Neuer Toyota Corolla wird stärker und teurer
VW-Golf-Konkurrent nur noch als Hybrid

Toyota frischt den Corolla auf und bietet ihn neuerdings nur noch mit Hybridantrieb an. Gleichzeitig bekommen alle Varianten einen stärkeren Elektromotor und verbesserte Assistenzsysteme – begleitet allerdings von einem saftigen Preisaufschlag.
Publiziert: 20.02.2023 um 16:44 Uhr
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Toyota verpasst dem Corolla ein Facelift, aussen sowie innen.
Wolfgang Gomoll

Beim Toyota Corolla ist die Welt noch in Ordnung. Neben dem aufstrebenden SUV Corolla Cross bietet der japanische Autobauer ausserdem den Kombi Touring Sports sowie eine klassische Steilheckvariante des Kompakt-Modells an.

«Wir richten uns nach den Wünschen unserer Kunden und haben für den jeden Markt das richtige Auto parat», erklärt Toyota-Chefingenieur Yasushi Ueda (55). Und fügt dann hinzu: «Wir dämonisieren keinen Antrieb.» Trotzdem wird es vom Corolla ab sofort keinen reinrassigen Benziner mehr geben.

So fährt das Topmodell

Der VW-Golf-Konkurrent fährt ab März nur noch mit zwei Vollhybrid-Antriebssystemen vor. Beim Topmodell spannen weiterhin ein Zweiliter-Vierzylinder-Benziner und ein E-Motor zusammen. Neu kommt aber ein Lithium-Ionen-Akku zum Einsatz, der um 14 Prozent kompakter, leichter und um ebenfalls 14 Prozent leistungsfähiger ist als der Vorgänger aus Nickelmetall. Um aus dem Elektromotor 9 kW (12 PS) mehr herauszukitzeln, haben die Techniker die Elektronik inklusive der Steuereinheit überarbeitet. Neu kommt das Corolla-Topmodell so auf eine Systemleistung von 196 PS (144 kW).

Der Muskelzuwachs wirkt sich auch auf der Strasse aus. Toyota hat die Fahrbarkeit, darunter auch das Ansprechverhalten des Aggregates, verbessert. Doch man spürt: Der Motor kann mehr, wenn man ihn lassen würde. Das stufenlose eCVT-Getriebe bremst das Temperament des Triebwerks ein. Wenn man schnell viel Kraft fordert, hält der Vortrieb nicht ganz mit – heult aber deutlich vernehmbar auf. Solange man mit leichtem Gasfuss unterwegs ist, beschleunigt der Corolla in einem Zug durch.

Dementsprechend sind auch die Fahrleistungen: Den Standardsprint von null auf 100 km/h erledigt der Toyota Corolla Touring Sport in 7,5 Sekunden und bei 180 km/h ist Schluss. Das Fahrwerk ist dafür nicht zu weich. Der 1515 Kilogramm schwere Kombi verhält sich lange ruhig, ehe sich das Heck freundlich zu Wort meldet. Als WLTP-Durchschnittsverbrauch gibt Toyota 4,7 Liter pro 100 Kilometer an. Wir kamen bei unserer ersten Testfahrt auf 6,1 l/100 km.

Schrägheck deutlich kürzer

Zum Vergleich haben wir auch die Steilheck-Version mit dem 1,8-Liter-Motor und einer Gesamtleistung von neu 140 PS (103 kW) unter die Räder genommen. Selbst mit dem schwächeren Antrieb kommt man entspannt voran, auch wenn sich das Triebwerk spürbar mehr müht als der kräftigere Motor. Auf der Testrunde kamen wir auf einen Verbrauch von 5,6 l/100 km – der WLTP-Normverbrauch liegt bei 5,1 Litern.

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Interessant: Der Radstand der Schrägheck-Variante ist mit 2,64 Metern um sechs Zentimeter kürzer als beim Kombi, der mit 4,65 Metern Länge den Hatchback um stolze 28 Zentimeter übertrifft. Das macht sich beim Platzangebot im Fond, das beim Touring Sport deutlich üppiger ist, ebenso bemerkbar wie beim Kofferraum. Der fasst beim Kombi 581 bis 1795 Liter, beim Schrägheck 361 bis 1591 Liter.

Detailarbeit währt sich

Im Innenraum hat Toyota dem barocken Design endgültig entsagt. Das Interieur mit dem digitalen Kombiinstrument und einem grossen Touchscreen wirkt modern. Die Sportsitze der GR Sport-Ausstattung machen sich auf langen Wegen positiv bemerkbar. Für Haptik-Fans ist auch was da: ein mit Leder überzogenes Armaturenbrett.

Beim Infotainment bietet der Toyota Corolla ebenfalls zeitgemässes: Apple CarPlay, drahtlose Software-Updates, Frontkamera mit grösserem Winkel, Frontkollisionswarnung inklusive Notbremsassistent mit Fussgänger- sowie Radfahrererkennung, ein Ausstiegsassistent, LED-Licht mit Fernlichtassistent, eine Rückfahrkamera und einen adaptiven Tempomat – alles serienmässig. Allerdings bringt dieser Ausstattungskorb einen Preisaufschlag mit sich. Im Vergleich ist der neue Touring Sport satte 5323 Franken teurer als der Vorgänger und kostet neu mindestens 31'300 Franken.

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