Verordnung trifft auch Touris
Italien schreibt Wegfahrsperren für Alkoholsünder vor

Italien greift durch: Seit Februar müssen Alkoholsünder Alkolocks in ihr Auto einbauen lassen. Kostenpunkt: Rund 2000 Euro. Die Regel gilt auch für fehlbare Reisende.
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Seit Ende Februar müssen Alkoholsünder in Italien elektronische Wegfahrsperren in ihre Autos einbauen lassen.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Italien verlangt seit Februar Alkolocks für Alkoholsünder ab 0,8 Promille
  • Installationskosten betragen 2000 Euro, Verordnung gilt auch für Touristen
  • Studie aus Finnland: Rückfallquote mit Alkolocks 5,7 Prozent, ohne 30 Prozent
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Gabriel KnupferRedaktor News

Seit einiger Zeit geht Italien mit immer neuen Regeln gegen Verkehrsdelikte vor. Jüngstes Beispiel: Seit Ende Februar müssen Alkoholsünder Wegfahrsperren in ihre Autos einbauen lassen.

Autofahrer, die wegen 0,8 Promille oder mehr verurteilt wurden, müssen für zwei Jahre mit einem sogenannten Alkolock fahren. Wer mit mehr als 1,5 Promille im Blut erwischt wurde, braucht die Sperre sogar für drei Jahre. Der Einbau kostet rund 2000 Euro.

Reisende aus der Schweiz aufgepasst: Die Verordnung gilt unabhängig von der Nationalität. Wer also in Italien wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurde, müsste vor der nächsten Ferienreise ein Alkolock einbauen lassen. Das Problem für Feriengäste: Italien verlangt, dass autorisierte Werkstätten den Einbau vornehmen. Auch die Marken der Geräte sind vorgeschrieben.

Gute Erfahrungen in Finnland

Wegfahrsperren für Alkoholsünder existieren in mehreren europäischen Ländern. Meistens können fehlbare Lenker so ihren Führerscheinentzug verkürzen, wenn sie sich ein entsprechendes Gerät einbauen lassen. Die italienische Regel ist aber strenger, denn die Alkolocks sind nicht freiwillig.

Klar ist, dass mit den Wegfahrsperren weniger Betrunkene auf die Strassen kommen. Das zeigt unter anderem eine ältere Studie mit Freiwilligen aus Finnland: Die Rückfallrate bei Fahrern mit Alkolock betrug dabei 5,7 Prozent, wie der European Transport Safety Council schreibt. Die übliche Rückfallquote bei Trunkenheitsfahrern liege hingegen bei 30 Prozent.

Umstritten und schwer umsetzbar

Trotzdem ist die Massnahme umstritten. Wie die «Zeit» berichtete, ist es in vielen älteren Fahrzeugen technisch gar nicht möglich, eine elektronische Wegfahrsperre einzubauen. In Italien ist ein Fünftel der zugelassenen Autos mehr als 20 Jahre alt und dürfte nicht umrüstbar sein. Ausserdem müssen sich alle Nutzer eines umgerüsteten Autos dem Alkolock unterwerfen, obwohl sie dazu gar nicht verpflichtet sind.

Italien hofft trotzdem, mit der Massnahme die Zahl von über 3000 jährlichen Verkehrstoten zu senken. Gegner verweisen aber darauf, dass in Ländern mit Alkolocks die Zahl der alkoholbedingten Unfälle nicht wesentlich gesunken sei.

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