Streit um Staub und Chaos
Der Nachwuchs macht zu wenig im Haushalt

Frühlingsputz bringt Stress: 46 Prozent der Schweizer Haushalte streiten übers Putzen – oft wegen Sauberkeitsstandards. Vor allem Eltern von Teenagern fühlen sich mit der Hausarbeit alleingelassen.
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Unordentlich: Erst wenn die Kinder aus dem Haus sind, kehren Ruhe und Sauberkeit zurück.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zwei Drittel der Schweizer machen einen jährlichen Frühlingsputz
  • 70 Prozent der Frauen übernehmen den Hauptanteil, Männer nur 24 Prozent
  • 56 Prozent der Eltern sagen, ihre Kinder würden sich zu wenig engagieren
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Mit dem Frühling steigt der Wunsch nach Ordnung. Fenster werden geputzt, Schränke ausgemistet, Böden gründlich gewischt. Für rund zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer gehört der Grossputz fest zur Jahresroutine. Doch so schön das Ziel einer sauberen Wohnung ist, der Weg dorthin kann in vielen Familien ziemlich frustrierend sein. Denn sobald es ums Putzen geht, zeigen sich klare Unterschiede zwischen Eltern und Nachwuchs. Dies ergibt eine Umfrage im Auftrag des Immobilienportals newhome.ch.

Je älter, desto besser

56 Prozent der Befragten mit Kindern im Alter von über zehn Jahren sagen, dass ihre Kinder sich zu wenig im Haushalt engagieren. Viele Eltern fühlen sich alleingelassen und wünschen sich mehr Einsatz – besonders dann, wenn vereinbarte Aufgaben nicht erledigt werden. Das führt regelmässig zu Streit.

Bei Erwachsenen unter vierzig Jahren ohne Kinder richtet sich die Kritik hingegen häufiger an die Partnerinnen oder Partner: 32 Prozent finden, dass diese mehr leisten sollten. Erst wenn die Kinder aus dem Haus sind oder keine Minderjährigen mehr im Haushalt leben, entspannt sich die Situation spürbar. Mit zunehmendem Alter steigt die Zufriedenheit: 63 Prozent der über 40-Jährigen geben an, dass niemand zu wenig im Haushalt macht.

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Unterschiedliche Erwartungen

Konflikte beim Putzen gehören für viele Familien zum Alltag. 46 Prozent erleben gelegentlich Streit, 28 Prozent sogar regelmässig. Besonders heftig kracht es in Haushalten mit Kindern im Alter von über zehn Jahren.

Der grösste Streitpunkt ist weniger der Schmutz selbst als die unterschiedlichen Vorstellungen davon, was sauber ist. 51 Prozent der Befragten geben an, dass verschiedene Sauberkeitsstandards zu Konflikten führen. Während Eltern oft schon zufrieden sind, empfinden Kinder manches noch lange nicht als ordentlich – oder umgekehrt.

Auch Zeitmangel spielt eine Rolle: 28 Prozent geben an, dass schlicht die Zeit fehlt, um alles zu erledigen. 22 Prozent bemängeln unklare Aufgabenverteilungen. Das ist gerade in Familien mit Kindern im Alter von über zehn Jahren eine häufige Quelle für Reibereien.

Männer, Frauen und Kinder im Vergleich

Auch beim Blick auf die Geschlechter zeigen sich Unterschiede. 70 Prozent der Frauen übernehmen den Grossteil der Hausarbeit, bei Männern sind es nur 24 Prozent. Gleichzeitig glauben viele Männer, dass die Arbeit fair verteilt sei: 32 Prozent stimmen dieser Aussage zu, bei den Frauen sind es lediglich 16 Prozent.

Kinder tragen oft deutlich weniger bei, als sich Eltern wünschen. Besonders in Haushalten mit Kindern im Alter von über zehn Jahren bleibt die Beteiligung gering – und das führt regelmässig zu Ärger und Diskussionen.

Zeit, Bildung und Geld beeinflussen die Hausarbeit

Neben Alter, Geschlecht und Kindern spielen auch Lebensumstände eine Rolle. Wer berufstätig ist, hat oft weniger Zeit für Hausarbeit. Menschen mit höherer Bildung neigen zu gleichmässigerer Aufteilung. Wer mehr verdient, lagert häufiger Aufgaben aus, dennoch übernimmt nur bei 6 Prozent der Haushalte eine externe Reinigungskraft den Grossteil der Arbeit.

Trotz aller Spannungen bleibt der Frühlingsputz für viele unausweichlich. 60 Prozent geben an, einen Grossputz durchzuführen. Für 37 Prozent ist er die perfekte Gelegenheit, liegengebliebene Aufgaben endlich anzugehen. Andere stehen ihm eher kritisch gegenüber: Rund ein Viertel empfindet ihn als notwendig, jeweils 18 Prozent als lästig oder endlos.

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