Fossilien mit KI analysiert
Asteroideneinschlag löschte Dinos aus, aber Haie nicht

Der Dino-Asteroid traf Haie kaum, ihre Artenzahl sank laut einer neuen Studie nur um rund zehn Prozent. KI-Analysen zeigen: Der grosse Rückgang kam erst viel später.
Kommentieren
1/4
Die Dinos hatten weniger Glück. Sie starben aus.
Foto: imago

Darum gehts

  • Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren schädigte Haie und Rochen kaum
  • Artenvielfalt von Haien und Rochen ging nur um 10 Prozent zurück
  • Seit 50 Millionen Jahren sank ihre Vielfalt um über 40 Prozent
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
KEYSTONE-SDA_Quadrat_pos.jpg
Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Der Asteroideneinschlag, der die Dinosaurier auslöschte, hat Haien und Rochen nur wenig geschadet. Ihre Artenvielfalt ging laut einer neuen Studie mit Schweizer Beteiligung nur um rund zehn Prozent zurück.

Die am Donnerstag in der Fachzeitschrift «Current Biology» veröffentlichte Studie unter der Leitung der Universitäten Zürich und Swansea in Wales (Grossbritannien) stellt damit bisherige Annahmen über die Auswirkungen dieses Asteroideneinschlags auf das Leben in den Ozeanen in Frage.

Geringer Rückgang der Arten

Für seine Untersuchung erstellte das Team einen neuen Datensatz von Fossilienfunden von Haien und Rochen aus den letzten 145 Millionen Jahren. Diese Daten analysierten sie mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI).

Die Analyse ergab, dass die Anzahl der Hai- und Rochenarten bereits in der Kreidezeit, also vor mehr als 100 Millionen Jahren, ein mit heute vergleichbares Niveau erreicht hatte. Der Asteroideneinschlag verursachte demnach nur einen relativ geringen Rückgang der Arten. Das steht im starken Kontrast zum Massensterben der Dinosaurier und vieler anderer Meeresraubtiere.

Viel evolutionäres Potenzial verloren

Ihren Höhepunkt erreichte die Artenvielfalt von Haien und Rochen im mittleren Eozän vor rund 50 Millionen Jahren. Seither ist ihre Vielfalt um mehr als 40 Prozent zurückgegangen.

«Dieser langfristige Rückgang ist heute von Bedeutung, weil er darauf hindeutet, dass die modernen Haie und Rochen bereits von einer verringerten Grundlage ausgehen», wurde Studienleiterin Catalina Pimiento von den Universitäten Swansea und Zürich in einer Mitteilung zur Studie der Universität Swansea zitiert. Haie und Rochen stünden also nicht nur menschlichen Bedrohungen wie Überfischung und Klimawandel gegenüber, sondern hätten bereits über zig Millionen Jahre hinweg viel evolutionäres Potenzial verloren.

Die nun entdeckten Muster waren laut den Forschenden für frühere Methoden unsichtbar. Studienmitautor Daniele Silvestro von der ETH Zürich erklärte in der Mitteilung, dass das KI-Modell lernen konnte, zu erkennen, wann weniger Fossilien in einer bestimmten Region auf eine begrenzte Sammeltätigkeit und nicht auf einen echten biologischen Rückgang zurückzuführen seien.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen