Darum gehts
- Porto erlebt Touristen-Boom, bietet Alternative zu Lissabon
- Die Stadt ist bekannt für historische Altstadt und Portweinkeller
- Besuchen Sie die Livraria Lello, eine der schönsten Buchhandlungen weltweit
Der Clérigos-Turm bietet nach 240 Stufen einen Panoramablick
So wie Portugal insgesamt erlebt auch die nordportugiesische Stadt Porto in den letzten Jahren einen regelrechten Touristen-Boom. Noch sind die Besucherzahlen im Norden noch um einiges niedriger als im teilweisen überlaufenen Lissabon. Porto ist daher eine perfekte Alternative für alle, welche portugiesisches Lebensgefühl, ausgezeichnete Kulinarik und eindrückliche Sehenswürdigkeiten erleben wollen.
Bis vor etwa zehn, fünfzehn Jahren litt das historische Zentrum an Abwanderung. Damit kam zusehends der Verfall – trotz des Status als Unesco-Welterbe. Daraufhin hat die Stadtregierung mit Zuschüssen und Infrastrukturprogrammen die Altstadt saniert und wiederbelebt. Und so präsentiert sich Porto als eine der schönsten Citydestinationen auf der iberischen Halbinsel.
Wer für ein verlängertes Weekend nach Porto jettet, wird die Unesco-geehrte Altstadt kaum verlassen – aus gutem Grund! Denn die verwinkelten Gassen, die sich die Hügel hochziehen, die verschachtelten Häuser und die unzähligen Bars für eine Pause sind schlichtweg malerisch.
Kein Wunder, dass die zweigeschossige Brücke zwischen Porto und Vila Nova de Gaia aussieht wie ein halber Eiffelturm. Gebaut wurde die Brücke von einem Schüler Gustave Eiffels. Drüberlaufen ist ein Muss. Und zur Belohnung gibts in Vila Nova eine Probiertour durch einen Portweinkeller!
Portugal ist berühmt für seine Azulejos, die blauen Kacheln voller Motive, Geschichten und Legenden. Sehr schöne Kachel-Motive finden sich im Hauptbahnhof.
Die Livraria Lello wurde mehrfach zur schönsten Buchhandlung der Welt gekürt. Mit ihrem Jugendstil-Design und der grossen Freitreppe ist sie eine wahre Sehenswürdigkeit. Der Besucher-Andrang ist so gross, dass für einen Besuch mittlerweile 8 Euro verlangt werden, die man als Gutschein für ein Buch anrechnen lassen kann. Die Buchhandlung ist wirklich einmalig – ich bin mir aber nicht sicher, wie ich die Sitte des «Eintrittstickets» finden soll.
Die Kathedrale «Sé do Porto» ist das wichtigste sakrale Bauwerk Portos und stammt aus dem 12. Jahrhundert – ein Meisterwerk der Romanik und Gotik. Der Eintritt kostet einen Obolus. Manchmal werden kostenlose Konzerte gegeben, bei denen man Sightseeing und Hörgenuss verbinden kann.
Der 76 Meter hohe Glockenturm der gleichnamigen Kirche ist ein Wahrzeichen der Stadt. Nach 240 Stufen wartet ein Panoramablick über ganz Porto und den Fluss Douro.
Am gegenüberliegenden Douro-Ufer befinden sich die traditionellen Portweinkeller, wo Degustationen und Führungen Einblicke in die Geschichte des berühmten Weins bieten. Hinüber gehts über die Brücke Ponte Dom Luís I.
Porto bietet nicht nur historische Gebäude, sondern auch zeitgenössische Architektur. Ausserhalb der Altstadt befindet sich die Casa da Música. Das moderne Konzerthaus bietet ein abwechslungsreiches Programm für Musikliebhaber und Kulturfreunde.
Nichts für Kalorienbewusste: Das Francesinha ist ein mächtiges Sandwich und eine Kalorienbombe. Bestehend aus mehreren Schichten Fleisch, wie Schinken, Linguiça (portugiesische Wurst) und Steak, wird das Sandwich mit geschmolzenem Käse überbacken und mit einer dunklen Sosse übergossen. Diese herzhaft-würzige Kombination wird oft mit Pommes frites serviert und gilt als beliebtes Gericht nach dem «Usgang».
