Geld, Gesundheit, Sex
Die 50 wichtigsten Fragen

Zum Jahreswechsel haben wir Schweizer Persönlichkeiten gebeten, 50 Fragen zu beantworten, die uns wichtig erscheinen. Hier die Antworten.
Publiziert: 20.12.2014 um 16:03 Uhr
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Aktualisiert: 04.10.2018 um 23:05 Uhr
Teile uns deine Meinung zur Vorlesefunktion mit. Zur kurzen Umfrage.
Was ist wichtig im Leben? Neugeborenes im Bündner Regionalspital Surselva.

1 Bin ich ein richtiger Mann?

Wer so fragt, hat schon verloren. Nur wer sich seiner Männlichkeit nicht sicher ist, muss sie sich von anderen bestätigen lassen.
Jürg Acklin , Schriftsteller und Psychoanalytiker

2 Muss ich meinen Eltern ewig dankbar sein?

Kommt drauf an wofür. Dafür, dass sie einem das Leben geschenkt haben? Dafür, dass sie einen danach nicht sofort zur Adoption freigegeben haben? Dafür, dass sie einen gefüttert und gewickelt haben? Für ihren zeitlichen, finanziellen und energetischen Verzicht? Oder vielleicht am ehesten dafür, dass sie einem durch ihr mitunter höchst fragwürdiges Verhalten letztlich geholfen haben, der zu werden, der man heute glücklicherweise ist? Thomas Meyer, Autor

3 Gibt es Seelenverwandtschaft?

Unsere Freunde sind nicht deswegen unsere Freunde, weil wir seelenverwandt sind, aber weil sie unsere Freunde sind, fühlen wir uns ihren Seelen verwandt. Mitja Back, Persönlichkeitspsychologe und Freundschaftsforscher

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4 Bin ich alt?

In meiner Kindheit galten 71-Jährige als sehr alt! Und wenn ich mich so ungeschminkt im Spiegel sehe ... na ja, die Altersringe sind nicht zu übersehen! Trotzdem «fühle» ich mich nicht alt. Vielleicht, weil ich nach wie vor gesund bin, interessiert und unternehmungslustig? Ich hoffe, dass es noch lange so bleibt! Heidi Maria Glössner, Schauspielerin

5 Muss ich zum Psychologen?

Nein. Meines Wissens ist das immer noch freiwillig. Peter Schneider, Psychoanalytiker

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6 Soll ich aus der Kirche austreten?

Das ist Ihre persönliche und alleinige Entscheidung. Wenn Sie tatsächlich zur Erkenntnis gelangt sind, dass der Gottesglaube ein Irrtum ist, treten Sie aus, ohne zu fragen: «Soll ich?» Werner Kieser, Philosoph und Krafttrainer

7 Wie sicher ist die Schweiz?

Die Schweiz ist heute sicher, die Welt leider nicht. Nationale Interessen werden zunehmend intensiv und mit Nachdruck verfolgt. Krieg dient selbst in Europa wieder als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. In diesem Umfeld braucht die Schweiz einen nüchternen Sinn für die Realität und ihre Neutralität. Und sie braucht eine auf die modernen Bedrohungen und Gefahren ausgerichtete Armee. Damit unser Land auch künftig friedlich und sicher bleibt. Ueli Maurer, Bundesrat

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8 Bin ich ohne Facebook-Profil verloren?

Facebook ist Kafitratsch, Kontaktbörse, Infozentrum und Poesiealbum in einem. Für mich war es gar der Grundstein einer wunderbaren Karriere. Verloren also? Nein. Aber bestimmt an einem anderen Punkt in meinem Leben. Yonni Meyer schreibt als Pony M. für mehr als 38000 Facebook-Fans

9 Soll ich meinen Mann verlassen?

Wenn die Beziehung in der sinnlichen Eiszeit erstarrt ist, die Gefühlswelt in der Tiefkühltruhe darbt, sollte eiligst der Stecker gezogen werden! Auftauen ist angesagt, mit oder ohne ihn – oder in neuer Besetzung. Julia Onken, Herausgeberin des Magazins «Generation Superior»

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10 Muss ich in die Politik einsteigen?

