Eulen weltweit
Mythen, Aberglaube und Schutzprojekte

Eulen haben in jedem Kulturkreis eine andere Bedeutung: Entweder sind Eulen unheilvolle Nachtvögel, die Verderben ankünden, oder sie verkörpern Weisheit und bringen dem Menschen Glück. Forschende der Uni Lausanne gehen dem Aberglauben nun weltweit auf die Spur.
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Wie denken die Menschen über Eulen? Künden die Vögel Unheil an oder bringen sie Glück? Die unterschiedlichen Ansichten werden dokumentiert.
Foto: Keystone/LAURENT GILLIERON
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Eulen haben in jedem Kulturkreis eine andere Bedeutung: Entweder gelten sie als unheilvolle Nachtvögel, die Verderben ankündigen, oder sie verkörpern Weisheit und bringen dem Menschen Glück. Forschende der Uni Lausanne gehen dem Aberglauben nun weltweit auf die Spur.

Von Glücksboten bis Unheilsbringern

Den Kelten dienten Eulen als spirituelle Führer, die den Weg durch die Nacht beleuchteten. Die Römer ihrerseits assoziierten die Vögel mit Hexerei und schwarzer Magie. Tatsächlich leitet sich der Familienname der Eule vom lateinischen Strix ab, was «Hexe» bedeutet.

Noch heute ist der Aberglaube regional unterschiedlich. In Bern kündigt Eulengeschrei nicht den Tod, sondern die Geburt eines Kindes an. Ein mongolischer Glaube besagt hingegen, dass diese Vögel nachts in Häuser eindringen, um den Menschen die Nägel zu stehlen. Und in Kamerun ist die Eule zu böse, als dass man ihr einen richtigen Namen gegeben hätte: Die Menschen nennen sie einfach «den gruseligen Vogel».

Ein Forschungsteam der Uni Lausanne unter der Leitung eines erfahrenen Biologen und einer Sozialwissenschaftlerin will den verschiedenen Glauben zu Eulen weltweit mithilfe von Fragebögen in 35 Sprachen auf den Grund gehen. Tausende Menschen haben bereits an der Online-Umfrage teilgenommen und ihre Meinung zu den nachtaktiven Vögeln geäussert.

Regionale Unterschiede

Erste Resultate zeigen, dass in Afrika der Aberglaube deutlich stärker ausgeprägt ist als etwa in Indien oder in den angelsächsischen Ländern. «Unabhängig von der Herkunft der Teilnehmenden sehen wir, dass Menschen, die sich generell als schnell ängstlich und spirituell einschätzen und jünger sind, eine negativere Wahrnehmung von Greifvögeln haben», heisst es in einer Mitteilung der Uni Lausanne.

In Regionen, in denen Eulen besonders gefürchtet, gehasst oder sogar getötet werden, möchten die Forschenden die Vögel mit Präventionsmaßnahmen gezielt schützen. «Um diese Raubvögel besser zu erhalten und ihr Überleben zu sichern, müssen wir zeigen, dass sie nützlich sind», sagte der leitende Biologe des Projekts. So gelang es im Rahmen des «Peace Owl»-Projekts bereits, dass Landwirte im Westjordanland und in Jordanien nun Eulen nutzen, um Nagetierpopulationen zu regulieren. Dadurch reduzierten sie nicht nur den Einsatz von Chemikalien, sondern die Aufklärungskampagne führte auch zu einem Dialog zwischen den sich im Konflikt befindlichen Bevölkerungsgruppen.

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