleinen Verdauungsspaziergang vom Restaurant zurück zum Hotel.
Sonntagmorgen
Porta Portese – Stöbern im echten Rom
Sonntag ist Flohmarkt-Tag. Und wenn Rom etwas richtig gut kann, dann ist es dieses leicht chaotische, wunderbar lebendige Durcheinander. Porta Portese ist kein hübsch gestylter Vintage-Markt, sondern ein echter, lokaler Flohmarkt. Schallplatten, ausgeblichene Trikots, alte Espressokännchen, Bücher – was darf es sein?
Abschlusskaffee in der Caffetteria del Chiostro
Irgendwann reichts mit Gedränge und Schnäppchenjagd. Für den Ausklang wechseln wir das Setting komplett: Caffetteria del Chiostro nahe der Piazza Navona (unbedingt ansehen, der Platz ist herrlich). Das Café befindet sich in einem Museum, der Eintritt ist für Cafébesucher allerdings frei. Highlight ist der Raum Sala delle Sibille, der Saal der Sibyllen, von wo aus man einen Blick in die benachbarte Kirche direkt auf ein Raffael-Fresko werfen kann – so etwas gibt es wirklich nur in Rom. Ein letzter Espresso, und dann heisst es leider «Arrivederci, Roma».