Die Antwort kann – zumindest für die 5 189673 wahlberechtigten Schweizerinnen und Schweizer – nur mit «Ja» beantwortet werden. Denn als Mitglied des Souveräns, dem obersten Organ der Schweiz, bleibt einem gar keine andere Wahl. Sich der Politik zu entziehen, ist nicht möglich, sie tangiert uns alle. Und das ist gut so. Thomas Minder, Ständerat

11 Soll ich mein ungeborenes Kind auf mögliche Behinderungen testen?

Das dürfen die Eltern entscheiden. Wichtig ist die sorgfältige Aufklärung. Aus meiner Sicht ist es von Vorteil, Behinderungen bereits frühzeitig zu erkennen, um sie bei und nach der Geburt richtig behandeln zu können. Bei manchen Erkrankungen des Kindes können sich die Paare nicht vorstellen, das Kind auszutragen und ein Leben lang zu begleiten. Das kann ich respektieren. Stephanie von Orelli, Chefärztin Frauenklinik, Stadtspital Triemli

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12 Soll ich mir Fett absaugen lassen?

Ja, unbedingt! Bauch weg mit dem geringstem Aufwand. Und, im Zeitalter der Wiederverwertung: Was machen wir mit dem Fett? Wir servieren an Weihnachten «Bauchfettuccine al limone». Oder: Die Kinder könnten daraus schöne Kerzen ziehen und hätten gleich ein Gschenkli für Götti und Gotte. Das wäre dann ja auch eine Art von Fettverbrennung, einfach einfacher. Claudio Zuccolini, Komiker, zurzeit mit «iFach Zucco» unterwegs

13 Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich ein Kind mehr liebe als das andere?

Alle Kinder gleich lieben? Das ist eine unrealistische Anforderung an eine Mutter. Ich würde für jedes meiner Kinder mein Leben riskieren. Trotzdem sind mir nicht alle gleich nah und das wechselt auch immer mal wieder. Wenn ich merke, dass ich für ein Kind weniger positive Gefühle habe, verbringe ich extra mehr Zeit mit ihm allein. So erlebe ich Schönes mit ihm und sehe die guten Seiten. Marianne Botta Diener, Mutter von acht Kindern und Ernährungswissenschaftlerin

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14 Macht bünzlig sein glücklich?

Nachdem ich letzten Monat zum ersten Mal im Leben Coop-Märkli gesammelt habe, muss ich wohl behaupten: Ja. Bünzlis müssen nicht krampfhaft versuchen, unbünzlig zu sein – das entspannt und macht glücklich. Andrea Jansen, Fernseh- und Familienfrau

15 Wie viel Schlaf ist genug?

Im Schnitt braucht der Mensch 7 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht. Die individuellen Unterschiede reichen aber von ungefähr 5 bis 11 Stunden. Viele schlafen eher zu wenig, weil wir ins Bett gehen, wann wir wollen und aufstehen, wann wir müssen. Jede Nacht eine halbe Stunde mehr Schlaf würde deshalb nicht schaden. Corinne Roth, Leiterin des Schlaflabors Inselspital Bern

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16 Können sich Menschen ändern?

Das Gehirn ist bis ins hohe Alter plastisch, also veränderbar. Daher im Prinzip: Ja. Da der Mensch aber, wie wir alle wissen, ein Gewohnheitstier ist, und wirkliche Veränderung viel Arbeit und hohe Motivation benötigt: in der Realität eher selten. Sonja Hofer, Neurobiologin an der Universität Basel

17 Ist es klug, beim ersten Date Sex zu haben?

Als Mann können Sie nicht viel falsch machen. Als Frau müssen Sie leider immer noch damit rechnen, dass der Mann in Ihnen dadurch leichte sexuelle Beute sieht und mehr nicht. Aber denkt er da kleinkariert, können Sie in Bezug auf eine ernst zu nehmende Beziehung so oder so auf ihn pfeifen. Caroline Fux, Psychologin und BLICK Sexberaterin

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18 Gibt es Gott?

