Survival-Camp für die Kleinen in Lutry VD
Hier lernen Wohlstandskinder das Überleben

Oberhalb von Lutry am Genfersee boomt ein Survival-Camp für Kinder. Neben purer Action wird auch Wissen gelehrt. BLICK war vor Ort und hat die Kinder bei ihrem Überlebenstraining begleitet.
Publiziert: 20.07.2018 um 16:03 Uhr
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Aktualisiert: 14.09.2018 um 17:21 Uhr
Gabriela Battaglia, Sebastian Zünd (Text), Siggi Bucher (Fotos)

Adrien de Meyer (41) hat sich oberhalb von Lutry VD auf einem 28’000 Quadratmeter grossen Gelände seinen Kindheitstraum erfüllt: ein echtes Survival-Camp. Sein Cobalt Project verbindet modernes Videospiel mit echten Herausforderungen in der Wildnis. Das Konzept boomt – die Zahlen sprechen für sich. «Sieben Prozent der Bevölkerung im Raum Lausanne kommen einmal im Jahr zu uns», sagt de Meyer stolz.

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Adrien de Meyer (41), Gründer und Erfinder von Cobalt Project.

Seit letztem Jahr sind im Sommer auch Kinder erwünscht. Sie besuchen das Cobalt Kids Camp – ein Ferienlager der besonderen Art. «Die Idee hatte meine zwölfjährige Tochter» so de Meyer. Das Survival-Camp bietet fünf Schwerpunkte: Adrenalin, Überleben, Auskundschaften, Bewegung und Schutz. «Kinder lieben Action und Emotion, das kriegen sie hier uneingeschränkt», so de Meyer.

Die Kinder tollen, lachen – und spuren

43 Kinder (7 bis 15 Jahre alt) sind am Start. Überall schwirren die Nachwuchs-Camper umher, kreischen und lachen. Die Betreuer haben mit klaren Anweisungen und Trillerpfeifen trotzdem das letzte Wort. Die Kids spuren, schliesslich dürfen sie mit ihren Aufpassern dann auch mit einem Buggy oder Quad herumfahren. Sogar ein umgebauter Panzer kommt zum Einsatz. Spass steht im Vordergrund: Ein wagemutiger Sprung aus zehn Metern auf ein Mega-Luftkissen ist für viele das Highlight. 

Teilnehmerin Sophia (10) sagt: «Ich liebe es hier, wir haben den ganzen Tag Action, das braucht aber auch Mut.» Auch Alexandre (10) ist voll bei der Sache. Er schafft über 50 Rumpfbeugen, ohne mit der Wimper zu zucken. Sogar aus dem Kofferraum eines Autos befreit er sich blitzschnell: «Es macht wahnsinnig Spass!»

Paintball ist der Renner

Besonders beliebt ist Paintball. Die Kinder müssen einen Coach auf dem Gelände jagen, der zwei Ballone bei sich trägt. «Wir schiessen nur auf denjenigen, der die Ballons hat», ruft Lager-Betreuerin Sixtine (26) laut. Klare Ansage: «Sobald jemand weint, brechen wir ab!»

Die Kinder drängeln sich in die Schlange, um einen Sturmhelm und ein Paintball-Gewehr zu fassen. Dann ertönt ein schriller Pfeifton. Die Buben und Mädchen rennen los. Nach wenigen Minuten ist der Spass zu Ende. Der Coach ist rasch entdeckt, die Ballone zerplatzen.

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Dennoch: Das Lager besteht nicht nur aus purer Action – auch Wissen soll vermittelt werden. Die Kinder lernen, wie man sich von der Natur ernährt oder ein Floss baut. Auch Erste-Hilfe-Massnahmen und Selbstverteidigung stehen auf dem Programm.

Lernen, Ängste zu überwinden

«Die Kinder sollen ihre Ängste überwinden», sagt Betreuerin Sixtine (26) zum Programm. Sie weiss: «Viele haben in der Schule Konzentrationsprobleme. Wir bieten den Kindern eine angepasste Umgebung. Hier fliessen Theorie und Praxis zusammen.»

Wenn keine Kinder das Mega-Areal bevölkern, ist das «Cobalt Project» das Spielfeld des neuen Trends «Real Action Sport»: einer Kombination zwischen Paintball und moderner Computertechnik. Das «Abschiessen» des Gegners steht nicht mehr im Vordergrund. Auch Spezialeinheiten der Polizei trainieren hier. Die Ligue-1-Fussballstars von Olympique Marseille knackten erst kürzlich alle Rekorde.

Im nächsten Jahr wird das Cobalt Kids Camp erstmals auch für Deutschschweizer zugänglich. «Wir stellen Militärbaracken auf, damit die Kinder vor Ort übernachten können», sagt de Meyer. Seine Vision: «Ich will mein Projekt auch in die Deutschschweiz bringen und suche schon im Raum Zürich ein geeignetes Gelände.»

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