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Sechs Ziele für Kurzferien in Europa

Der Herbst ist vielleicht die schönste Jahreszeit für Reisen in Europa. Die Restwärme schenkt schöne Tage, die Wälder leuchten rot und in viele Regionen werden traditionelle Feste gefeiert. Und vielleicht das Beste: Überall wird nach Herzenslust geschlemmt!
Publiziert: 12.10.2023 um 14:27 Uhr
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Aktualisiert: 12.10.2023 um 14:43 Uhr
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Perugia ist eine malerische Kleinstadt.
Christian Bauer
Christian BauerReise-Journalist
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Fränkische Schweiz, Deutschland

Während die Sächsische Schweiz in der Nähe von Dresden auch weit über die deutschen Grenzen hinaus berühmt ist, ist die Fränkische Schweiz im Ausland noch weitgehend unbekannt. Dabei bietet die Region zwischen den Städten Erlangen, Bamberg und Bayreuth im Nordosten Bayerns eine grosse Fülle an Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen. Den Beinamen «Schweiz» bekam der Landstrich durch seine Hügel und charakteristischen Felsformationen. Sprich: Wandern in herbstlichen Wäldern (oder Klettern für Fitte) bietet sich hier besonders an. Danach kann man sich in einem von fünf Thermalbädern entspannen (Zu empfehlen auch für Kinder: die Franken-Lagune in Hirschaid). 

Gespickt ist die Fränkische Schweiz, die etwa die Grösse des Kantons St. Gallen hat, mit mittelalterlichen Dörfern und Burgen, 17 davon können besichtigt werden (Besonders malerisch: Burg Rabenstein in Ahorntal). Und das Beste zum Schluss: In Franken kann man herzhaft schlemmen. Alleine in der Fränkischen Schweiz gibt es etwa 70 Brauereien: Also unbedingt das lokale Bier probieren. Dazu passt ein «Schäufele», eine gebratene Schweineschulter. 

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Perugia, Italien

Auch nach Perugia, der Hauptstadt der Region Umbrien, verirren sich nur wenige Touristen. Die Altstadt der ca. 170 000 Seelen Gemeinde wurde auf einem Hügel errichtet, um von den Moskitos in der sumpfigen Ebene von einst geschützt zu sein. Die moderne Stadt hat sich in jener Fläche ausgebreitet und so das «centro storico» im Originalzustand belassen: Verwinkelte Gässchen und Stadtvillen aus der Renaissance prägen das Bild – Ein Hauch Florenz ohne die Massen. Im Oktober lohnt sich ein Besuch doppelt. Ende des Monats findet in der Stadt Schokoladenfestival statt, bei dem es nicht nur Schoggi zu degustieren gibt, sondern auch Konzerte, Strassentheater und Workshops besucht werden können.

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Helsinki, Finnland

Helsinki zählt nicht zu den beliebtesten City-Destinationen an der Ostsee. Stockholm, Sankt Petersburg oder Riga laufen der finnischen Hauptstadt den Rang ab. Cool ist die 600 000-Seelen-Metropole allemal: Da sind die hippen Cafés, die typisch nordischen Designläden und moderne Architektur des finnischen Stararchitekten Alvar Aalto. Gründe für ein Citytrip gibt es also genug. Im Oktober kommt noch einer dazu: das Herringsfestival. Heringe – heute hauptsächlich eine Delikatesse – waren einst die wichtigste Nahrungsquelle in den nordischen Ländern und erfreuen sich dementsprechend immer noch grosser Beliebtheit. Im Jahr 1743 startete das Festival als Verkaufsmarkt; heute hat sich daraus ein Festival für die kulinarische Kultur des Baltikums entwickelt. Heringe in allen erdenklichen Zubereitungsarten und Geschmacksvarianten werden hier angeboten. Das Schöne: Viele Fischer und Produzenten kommen mit dem Fischkutter und verlaufen direkt über die Reling.

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London, England

London ist natürlich kein Geheimtipp – aber immer eine Reise wert. Der Herbst ist eine besonders schöne Reisezeit: Es hat immerhin etwas weniger Touristen und die Herbstfarben machen die englische Hauptstadt besonders fotogen. Und wenn es doch nass und kalt werden sollte, gibt es gerade im Herbst viele Festivals und kulturelle Veranstaltungen, um dem Londoner Mistwetter zu entkommen. Einige Beispiele:

  • Beim «London Restaurant Festival», das den gesamten Oktober dauert, bieten mehrere Restaurants (darunter auch gefeierte Spitzenköche) besondere Menus an.
  • Vom 26. bis 28. Oktober 2023 öffnen die Museen beim «Museums at Night» mit speziellen Events ihre Tore in der Nacht.
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San Sebastian, Spanien

San Sebastian im Baskenland ist die schönste Küstenstadt an der spanischen Nordküste – und eine ideale Destination für ein verlängertes Wochenende. Im 19. Jahrhundert entdeckte das spanische Königshaus das Fischerdorf als Ferienziel und bauten es prächtig aus. In der Altstadt flaniert man noch heute vorbei an Art-Deco-, und Belle-Epoque-Fassaden - und fühlt sich wie in Paris mit Sandstrand. Oder doch eher wie in Rio de Janeiro? Die eierförmigen Felsen am Strand, an dem man sich auch im Spätsommer noch sonnen kann, erinnern an die südamerikanische Metropole. 

Wem Kultur, Surfwellen und Architektur nicht an den Atlantik locken, findet sein Ferienglück sicherlich in den Restaurants: Mit seinen 16 Michelin-Sternen rühmt sich San Sebastian zu Recht als Schlemmerhochburg. Die typischen Gaumenfreuden der Region gibt es allerdings nicht in Spitzenrestaurants, sondern (fast) in jeder Bar: San Sebastian ist berühmt für seine «Pintxos» - kleine kulinarische Kreationen auf einem Stückchen Brot.

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Burgund, Frankreich

Für 15 000 Franken kann man vieles kaufen: ein Auto, eine Weltreise, eine Wohnungseinrichtung. Oder eine Flasche vom edelsten Wein Frankreichs. Die nur 1,8 Hektar grosse Weinlage Romanée-Conti im Örtchen Vosne-Romanée gilt als die Beste der Welt – und die teuerste. Hier stimmt einfach alles: der Boden, die Sonnenscheindauer und die Regenmenge. Klar, dass jeden Herbst zur Weinlese Gourmets ins Burgund pilgern. Entlang der berühmten Weinlagen im Gebiet Côte d’Or, führt die Themenstrasse «Route des Grand Crus». Für die knapp 60 Kilometer sollte man mehrere Tage einplanen – alleine schon die Weindegustationen (Plural!) brauchen ihre Zeit. Zudem ist die Region südlich der Stadt Dijon ein kulturhistorisches Juwel: Das Tal ist gespickt mit mittelalterlichen Dörfchen, malerische Landschlösschen und Klöstern. Nicht verpassen: das Kloster Cîteaux, das Stammhaus der Zisterzienser und das Städtchen Beaune. Tipp: Die Route eignet sich auch als Velotour.

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