Ob es Gott gibt, kann ich im strengen Sinn nicht beweisen. Dass es Gott nicht gibt, lässt sich aber ebenso wenig beweisen. Die Annahme der Existenz Gottes ist vielmehr nur in der Haltung eines vernünftigen Grundvertrauens möglich. Wir stellen in der Welt – vor allem bei uns Menschen – fest, dass es Geist und Vernunft gibt. Anzunehmen, dass Geist und Vernunft aus dem Unvernünftigen und Zufälligen stammen würden, ist keineswegs vernünftig. Geist und Vernunft kommen vielmehr von Geist her. Anzunehmen, dass es Gott als Geist und Urvernunft gibt, ist deshalb viel sinnvoller. An Gott glauben widerstreitet keineswegs der Vernunft, sondern ist höchst vernünftig. Kardinal Kurt Koch

19 Ist Joggen gesund?

Sehr! Viktor Röthlin, Marathonläufer

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20 Wie streite ich richtig?

Das fragen Sie ausgerechnet mich? Ich liebe die Debatte und sie mich, was man von vielen Schweizern leider nicht behaupten kann. Streiten braucht drei Voraussetzungen: gleichwertige Partner, knackiges Denkvermögen und viel Humor. Nun raten Sie mal, weshalb ich im Ausland wohne ... Regula Stämpfli, Politphilosophin

21 Was ist gescheiter – eine Lehre oder das Gymnasium?

Wenn man gerne lernt und an den Aufgaben dranbleiben kann, passt man ins Gymnasium. Und auch, wenn man noch nicht genau weiss, was man später machen möchte. Wenn man aber einen klaren Berufswunsch hat oder Abwechslung vom Schulalltag braucht, ist die Lehre die bessere Lösung. Wir haben uns beide für eine Lehre im Gesundheitsbereich entschieden, weil wir so Menschen helfen können. Sophia Ammann und Julia Gees, Sekundarschülerinnen

22 Verdiene ich genug?

Selbstverständlich nicht, es könnte immer mehr sein! Aber «Money for nothing» à la Dire Straits ist natürlich nicht angesagt. Zur Frage «Ist Ihr Lohn gerecht?» würde ich Ja sagen. Denn der Lohn wird bezahlt für Kompetenz und nicht für Alter, Geschlecht, Nationalität oder die Lebensform, die wir ausgewählt haben. Urs Klingler, Salärexperte

23 Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo?

Moderner Gladiator oder Zauberzwerg? Statistisch seit Jahren nicht zu beantworten – also eine Glaubensfrage. Dazu passt dieser Witz: «Gott schickte mich zur Erde, um den Menschen zu zeigen, wie man Fussball spielt», sagt Ronaldo. «Ich habe niemanden geschickt», sagt Messi. Ich glaube: Ronaldo ist ein Messias – Messi aber göttlich. Michael Wegmann, BLICK-Fussballexperte

24 Soll ich auswandern?

Ja – wenn Sie saubere Seen, gute Schulen, die direkte Demokratie, tiefe Steuern, pünktliche Züge und geringe Arbeitslosigkeit tauschen wollen gegen besseren Espresso (Italien), mehr Freiheit (USA), Sonne (Thailand), fröhlichere Menschen (Karibik), besseren Fussball (Spanien), mehr Streitkultur (Deutschland), schnellere Internetverbindung (Südkorea), Abenteuer (Amazonas) und Weitsicht (Australien). Peter Hossli, USA-Rückkehrer und Reporter SonntagsBlick

25 Darf ich mit meinem Chef flirten?

Na klar, aber bitte mit vollem Körpereinsatz! Freuen Sie sich auf seine Frau, die Ihnen die Augen auskratzen will und auf das Ende der «Spielzeit», wenn er Sie mit einem packenden Zeugnis vor die Tür setzt. Sie werden sich wie eine abgelegte Mätresse fühlen und dürfen sich einen neuen Job suchen. Oder wollen Sie vielleicht doch «da draussen» mal Ihr Glück versuchen? Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute! Marit Zenk, Secretary Coach

26 Warum werde ich nicht klüger?

Sie werden klüger. Wenn Sie wollen. Es ist die Hauptfunktion unseres Gehirns, dass wir die Welt und uns selbst interpretieren und dass wir lernen können. Auf der Ebene des Gewebes heisst dieser Vorgang «Neuroplastizität». Gemeint ist damit, dass sich die vielen Milliarden von Schaltstellen zwischen den Nervenzellen im Gehirn von Natur aus immer wieder neu bilden. Es bleiben aber nur diejenigen in Funktion, die auch benutzt werden. Jürg Kesselring, Chefarzt Neurologie und Neurorehabilitation, Valens

