Darum gehts
- Toulouse begeistert mit historischem Charme, moderner Kunst und südfranzösischer Kulinarik
- Highlight: Basilique Saint-Sernin, eine der wichtigsten romanischen Kirchen Europas
- Cité de l’Espace: 3000 m² Raumfahrtausstellung, erreichbar mit Bus L12
Freitagnachmittag
Wir starten die Stippvisite am «Nabel» der Stadt, dem Place du Capitole, der seit dem Mittelalter das Zentrum von Toulouse ist. Der Platz wird vom barocken Rathaus, dem Kapitol, dominiert. Nebst repräsentativen Prunkräumen beherbergt der Bau zudem das Théâtre du Capitole, in dem hauptsächlich Opern und Konzerte aufgeführt werden.
Um in den südfranzösischen Charme einzutauchen, geniessen wir unseren ersten Café au Lait in einem der Cafés und schauen dem Treiben auf dem Platz zu.
Gestärkt lassen wir uns schliesslich durch die Altstadtgassen treiben und stehen wenig später vor dem ehemaligen Dominikanerkloster Couvent des Jacobins. Highlight ist die Kirche mit ihrem palmenartigen Gewölbe, einem der schönsten Kirchenräume Frankreichs.
Tipp für Interessierte an mittelalterlicher Kulturgeschichte: In der Kirche befindet sich das Grab des einflussreichen Universalgelehrten Thomas von Aquin (1225–1274).
Goldene Stunde an der Garonne
Nach dem ersten Bummel und Sightseeing in der Altstadt gesellen wir uns zu den Einwohnern und geniessen die sommerlichen Abendstunden an der Garonne, die still durch die Stadt fliesst. Am Flussufer bietet sich der schönste Blick auf das Stadtpanorama: auf die Pont Neuf, auf das ehemalige Krankenhaus Hôtel-Dieu und auf die Kuppel der Kapelle La Grave. Hier setzt man sich auf die Stufen, schaut dem Fluss beim Vorüberziehen zu und stimmt den Toulousern zu, die behaupten: Toulouse ist die schönste Stadt Frankreichs.
Freitagabend
Cassoulet statt Sterneküche
In Toulouse und in grossen Teilen Südwestfrankreichs isst man deftig. Hier werden Enten und Gänse gezüchtet, die stundenlang im eigenen Fett gekocht und so haltbar gemacht werden. Das Confit de Canard ist denn auch eine wesentliche Zutat des «Signature Dish» der Region, des Cassoulet – eines Bohneneintopfs, in den nebst Ente (manchmal auch Gans) zusätzlich Knoblauchwurst und mediterrane Gewürze kommen. Die wichtigste Zutat ist allerdings die Zeit. Ein gutes Cassoulet köchelt mehrere Stunden vor sich hin.
Das beste Cassoulet gibt es im Restaurant Émile am Place Saint-Georges in der Altstadt.
Danach findet sich auf dem Bummel zum Hotel garantiert noch eine Bar für ein letztes Glas Rotwein aus dem unbekannten Anbaugebiet Gaillac in der Nähe von Toulouse.
Samstagmorgen
Saint-Sernin – Toulouse in Monumentform
Wir starten in den Samstag nach einer ersten Stärkung mit einem Kaffee und einem der leckeren, buttrigen Croissants bei einem Wahrzeichen der Stadt: der Basilique Saint-Sernin, vielleicht dem schönsten Bauwerk von Toulouse. Die Kirche entstand zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert, zählt zu den wichtigsten romanischen Kirchen des Abendlands und war eine wichtige Station auf dem Jakobsweg. Verehrt wird hier der namensgebende heilige Saturninus.
Fun Fact: In der Krypta sollen sich die Gebeine des heiligen Jakobus befinden, die auch Santiago de Compostela, das Ziel des Jakobswegs, für sich beansprucht.
Gebaut ist die Kirche aus rotem Backstein, wie die meisten Gebäude in der Altstadt, weshalb Toulouse auch als Ville Rose, als rosa Stadt, bezeichnet wird.
