Das meinen die Leser zur Lohnstrukturerhebung
«Mein Lohn hat sich seit 1979 kaum verändert»

Eine Erhebung des Bundes zeigt, was bei den Arbeitnehmenden jeden Monat auf dem Lohnkonto landet. Trotz des Fachkräftemangels verzeichneten die Löhne in den vergangenen Jahren nur geringe Zuwächse. Dies sorgt auch in der Blick-Kommentarspalte für rege Diskussionen.
Publiziert: 19.03.2024 um 15:30 Uhr
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Aktualisiert: 20.03.2024 um 11:26 Uhr
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Der Medianlohn in der Schweiz beträgt 6788 Franken.

Die Gehälter von Arbeitskollegen und Freunden gelten in der Schweiz als klares Tabuthema. Nun hat das Bundesamt für Statistik aber die Saläre der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz veröffentlicht. Im Jahr 2022 betrug der Medianlohn einer oder eines Angestellten für eine 100-Prozent-Stelle 6788 Franken brutto pro Monat (gerechnet in zwölf Monatslöhnen). Das bedeutet, dass die Hälfte der Bevölkerung mehr und die andere Hälfte weniger verdiente. Trotz der Inflation stiegen die Löhne: Im Jahr 2020 betrug der Medianlohn noch 123 Franken weniger.

Ebenfalls fällt auf: Frauen verdienen im Durchschnitt noch immer weniger Lohn als Männer, doch der Unterschied ist nicht mehr so gross wie auch schon. Je höher die Hierarchiestufe der Stelle, desto grösser fiel der geschlechterspezifische Lohnunterschied aus. Laut Bundesamt für Statistik erhielten Frauen im Jahr 2022 in hochrangigen Positionen ein monatliches Einkommen von durchschnittlich 9565 Franken, während Männer auf derselben Stufe 11'212 Franken verdienten.

«Wir müssen ‹Low Entry›-Berufe mehr respektieren»

Die neuen Zahlen sorgten für viel Gesprächsstoff in der Kommentarspalte. Leser Dölf Weber hat bemerkt, dass sich sein Lohn seit 1979 kaum verändert hat: «1979 verdiente ich als Metzger 4500 Franken netto und offensichtlich hat sich daran nicht viel geändert bis zum Jahr 2024.»

Leser Marko Kramalj ist der Ansicht, dass ‹Low Entry›-Berufe mehr Respekt verdienen sollten, sowohl finanziell als auch gesellschaftlich. Er warnt: «Wenn wir weiterhin für solche Berufe nur 4200 Franken brutto zahlen, steht die Schweiz bald vor einem Mangel an Friseuren, Gerüstbauern und Pflegern.»

Karin Müller hingegen fragt sich, wieso die ganze Zeit von Fachkräftemangel gesprochen wird: «In meinem Umfeld bekommen immer mehr ihre Kündigung und das im Alter von über 50 Jahren.» Einen neuen Job zu finden sei sehr schwierig. Es komme eine Absage nach der anderen. Auch in Bezug auf die Höhe der Löhne ist sie skeptisch und findet sie oft ungerechtfertigt: «Je weniger körperlicher Stress, umso höher die Löhne.» Und diejenigen, die an 365 Tagen zur Verfügung stünden, hätten einen Lohn, von dem man knapp leben könne.

Leser Albert Zweifler denkt, dass der sogenannte Fachkräftemangel lediglich als Vorwand benutzt wird, um kostengünstigere ausländische Arbeitskräfte ins Land zu holen und zu beschäftigen. Er findet: «Der Schweizer profitiert überhaupt nicht davon.» 

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«Gutverdienende zahlen bereits höhere Steuern»

Neben der Kritik gibt es auch ein paar wenige Leser, die das Schweizer Lohnsystem begrüssen. Jenny Müller ist eine davon: «Gutverdienende zahlen bereits höhere Steuern aufgrund des progressiven Steuersystems.» Sie erhielten zudem beispielsweise keine Prämienverbilligung und keine Rabatte bei der Kinderbetreuung. «Obwohl sie mehr verdienen, zahlen sie auch deutlich mehr», erklärt sie weiter. Viele Gutverdiener hätten Tausende von Franken in Weiterbildungen investiert und möchten dieses Geld auch wieder reinholen. Zudem hätten Gutverdiener oft verantwortungsvolle und anspruchsvolle Positionen.

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