27 Soll ich Exit beitreten?

Jeder Einzelne muss das ganz allein für sich entscheiden. Ein Ja und ein Nein verdienen Respekt. Ich bin seit Jahrzehnten Mitglied, weil mir die Freiheit am Lebensende ein Herzensanliegen ist und meine Nächsten wissen das. Beatrice Tschanz, Kommunikationsberaterin

28 Wann sind Lügen in Ordnung?

1. Wenn man aus Höflichkeit schwindelt – zumindest meistens. 2. Wenn die Lüge selbstlos ist, sie also nicht dem Lügner selber dient, sondern dem Belogenen oder einem Dritten – zumindest meistens. 3. Wenn zum Beispiel Arbeitgeber oder Vermieter Dinge wissen wollen, die sie rechtlich gesehen nichts angehen – immer. Andrea Haefely, Autorin von «Schweigen, schummeln, lügen. Was ist erlaubt?»

29 Darf ich Patriot sein?

Ja. Patrioten lieben das Vaterland. Also darf es auch Matriotinnen geben, die das Mutterland lieben. Ich will, dass die Einleitung unserer Verfassung zur neuen Landeshymne wird. Die Werte dieses Textes bleiben wie Leitbilder tote Buchstaben, wenn man sie nicht ständig studiert – oder gar besingt. Patrioten lieben ihre Heimat, ohne Fremdes abwerten oder gar ablehnen zu müssen. Lukas Niederberger, Geschäftsleiter der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft

30 Soll ich heiraten?

Ja. Auch wenn Sie sich etwas versprechen, was Sie eigentlich nicht versprechen können. Nämlich Ihre Zukunft. Darum sagen Sie Nein bevor Sie Ja sagen. Nein zu einem fraglosen Ja. Fragen Sie sich aus. Fragen Sie nicht nur, wo und wie Sie heiraten wollen. Sondern, wozu Sie verheiratet sein wollen. Und wie Sie streiten wollen. Und dann setzen Sie ein Zeichen: Ja, ich will. Ich glaube daran, dass man Liebe verbindlich leben kann. Andrea Marco Bianca, Pfarrer

31 Ist es clever, in Gold zu investieren?

Im Jahr 1970 kostete die Feinunze Gold noch 20 Dollar. Heute sind die 28,35 Gramm des Edelmetalls über 1200 Dollar Wert. Wer also ein paar Jahre Zeit hat, kann ruhig in Gold investieren. Wer seinem Schatz jedoch damit einen goldenen Ring zur Verlobung schenken will, sei gewarnt. Denn je teurer der Ring ist, desto kürzer hielt die Beziehung. Andreas Schaffner, Stv. Wirtschaftschef SonntagsBlick

32 Soll ich mir einen Hund anschaffen?

Loriot sagte einst: «Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.» Die Gegenfrage lautet deshalb: Können Sie ein guter Hundehalter sein? Familienanschluss, Bewegung, Sozialkontakte, veterinärmedizinische Betreuung und Hundekurse – ohne das geht es nicht. Wir wissen aus Erfahrung: Jeder Hund verdient eine Familie, aber nicht jede Familie verdient einen Hund. Susy Utzinger, Geschäftsführerin der «Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz»

33 Mag mich mein Chef?

Wenn wir uns bei der Arbeit dauernd diese Frage stellen, stimmt etwas nicht mehr. Die Frage ist sehr tückisch, denn es zählt nicht mehr, ob ich Leistung bringe oder ob mir meine Arbeit gefällt. Immer wieder überlege ich mir, ob ich dem Chef gefalle und mich richtig verhalte, um nicht seine Sympathie zu verspielen. Der Chef hat die Macht, mich zu mögen oder nicht. Aber ich muss mir überlegen, die Stelle zu wechseln. Martin Miller, Psychotherapeut

34 Ist es sinnvoll, Chinesisch zu lernen?

Auf jeden Fall! Nicht, weil Sie sich nach einem Jahr Unterricht sinnvoll verständigen könnten. Nein. Sondern, weil es nichts Meditativeres gibt als chinesische Zeichen mit Bleistift ins linierte Notizheft zu krakeln und sich in einer beruhigenden Sprachlosigkeit wiederzufinden. Gabi Schwegler, SonntagsBlick-Reporterin und Chinesisch-Schülerin