Kunst statt Folklore in Les Abattoirs
Nun ist es Zeit für einen Szenenwechsel: Statt Romanik und Vergangenheit steht jetzt die Gegenwart auf dem Programm. Am westlichen Ufer der Garonne, etwa 30 Minuten zu Fuss entfernt, befindet sich Les Abattoirs, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, das in die ehemaligen Schlachthöfe der Stadt eingezogen ist. In den industriellen Räumen werden auf 3000 Quadratmetern zeitgenössische Werke gezeigt – ein erfrischender Kontrast zum Übermass an Geschichte in der Altstadt.
Samstagmittag/-nachmittag
Zmittag im Markttrubel
Von Les Abattoirs ist es ein kurzer Spaziergang zu einer der schönsten Markthallen von Toulouse, dem Marché Couvert Saint-Cyprien, der am Samstagvormittag besonders lebendig ist. An den Dutzenden Ständen werden alle kulinarischen Leckereien des Südwestens Frankreichs angeboten: Fisch, Käse, Charcuterie, Gebäck, Gewürze, Austern, Pasteten. Hier kann man sich mit Mitbringseln eindecken und bei einem Zmittag in verschiedenen Bars und Brasserien in und um den Markt den Zauber des Südens auf der Zunge zergehen lassen. Sehr lecker isst man beispielsweise im Café Manine gegenüber der historischen Markthalle.
Flanieren durch Saint-Cyprien und zurück über den Fluss
Gestärkt schlendern wir durch Saint-Cyprien, wo man an kleinen Buchläden, Bars und Galerien vorbeikommt. Ein Schlenker sollte unbedingt an der Chapelle Saint-Joseph de La Grave mit ihrer ikonischen Kuppel vorbeiführen (die Kapelle war Anfang 2026 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und soll bald wieder öffnen) und weiter am Ufer der Garonne zur Pont Neuf, die entgegen ihres Namens die älteste Brücke der Stadt ist.
Shopping-Bummel
Dass man in Frankreich weiss, wie man sich elegant kleidet, ist kein Klischee. Dementsprechend vielfältig sind hier die Modegeschäfte. Also: auf zum Shopping. Besonders edle Boutiquen findet man in den Strassen Rue des Arts, Rue Boulbonne und Rue Croix-Baragnon.
Tipp: L’Espion in der Rue Croix-Baragnon mit französischen und internationalen Designern. Wer lieber nach Einzelstücken sucht, streift weiter durch die Strassen Rue Cujas, Rue Sainte-Ursule und Rue Peyrolières, wo sich viele Vintage- und Secondhandläden angesiedelt haben.
Souvenirtipp: In der Maison de la Violette (3 Boulevard Bonrepos) am Canal du Midi dreht sich alles um die violette de Toulouse. Aus der Blüte des Veilchens entstehen Produkte wie Bonbons, Sirup, Konfitüren, Düfte oder Kosmetik.
Samstagabend
Picknick und Party
Da die Sommerabende in Südfrankreich zu schön sind, um sie in einem Restaurant zu verbringen, kaufen wir in einem der Delikatessengeschäfte (beispielsweise im Le Paradis Gourmand) Käse, Salami, Schinken, Oliven, Wein und sonstige Leckereien und setzen uns für ein Picknick an die Quais entlang der Garonne. Der Stein wärmt, die Sonne gleitet langsam dem Horizont entgegen, glückliches Stimmengewirr weht herüber. Wunderschön!
Und nach so viel Romantik darf es nun ein bisschen mehr Party sein. Und nur weil Toulouse ein paar Hundert Kilometer vom nächsten Strand entfernt ist, heisst das nicht, dass man auf eine Beachparty verzichten muss. Das La Voile Blanche (Parc de Sesquières) ist ein Mix aus Restaurant und Beachclub, in dem man fast die ganze Nacht durchtanzen kann.
Sonntagmorgen
Toulouse hebt ab: Ab ins Weltall
Toulouse ist eines der weltweit wichtigsten Zentren der Luftfahrt. Hier befinden sich sowohl der Hauptsitz von Airbus als auch Forschungseinrichtungen zur Raumfahrt. Einen Blick in die Sterne, in das Sonnensystem und in die Geschichte der Raumfahrt gibt es im Themenpark Cité de l’Espace, inklusive Nachbauten von Weltraumraketen und der internationalen Raumstation. Ergänzt wird die Ausstellung durch viele interaktive Wissensstationen. Einen halben Tag sollte man dafür einrechnen. Anreise: Von der Innenstadt verkehrt der Bus L12 zur Cité de l’Espace.