Bacalhau, also gesalzener und getrockneter Kabeljau, ist eine portugiesische Nationalspeise und wird in verschiedenen Zubereitungsarten genossen. Beispielsweise als Kabeljau-Auflauf Bacalhau à Gomes de Sá, der aus Porto stammt und nach seinem Erfinder benannt ist. Er wird aus Bacalhau, Kartoffeln, Zwiebeln, hartgekochten Eiern und Oliven zubereitet. Auch lecker: Bolinho de Bacalhau, Kroketten mit Kabeljau.
Einst ein Armeleuteessen: Dieses Gericht aus Kutteln (Kuhmagen), weissen Bohnen und geräuchertem Schweinefleisch hat eine lange Tradition. Übrigens: Kutteln sehen mit ihrer fransigen Form etwas gewöhnungsbedürftig aus, schmecken aber sehr gut.
Der «Grüne Eintopf» ist eine portugiesische Nationalsuppe und auch in Porto sehr beliebt. Hergestellt aus Kartoffeln, Kohl und Chouriço (portugiesische Wurst), wird die Suppe traditionell in einer Schale serviert und eignet sich perfekt als Vorspeise.
Das Weinbaugebiet entlang des Flusses Douro liegt bei Porto gerade um die Ecke und gilt als eine der besten Weinregionen der Welt. Den lokalen Wein sollte man also unbedingt mal probieren. Weltberühmt ist ebenfalls der Portwein, der auf der anderen Seite des Flusses in der Stadt Vila Nova de Gaia hergestellt wird. Die Trauben für den Port stammen nur aus drei Regionen im oberen Douro-Tal.
Bei einem Port handelt es sich um einen sogenannten «fortifizierten» Wein, also einem Wein, dessen Reifung durch die Zugabe von hochprozentigem Alkohol gestoppt wird. Heraus kommt ein Getränk mit einem Alkoholgehalt von 16 bis 22 Volumenprozent. Grundsätzlich werden zwei Portwein-Typen unterschieden. Der «Ruby» reift sowohl im Fass und in der Flasche und hat ein Aroma, das an dunkle Beeren erinnert. Ein «Tawny» reift nur in Holzfässern verschiedener Grösse und weist ein komplexeres Aroma auf (und ist deshalb auch meist etwas teurer).
Obwohl die Pastel de Nata in Belém bei Lissabon erfunden wurden, gehört diese Vanillecreme-Törtchen im ganzen Land zum täglichen Genuss. Die Kombination aus knusprigem Blätterteig und cremiger Vanillefüllung ist schlichtweg wundervoll. Tipp: Am besten mit etwas Zimt bestreuen.
Ein kleines, authentisches Restaurant, das leckere Gerichte zu günstigen Preisen anbietet. Man sollte keine Sterneküche erwarten, sondern deftiges Hausgemachtes von der Grossmutter.
Der Eingang ist unauffällig und die Einrichtung schlicht – aber die Gerichte so deftig und schmackhaft wie portugiesisch traditionelle Küche sein sollte. Hierhin verirren sich wenige Touristen, obwohl da Restaurants hinter der touristischen Uferpromenade liegt. Mein Lieblingsrestaurant in Porto.
Spezialität des Hauses ist das Sandwich Francesinha, das man hier in verschiedenen Variationen bestellen kann – alle davon sind unheimlich lecker, aber haben wahrscheinlich pro Portion die gesamten Kalorien für einen Tag.
Ab Zürich fliegen EasyJet, Swiss und TAP Portugal direkt nach Porto. Ab Basel fliegt EasyJet.
Porto hat ein gutes Metro-System. Eine Linie verbindet den Flughafen mit dem historischen Zentrum.
Portugal weist ein viel tieferes Preisniveau auf als die Schweiz. Allgemein gilt Portugal als eines der günstigsten Ferienländer im südlichen Europa. Da Porto immer touristischer wird, steigen hier allerdings die Preise für Übernachtungen stärker als in weniger touristischen Regionen Portugals. Dennoch findet man in der Nebensaison ein Doppelzimmer schon ab etwa 50 Euro.