35 Ist künstliche Intelligenz Fluch oder Segen?

Künstliche Intelligenz durchdringt unser Leben schon heute: von Facebook über Google bis zu unserem Bankkonto. Sie unterdrücken zu wollen, ist sicher nicht die Lösung. Wir sollten viel eher verstehen lernen, wie wir am meisten von ihr profitieren können und ihr, dort wo nötig, Grenzen setzen. Das liegt in der Verantwortung der Gesellschaft. Davide Scaramuzza, Direktor der Robotics and Perception Group an der Universität Zürich

36 Bin ich Alkoholikerin?

Sie geniessen gerne einen Drink? Kein Problem. Sie können nach ein, zwei Gläsern problemlos «Danke, genug» sagen? Bestens. Beunruhigt Sie das Nachdenken über diese Fragen? Dann braucht es Klärung. Philipp Hadorn, Präsident Blaues Kreuz Schweiz

37 Wird Treue überbewertet?

Treue im veralteten Sinn heisst: Wir sind verheiratet und steigen nie mit einem anderen ins Bett. Diese Definition ist nicht mehr für alle gültig! Treue bedeutet heute, im Herzen treu zu sein, aber nicht unbedingt mit dem Körper. Man kann eine Person innig lieben und trotzdem in andere Betten steigen. Und man kann mehrere Personen lieben, ohne untreu zu sein. Die einzige Frage ist: Was ist die Abmachung unter den Liebenden? Maggie Tapert, Sex-Expertin

38 Darf ich ein Elektroauto fahren?

Ja, wenn Sie Ihr oberflächliches Öko-Gewissen beruhigen und damit aufschneiden wollen. Möchten Sie aber etwas gegen den Klimawandel tun, fahren Sie Ihren Benziner oder sparsamen Diesel so lange wie möglich. Die Herstellung eines Neuwagens stösst nämlich mehr CO2 in die Luft als Ihr altes Auto im ganzen Leben. Das regelmässige Aufladen der Lithium-Ionen-Batterie mit herkömmlichem Strom belastet die Umwelt ebenfalls erheblich. Fibo Deutsch, Journalist Ringier

39 Haben Verbrecher eine zweite Chance verdient?

Nein, nicht jeder. Entscheidend ist das Risiko. Das Risiko muss durch eine professionelle Beurteilung eingeschätzt werden. Ist das Risiko gering, dann ist die zweite Chance gerechtfertigt. Ist es hoch und der Täter unbehandelbar, dann hat er seine Eintrittskarte für die Gesellschaft verspielt. Denn: Opferschutz geht vor! Frank Urbaniok, Gerichtspsychiater

40 Muss ich ab 30 meine grauen Haare färben?

Unbedingt! Wer will schon älter aussehen, als er wirklich ist? Allerdings: Sie müssen nicht gleich für den 30. Geburtstag einen Coiffeur-Termin abmachen. Warten Sie mit dem Griff zur Farbtube, bis Sie mit dem Ausreissen von grauen Haaren nicht mehr nachkommen. Katia Murmann, Teamleiterin News SonntagsBlick

41 Ist es leichtsinnig, sich tätowieren zu lassen?

Leichtsinnig ist gelinde ausgedrückt. Ich bin da ganz unmodern und vertrete eine durchaus reaktionäre Ansicht. In meinem Freundeskreis gibt es keine Tattoos und ich habe mich noch nie in jemanden mit Tattoo verliebt. Es ist, als würde sich die Menschheit in zwei Hälften spalten, Tattoo und nicht Tattoo. Die Seelen wissen das voneinander und gehen sich aus dem Weg. Wäis Kiani, Style Writer SonntagsBlick

42 Darf ich noch Fleisch essen?

Das Entscheidende beim Fleisch ist die Kontrolle der Herkunft und die Haltung der Tiere. Essen Sie lieber weniger, dafür kontrollierter und zahlen Sie lieber einen Franken mehr, damit das Produkt auf dem Teller stimmt. Fleisch ist Vertrauenssache, deshalb arbeite ich seit Jahren mit meinem Lieblingsmetzger. So schlafe und geniesse ich vorzüglich. Meta Hiltebrand, Spitzenköchin

