Eltern & Gene
Intelligenz von Mama, Schönheit vom Papa?

Gesund, schlau und bildhübsch: Eltern haben lange Wunschlisten für ihren Nachwuchs. Doch wer vererbt eigentlich was? Neue Studien zeigen: Wenn es um die Intelligenz geht, ist die Mutter entscheidend. Und beim Aussehen? Da wird es richtig kurios.
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Beim Aussehen des Nachwuchses wird es komplizert mit den Genen.
Foto: Unsplash

Darum gehts

  • Kinder erben Intelligenz überwiegend von der Mutter, beeinflusst durch das X-Chromosom
  • Studien: IQ der Mutter prägt Kind um circa 15 Punkte Radius
  • Schöne Mütter bekommen oft Kinder, die dem weniger attraktiven Vater ähneln
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Schweizer Illustrierte

Ganz oben auf der Wunschliste aller Eltern steht natürlich immer die Gesundheit. Doch direkt danach folgen meist Intelligenz und Schönheit. Ein schlaues Köpfchen und ein hübsches Gesicht – das genetische Jackpot-Los. Doch woher kommen diese Eigenschaften eigentlich? Die Wissenschaft gibt überraschende Antworten:

Mütter sind die Intelligenz-Spender

Männer, jetzt müsst ihr stark sein: Wer glaubt, seinen messerscharfen Verstand eins zu eins an den Sohnemann oder die Tochter weiterzugeben, irrt sich gewaltig. Die Forschung der Medical Research Council Social and Public Health Sciences Unit in Glasgow ist deutlich: Intelligenz wird primär über das X-Chromosom vererbt.

Da Frauen zwei X-Chromosomen besitzen, Männer hingegen nur eines, ist die Mutter die Hauptquelle für den IQ des Kindes. Tatsächlich weicht der IQ eines Kindes meist nur maximal 15 Punkte von dem der Mutter ab.
Der Trost für die Papis: Nur etwa 40 bis 60 Prozent der Intelligenz sind genetisch fixiert. Den Rest entscheiden Umfeld, Erziehung und Ernährung. Hier können Väter also Boden gutmachen und den Nachwuchs ordentlich fördern.

Das Beauty-Rätsel: Warum hässliche Väter Glück haben

Beim Aussehen wird es komplizierter – und für die Männer schmeichelhafter. Während Schönheit oft im Auge des Betrachters liegt, gibt es laut Psychologe Lars Penke auch objektive Faktoren: Symmetrie ist Trumpf, Extremmerkmale wie Segelohren eher weniger. Doch wer setzt sich genetisch durch? Eine deutsche Studie mit 89 Familien lieferte verblüffende Ergebnisse:

Schöne Frauen, Väter-Kopien: Je attraktiver die Mutter ist, desto wahrscheinlicher sieht das Kind aus wie der Vater.

Besonders kurios: Der «Hässlichkeits-Bonus»: Die Ähnlichkeit zwischen Vater und Kind ist umso stärker, je weniger attraktiv der Vater ist. Die Natur scheint hier ein optisches Gleichgewicht erzwingen zu wollen.

Pech für die Söhne

Schottische Forscher setzen noch einen drauf: Hübsche Väter dürfen sich über schöne Töchter freuen – die Genetik scheint hier direkt durchzugreifen. Die Söhne hingegen gehen leer aus: Sie können sich nicht darauf verlassen, dass Papas gutes Aussehen automatisch bei ihnen landet.

Wir fassen mal ganz einfach zusammen: Wer ein geniales Kind will, sollte sich eine schlaue Frau suchen. Wer ein hübsches Kind will, muss wohl auf die Launen der Natur hoffen – oder darauf, dass der Vater dem Nachwuchs zumindest ähnlich sieht.

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