Darum gehts
- General Alexejew wurde am Freitag in Moskau bei Attentat schwer verletzt
- 2018 sanktionierte die EU Alexejew wegen Skripal-Vergiftungsfall in Grossbritannien
- 2025 starb General Moskalik bei einer Autobombenexplosion in Russland
Der russische Generalleutnant Wladimir Alexejew wurde nach russischen Medienberichten am Freitag Opfer eines Attentats. Ein Angreifer schoss mehrfach auf den Militär. Er wurde angeschossen und schwer verletzt. Nach den Schüssen wurde Alexejew in ein Spital eingeliefert.
Die Moskauer Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Anschlag in einem Wohngebäude am nordwestlichen Stadtrand stattgefunden habe. Der Schütze sei anschliessend geflohen. Es wurde ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes und illegalen Waffenhandels eingeleitet.
Suche nach dem Täter läuft
Womöglich wird der Fall auch hochgestuft. Dann ginge es um Terrorismus und Hochverrat. Jetzt läuft die Suche nach dem Täter. Ermittler und forensische Experten werten Videoaufnahmen von Überwachungskameras aus und befragen Augenzeugen.
Moskau wirft der Ukraine eine Beteiligung am Attentat vor. «Dieser Terrorakt hat erneut die Ausrichtung des Selenski-Regimes auf ständige Provokationen bestätigt, die wiederum darauf zielen, den Verhandlungsprozess zu untergraben», sagte der russische Aussenminister Sergei Lawrow. Die russische Führung werde darüber entscheiden, wie sich der Anschlag auf den Verhandlungsprozess auswirke.
EU sanktionierte Wladimir Alexejew
Das belarussische unabhängige Medienprojekt Nexta meldete, Alexejew sei mehrfach in den Rücken getroffen worden. Offiziell bestätigt ist das noch nicht.
Die russische Zeitung «Kommersant» schrieb, Alexejew habe sich dem Angreifer aktiv widersetzt. Er soll versucht haben, dem Schützen die Pistole zu entreissen. Erst nach dem dritten Schuss habe der Soldat von dem Schützen abgelassen. Der Schütze soll im Treppenhaus auf Alexejew gewartet und sich als Essenslieferant verkleidet haben. Dem «Kommersant»-Bericht zufolge soll er den General am Armen und Beinen sowie an der Brust verletzt haben.
Weiter heisst es, er sei in ernstem Zustand auf der Intensivstation. Eine der Kugeln habe lebenswichtige Organe getroffen.
Russen-Generäle werden Opfer von Anschlägen
Alexejew ist die Nummer zwei im russischen Militärgeheimdienst GRU. Er wurde 2018 im Zuge der Ermittlungen um die Vergiftung von Sergej Skripal in Grossbritannien von der EU mit Sanktionen belegt. Alexejew verhandelte auch mit Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin, als dieser 2023 einen Aufstand gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) anführte.
Es wäre nicht das erste Mal, dass hochrangige russische Militärs zur Zielscheibe von Attentaten werden. Im April 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Im Dezember 2024 war mit Igor Kirillow der Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen ebenfalls durch einen Bombenanschlag getötet worden. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat. Russland hat die Anschläge als Terrorismus und als Zeichen dafür, dass Kiew nicht an einem Frieden interessiert sei, verurteilt.