43 Hilft Cola wirklich gegen Übelkeit?

Wissenschaftliche Beweise dafür gibt es nicht. Am besten probiert es jeder selbst aus, denn wirklich falsch kann man nichts machen. Steffi Schlüchter, Ernährungsberaterin und Leiterin Nutrinfo

44 Soll ich mich unterbinden lassen?

Bei abgeschlossener Familienplanung ist die Unterbindung beim Mann eine sichere, einfache und definitive Methode. Viele Frauen sind ihren Männern für eine Vasektomie dankbar, da sie dann nicht mehr hormonell verhüten müssen. Die No Scalpel»-Vasektomie wird sogar nur durch einen kurzen, circa fünf Millimeter grossen Zugang am Hodensack durchgeführt. Die Unterbindung kann mikrochirurgisch wieder rückgängig gemacht werden bei erneutem Kinderwunsch. Trotzdem: Die Vasektomie ist keine Lifestyle-Operation. Hubert John, Chefarzt Klinik für Urologie am Kantonsspital Winterthur ZH

45 Soll ich meine Affäre beichten?

Sie haben verschiedene Spielarten zur Wahl: Wenn Sie stark oder ängstlich genug sind, schweigen Sie. Ihr Geheimnis macht Sie einsam. Oder Sie legen ein reuiges Geständnis ab, wegen Ihres schlechten Gewissens. Mildernde Umstände wird es aber nicht geben. Auch nicht, wenn Sie tapfer und aufrecht sagen, was Sache ist. Alle Varianten werden verheerende Nebenwirkungen haben. Klaus Heer, Paartherapeut

46 Soll ich mir eine Smartwatch kaufen?

Warum nicht, wenn noch ein Handgelenk frei ist. Ist wie bei Nick Hayek schon der ganze Arm voller Uhren, lohnt es sich, noch ein wenig zu warten. Bis die Smartwatches aussehen wie schöne Uhren und auch wirklich mit Intelligenz das mobile Leben erleichtern. Lorenz Keller, Digital-Redaktor

47 Wann muss ich meinen Job künden?

Wenn Sie fertiggemacht, bedroht oder belästigt werden. Nicht aber, wenn Sie nur manchmal überfordert sind oder sich langweilen. Stellen Sie sich folgende Fragen: Kann ich mich weiterentwickeln? Erhalte ich Anerkennung? Identifiziere ich mich mit meinem Job? Kann ich mit meinen Kollegen gut zusammenarbeiten? Nicola Jacobshagen, Arbeitspsychologin an der Universität Bern

48 Bin ich schmuddelig, wenn ich im Trainer einkaufen gehe?

Wer nur mal kurz ums Eck zum Bäcker möchte, kann die Trainerhose gerne anbehalten. Sie sollte aber frisch gewaschen und nicht ausgebeult sein. Und: übergrosse, verfusselte Oberteile und Finken zu Hause lassen. Besser ein paar Sneakers und Kaschmir-Strickjacke dazu kombinieren. Ana Maria Haldimann, BLICK-Stilberaterin

49 Muss ich Ökostrom kaufen?

Nein. Schliesslich bezahlen wir schon heute mit jeder konsumierten Kilowattstunde Strom 0,6 Rappen in die Ökostrom-Förderung. Ab 2015 steigt dieser Betrag auf 1,1 Rappen. Zudem beziehen viele Stromkunden schon heute Ökostrom, ohne dass sie es wissen. Denn immer mehr regionale Versorger stellen ihre Standardprodukte von sich aus auf Öko um. Philipp Albrecht, Wirtschaftsredaktor

50 Sind Kinder auf dem Land fröhlicher?

Auf keinen Fall. Ohne Hintergedanken fragte ich kürzlich unsere dreijährige Tochter, wo sie am liebsten lebe. Die Antwort war überraschend deutlich: Hier in der Stadt Zürich – auch wenn sie die ländlichen Orte, wo ihre Grosseltern wohnen, sehr gerne habe. Heutzutage gehen Stadtkinder schon im Kindergarten auf den Bauernhof. So wissen auch sie, dass die Milch vom Bauern kommt und nicht aus der Migros komt. Matthias Halbeis, Co-Politikchef und Vater von zwei Stadtkindern

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