Neue Studie zeigt
Wie sich Beziehungswünsche von Männern und Frauen unterscheiden

Eine neue Studie der Dating-App Parship zeigt, was sich Menschen von einer «guten» Beziehung erhoffen. Sexologin Dania Schiftan ordnet die Ergebnisse ein und erklärt, wieso zu hohe Erwartungen einer Beziehung schaden.
Publiziert: 04.07.2024 um 17:18 Uhr
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Eine neue Studie der Dating-App Parship zeigt auf, welche Mythen und Erwartungen sich rund um Beziehungen ranken.
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Marisa CaluoriPraktikantin Gesellschaft

Den Traumpartner finden, eine möglichst harmonische Beziehung führen und als starkes Paar durchs Leben schreiten – das wünscht sich vermutlich jeder. Aber was macht eine gute Beziehung überhaupt aus? Dem geht eine neue Studie im Auftrag der Dating-Plattform parship.ch nach: 1012 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 69 Jahren wurden befragt, welche Merkmale oder Ideale sie mit einer «guten» Beziehung verbinden. 

Die Befragten sind sich einig: 80 Prozent aller Teilnehmenden finden, dass sich Paare in einer guten Partnerschaft auch ohne Worte verstehen sollten. Auch sind sich Frauen und Männer gleichermassen einig: Wer einmal fremdgeht, tut es immer wieder.

Frauen lieben über das Herz, Männer über den Penis

Es gibt aber dennoch einige interessante Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 81 Prozent der Frauen sind der Meinung, dass der Partner in einer guten Partnerschaft auch der beste Freund oder die beste Freundin sein sollte, während es bei Männern nur 75 Prozent sind. 77 Prozent von ihnen finden dafür, dass glückliche Paare regelmässig Sex haben sollten. Von den Frauen stimmen dieser Aussage nur 68 Prozent zu, also ganze 9 Prozent weniger.

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Parship-Psychologin, Sexologin und Psychotherapeutin Dania Schiftan kennt dieses Phänomen: «Auch in der Sexologie gibt es diese These, dass für Frauen gilt, ‹Stimmt es mit dem Herz, geht die Vagina auf›, während es bei Männern heisst, ‹Stimmt es mit dem Penis, geht das Herz auf›.» Das sei aber bei Weitem nicht bei allen so, stellt die Sexologin klar.

Ansprüche an Partner sind gestiegen

Überhaupt gebe es keine universellen Massstäbe für eine «gute» Beziehung: «Was Leute als gut empfinden, ist sehr individuell, wie diese Studie sehr schön zeigt», meint Schiftan.

Die Erwartungen an eine Beziehung und somit an den Partner seien aber im Vergleich zu früher deutlich gestiegen, findet die Psychotherapeutin. «Früher waren die Kriterien für einen Partner simpler: Etwas überspitzt dargestellt musste er oder sie einfach nett sein und der finanzielle Aspekt musste stimmen. Heute sind die Wünsche und Erwartungen aneinander höher und vielfältiger. Viele verlassen eine Beziehung auch schneller, wenn diese Wünsche nicht erfüllt werden», erklärt Schiftan.

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Unter 30-Jährige sind Beziehungsidealisten

Besonders die Jungen sind verhältnismässig idealistisch unterwegs, wie die Studie auch zeigt. Die unter 30-Jährigen sind im Gegensatz zu den älteren Befragten eher der Meinung, dass sich Paare in einer guten Partnerschaft immer einig sind. Auch soll es keine Geheimnisse geben. Und mit ganzen 10 Prozent mehr als die über 30-Jährigen sind sie der Meinung, dass das Aussehen in einer guten Partnerschaft keine Rolle spielt.

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Haben die Jungen also mehr Hoffnung? «Ja, auch weil sie oft noch weniger Erfahrung mit langfristigen Partnerschaften haben», meint Dania Schiftan. «Je älter man wird, desto besser weiss man von sich selber, welche Erwartungen man erfüllen kann und welche nicht. Man wird mit sich selber und vielleicht auch mit dem Partner realistischer». Das heisse aber keineswegs abgeklärter oder resignierter, stellt die Sexologin klar.

Je älter und beziehungserfahrener man werde, desto besser könne man auch Prioritäten setzen, sagt Schiftan. Das ist ihr besonders wichtig: «Zu viele Erwartungen und Ideale überladen eine Beziehung komplett und machen blind für den eigenen Anteil.» Vielmehr solle man sich bewusst überlegen, was einem wirklich wichtig sei und was einfach nur «nice to have» wäre.

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