Die irren Auto-Geschichten der US-Filmstars
Eigentlich sollte Magnum Porsche statt Ferrari fahren

Die Oldtimer-Preise sind zwar ins Rutschen geraten. Doch Filmautos scheinen bei Sammlern beliebter denn je. Eben erzielte ein Ferrari aus der US-Serie «Magnum P.I.» einen Top-Preis, weil offenbar ein perfekter Match aus Fahrer und Fahrzeug wahre Legenden schafft.
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US-Schauspieler Tom Selleck hatte bei den Dreharbeiten für die in den 1980ern auch bei uns beliebte Serie «Magnum P.I.» öfter blaue Flecken am Hintern.
Foto: CBS via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • «Magnum»-Ferrari erzielte 379’500 Dollar bei Versteigerung in Palm Beach (USA)
  • Tom Selleck passte nicht in den Ferrari, Sitzpolster mussten entfernt werden
  • Für die Serie wurden 16 bis 18 Ferraris genutzt, die Authentifizierung ist oft problematisch
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Arthur Konrad und Raoul Schwinnen

Tom Selleck (81) hatte bei den Dreharbeiten für die auf Hawaii spielende Krimiserie «Magnum P.I.» oft blaue Flecken am Hintern. Warum? Der 1,93 Meter grosse Schauspieler passte einfach nicht in den schicken, aber flachen Ferrari 308 GTS – weshalb für die Dreharbeiten der 162 Episoden von 1980 bis 1988 jeweils die Polsterung des Fahrersitzes entfernt wurde. Die Ferraris der 1980er-Jahre waren eher für kleinwüchsige Italiener gebaut. Noch heute klagen Grossgewachsene über die affenartige Sitzposition mit dem Lenkrad zwischen den Knien. In der Kultserie ist denn auch gut zu sehen, wie Sellecks Kopf deutlich über die Windschutzscheibe ragt und er sich damit jeweils die Frisur ruinierte.

Autos sind auf der Leinwand omnipräsent. Zu wahren Legenden werden sie aber erst, wenn der Charakter von Fahrer und Fahrzeug ein stimmiges Ganzes ergibt. Burt Reynolds (1936–2018) verband 1977 im Film «Smokey and the Bandit» mit seinem Pontiac Trans Am das schlitzohrige Auftreten – aber beide konnten auch hart sein, wenn es darauf ankam. Gleiches gilt für den General Lee genannten Dodge Charger aus der TV-Action-Comedyserie «The Dukes of Hazzard» von 1979 bis 1985. Der Pontiac Trans Am aus dem Besitz von Burt Reynolds, im Normalfall eher im niederen fünfstelligen Bereich angesiedelt, wechselte aufgrund seiner Historie einst für über 300’000 Dollar den Besitzer.

Den perfekten Match ergaben Steve McQueen (1930–1980) und der Ford Mustang Fastback im Streifen «Bullitt» aus dem Jahr 1968. Beide strahlten eine subtile oberflächliche Eleganz aus, hinter der pure Brutalität lauerte. Die bis dahin wildeste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte tat das Übrige zur Legendenbildung – und so hält der Original-McQueen-Mustang aus «Bullitt» mit 3,4 Millionen Dollar weiterhin den Auktionsrekord für Filmautos.

Eigentlich sollte Magnum Porsche fahren

Der Magnum-Ferrari wurde letzte Woche in Palm Beach (Florida, USA) unter grosser medialer Begleitung versteigert – und erzielte einen Erlös von 379’500 Dollar. Das ist mindestens das Dreifache von dem, was für weniger adelige Ferrari 308 GTS aktuell bezahlt wird. Dass übrigens damals bei den Filmproduzenten die Wahl für Magnums Fortbewegungsmittel ausgerechnet auf einen italienischen Exoten fiel, war mehr als ungewöhnlich für die damalige Praxis bei der Auswahl von Filmautos. Es war eher Zufall, dass mit dem Ferrari 308 GTS erstmals ein Mittelmotor-Sportwagen Karriere in Hollywood machte. Denn die Produzenten hätten eigentlich einen Porsche 928 bevorzugt. Aber die Stuttgarter sagten ab und verpassten damit den Marketing-Deal des Jahrzehnts.

