Zug kracht in Baukran
Mindestens 30 Tote bei Unfall in Thailand

Ein Zug ist am Mittwochmorgen in Thailand mit einem umgekippten Stahlkran kollidiert. Dutzende Menschen verloren ihr Leben, zahlreiche wurden verletzt.
1/5
Ein Grossteil des Zuges wurde völlig zerstört.
Foto: AP

Darum gehts

  • Zug kollidiert in Thailand mit umgestürztem Baukran
  • Unfall fordert mindestens 30 Tote, zahlreiche Verletzte
  • Ursache des Kransturzes ist unklar, wird untersucht
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
KEYSTONE-SDA_Quadrat_pos.jpg
Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

In Thailand ist ein Passagierzug gerade mit voller Geschwindigkeit unterwegs, als die Katastrophe passiert: Ein massiver Baukran aus Stahl stürzt plötzlich herab. Der Zug mit fast 200 Menschen an Bord entgleist, ein Abteil fängt Feuer. Rettungskräfte und Behörden sprechen von mindestens 30 Todesopfern. Jedoch ist der genaue Unfallhergang auch Stunden später noch unklar.

Mehrere örtliche Medien schrieben zunächst, der Kran sei wenige Sekunden vor dem Eintreffen des Zuges auf die Gleise gestürzt. Dieser sei daraufhin mit voller Wucht mit dem Stahlgerüst kollidiert. Bis zum Nachmittag häuften sich aber Berichte, wonach der Kran direkt auf den Zug gestürzt sein soll. Dutzende Passagiere wurden teilweise schwer verletzt – verschiedenen Angaben zufolge sind es zwischen 55 und 80.

Vor allem Studenten und Pendler an Bord

Es ist ein sonniger Morgen in weiten Teilen Thailands, kurz nach 9 Uhr. Der Zug ist gerade im Bezirk Sikhio in der Provinz Nakhon Ratchasima unterwegs, etwa 230 Kilometer nordöstlich von Bangkok. Sein Ziel ist Ubon Ratchathani nahe der Grenze zu Laos und Kambodscha. An Bord befinden sich nach Angaben des staatlichen Betreibers (SRT) mindestens 195 Menschen, darunter Passagiere und Personal. Nach Angaben des Portals «Thaiger» handelte es sich vor allem Studenten und Pendler.

Gleichzeitig laufen die Bauarbeiten an einer Eisenbahnbrücke für die thailändisch-chinesische Hochgeschwindigkeitsstrecke (HGV), die Thailand in Zukunft über Laos mit China verbinden soll. Das Projekt ist Teil der riesigen chinesischen Infrastrukturinitiative «Neue Seidenstrasse».

Als der Zug gerade mit etwa 120 Kilometern pro Stunde unter der Brücke entlangfährt, stürzt plötzlich der Kran herab. Im Zuge des Unglücks sollen nach Medienberichten weitere schwere Baumaterialien auf die Waggons gefallen sein. Was genau die Katastrophe auslöste, wird derzeit noch ermittelt.

Viele Passagiere in Waggons gefangen

Die Szenen, die sich den herbeigeeilten Rettern bieten, sind schockierend: Ein Grossteil des Zuges ist völlig zerstört, die eingedrückten Waggons liegen auf der Seite, Teile stehen in Flammen. Viele Passagiere sind in den Trümmern eingeschlossen, vor allem im zweiten der drei Waggons.

«Die Flucht gestaltete sich schwierig, weil der klimatisierte Zug über elektrische Türen und Fenster verfügte, die sich nicht manuell öffnen liessen», schrieb die Zeitung «Bangkok Post». Die Teams sind unter anderem mit hydraulischen Schneidgeräten und Löschfahrzeugen im Einsatz, um Verletzte zu befreien. Viele sollen in kritischem Zustand sein.

Da die Bergung des Wracks sehr kompliziert ist, bleibt die wichtige Bahnstrecke in Richtung Nordosten von Thailand auf unbestimmte Zeit blockiert, wie Anan Pothinimdaeng mitteilte, der stellvertretende Gouverneur der Thailändischen Staatsbahn. Zahlreiche Züge müssen umgeleitet werden.

Thailands Ministerpräsident Anutin Charnvirakul forderte eine lückenlose Aufklärung des Unglücks. «Dieses Projekt ist auf mehrere Probleme gestossen. Letztes Jahr stürzte während der Bauarbeiten ein Tunnel ein, und diesmal ist ein Kran umgestürzt», sagte er. «Wir müssen untersuchen, ob die Bauarbeiten fehlerhaft ausgeführt wurden.» Solche Unfälle könnten nur passieren, wenn Fahrlässigkeit vorliege oder die Baupläne nicht eingehalten würden, betonte er.

Heiss diskutiert
    Meistgelesen