MAN TGE 4x4 als Pistenfahrzeug
Tiroler Kettenmonster

Mit dem Kleinbus auf Schnee bis zur Bergbeiz? Mit dem MAN TGE 4x4 mit Kettenantrieb kein Problem. In Österreich baut MAN den Transporter zu einem Pistenfahrzeug um. Wir gehen in den Tiroler Alpen auf eine Probefahrt im alpinen Kettenmonster.
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Nicht aufzuhalten: Der MAN TGE 4x4 mit einem Kettenantrieb.
Foto: zVg
Stefan Grundhoff und Timothy Pfannkuchen

Natürlich ist die Corona-Krise nicht an allem schuld. Aber vielleicht kommt man in diesen Zeiten daheim einfach auf verrücktere Ideen. In der MAN-Niederlassung im österreichischen Innsbruck etwa hatte Verkäufer Fabian Bonora im Herbst die Idee, den MAN-TGE-Transporter in Busversion zum Pistenfahrzeug umzubauen.

Für Personen- oder Warentransporte zur Bergbeiz sind Pistenbullys (dieser Begriff ist übrigens ursprünglich ein Produktname von Marktführer Kässbohrer) nicht die geräumigste Wahl. Beispielsweise in Kanada werden darum Pick-ups auf Ketten umgebaut. Tönt komplex? Ist es nicht. Statt Rädern Kettenkassetten, von den Antriebswellen je über eine Adapterplatte mit Mini-Kettentriangel angetrieben.

Im Schnee nicht zu stoppen

Gerade in hohem Schnee, in dem selbst Mercedes G-Klasse und Co. sogar mit grobstolligen Pneus aufgeben, ist so ein Fahrzeug kaum zu stoppen. Das Tiroler Kettenmonster basiert auf dem serienmässigen MAN TGE 4x4, dem Zwilling des VW Crafter (seit jener in Neuauflage kein Mercedes-Sprinter-Klon mehr ist).

Auf zur Probefahrt im Skigebiet Hochfügen. Fast nichts ist los hier, trotz Sonne und Pulverschnee hoch über dem Zillertal. Die Pandemie hat die Region im Griff. Tragisch für die Skisaison, aber ideal, um nach drei Monaten Erprobung nun zu testen. An die üppige Bodenfreiheit muss man sich beim Einstieg erst gewöhnen.

Lieber Tempo 50 als 80

Im Neunplätzer ist alles wie gewohnt: 177 Diesel-PS und 410 Nm starten, den Acht-Stufen-Automat in D-Stellung. Natürlich rumpelt es: Tempo 80 dürfte man, aber ab 50 km/h rüttelt es zu derb. Dafür ist dem Ketten-TGE das Gelände egal. Hoher Neuschnee, vereiste Skipiste, schmales Bachbett: Überall scharren sich Ketten durch. Traktionskontrolle aus, damit die Ketten gut «graben» können.

Selbst der erhöhte Schwerpunkt ist dank der breiteren Spur und 30 Zentimeter breiter Ketten beim Schrägfahren am Hang kein Problem. Der TGE scheint quasi mit dem Boden verzahnt. In engen Kehren allerdings ist wegen des grösseren Wendekreises durch geringeren Lenkeinschlag durchaus Rangieren angesagt.

Günstiger als ein Pistenbully

«Das Kettentriangel von einem rumänischen Hersteller ist bis auf angepasste Montageplatten Standard», sagt Bonora. «In 30 bis 60 Minuten ist der MAN TGE wieder auf Räder umgerüstet – oder umgekehrt.» Die vier Winterketten kosten rund 30'000 Euro (ca. 32'500 Fr.). Tönt teuer. Aber «echte» Pistenfahrzeuge kosten bis über das Zehnfache – und der nächste Winter kommt ja bestimmt.

Übrigens: In der Schweiz sind diese Systeme schwieriger zuzulassen als in Österreich, aber auch bei uns gibts sie – zum Beispiel an zwei VW Amarok Pick-ups, die Raupensystem-Importeur Wehren aus Münster VS umgerüstet hat.

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