Ein Verlust für beide Seiten. Denn der Porsche hätte auch Exotik gebracht, allerdings ohne die Nachteile des Ferraris. Denn die Stuntfahrer hassten den 308 GTS, weil Mittelmotor-Sportwagen viel schwieriger zu fahren sind als Hecktriebler. Die Toningenieure hassten den Ferrari, weil der Motor zu nahe am Innenraum lag und so die Dialoge im Auto nachsynchronisiert werden mussten. Und die Technik-Crew hasste das Ding, weil der Ferrari-V8 im harten Drehalltag viel mehr Aufmerksamkeit brauchte als deutsche oder amerikanische Achtzylinder. Zudem stellte Ferrari die Fahrzeuge nur unter strengen Auflagen gratis zur Verfügung. Keine Unfälle, kein negatives Umfeld. Deshalb bekam zwar Magnum den einen oder andern Kratzer ab, sein Fahrzeug überstand jedoch jede Verfolgungsjagd und jede Schiesserei makellos.

Ferrari-Fakes auf Corvette-Basis bei «Miami Vice»

Wie gereizt man bei Ferrari in Maranello (I) auf eine Beschädigung des Markenimages reagieren konnte, bekamen die Produzenten der TV-Serie «Miami Vice» (1984 bis 1989) zu spüren. Dort wollte man sich die Probleme mit der sensiblen italienischen Technik ersparen, indem Nachbauten des Ferrari 365 Daytona Spyder auf Corvette-Basis angefertigt wurden. Aus den folgenden juristischen Gefechten ging Ferrari als Sieger hervor.

Der Vergleich besagte, dass der Fake-Daytona in der Serie in die Luft gesprengt werden musste. Im Zorn liessen die Produzenten das Wrack danach vor den Werktoren in Maranello abladen. Ferrari stellte anschliessend dem Darsteller Don Johnson (76) alias Drogenfahnder Sonny Crockett echte weisse Testarossas zur Verfügung, die bei der Crew vor allem wegen unaufhörlicher technischer Probleme in Erinnerung blieben.

Doch zurück zu «Magnum»: Bei den achtjährigen Dreharbeiten wurden dessen Fahrzeuge stillschweigend dem jeweils neusten Modelljahrgang angepasst – also 308, GTSi, Quattrovalvole. Es gibt also nicht den «Magnum»-Ferrari. Für die Produktion standen etwa 16 bis 18 Fahrzeuge zur Verfügung, die Quellen sind sich da uneinig. Der Hintergrund? Filmautos wurden als Gebrauchsrequisiten gesehen und nicht als zukünftige Legenden mit astronomischer Wertentwicklung. Man nahm es deshalb damals nicht so genau mit der Aufzeichnung von Fahrgestellnummern, was heute einige Unschärfen bei der Authentifizierung hervorruft.

Immer wieder Gerüchte über Fälschungen

Auch beim jetzt in Palm Beach versteigerten Exemplar gab es Zweifel, die aber spätestens durch den hohen Kaufpreis ausgeräumt sein dürften. Hatte der Wagen doch schon vor seinen Dreharbeiten ein turbulentes Leben hinter sich. Er lief als gelber Pressewagen von Ferrari USA. Zuletzt gefahren von Küste zu Küste vom Satiriker P. J. O’Rourke (1947–2022), der fürs Magazin «Car and Driver» den vielleicht witzigsten, gleichzeitig tiefsinnigsten Ferrari-Fahrbericht aller Zeiten schrieb.

O’Rourke hasste den 308 beim Einsteigen an der Ostküste und verdrückte eine Träne beim Abgeben in Los Angeles (USA). Auch, weil er für die «Magnum»-Dreharbeiten auf Rot umlackiert wurde. Allein deshalb scheint die Authentifizierung recht einfach. Eine andere Legende erzählt, dass der Besitzer versuchte, durch einen DNA-Test die Echtheit seines «Magnum»-Ferraris zu bestätigen. Er hatte Haare in den Sitzritzen gefunden – doch Tom Selleck wollte von einem Abgleich nichts wissen.

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