Keine Frage von Glück
Warum wenige Schweizer 100 werden – und andere nicht

Nur ein winziger Teil der Schweizer Bevölkerung knackt die magische Grenze: In der Schweiz ist es jeder 5000. Mensch. Jetzt zeigt eine neue Studie: Wer 100 wird, hat nicht einfach Glück – sein Körper funktioniert tatsächlich anders.
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Rosa Rein (1897-2010) gillt als die älteste Schweizerin aller Zeiten. Mit 112 Jahren und 327 Tagen erreichte sie das höchste Alter einer in der Schweiz verstorbenen Person.
Foto: Keystone
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Nur rund 0,02 Prozent der Menschen in der Schweiz werden 100 Jahre alt – jetzt zeigt eine neue Studie: Ihr Körper tickt tatsächlich anders.

Forschende der Universitäten Genf und Lausanne fanden heraus, dass Hundertjährige im Blut überraschend «junge» Muster haben. Bestimmte Eiweisse ähneln eher denen von 30- bis 60-Jährigen als von 80-Jährigen – sie altern nicht insgesamt langsamer, aber entscheidende Prozesse sind gebremst.

Konkret bedeutet das: weniger Zellschäden durch oxidativen Stress, tiefere Entzündungswerte und ein stabilerer Zucker- und Fettstoffwechsel. Genau diese Faktoren spielen bei typischen Alterskrankheiten wie Diabetes oder Herzproblemen eine Schlüsselrolle.

Gleichgewicht als Geheimwaffe

Überraschend: Hundertjährige haben teils sogar weniger Antioxidantien im Blut – ein Hinweis darauf, dass ihr Körper gar nicht erst so stark unter Stress gerät.

Und was bedeutet das für die Schweiz? Die Zahl der sehr alten Menschen steigt seit Jahren. Die Studie bestätigt, was Fachleute vermuten: Gene spielen mit – aber nur zu etwa einem Viertel. Der Rest ist Lebensstil: Bewegung, Ernährung, Schlaf und soziale Kontakte.

Fazit: Kein Geheimtrick, keine Wunderpille. Wer sehr alt wird, hat vor allem einen Körper, der über Jahrzehnte hinweg im Gleichgewicht bleibt – und Schäden gar nicht erst im gleichen Ausmass entstehen lässt.

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