WHO ist besorgt
Diese vier Industrien sind schuld an 2,7 Millionen Toten in Europa

7000 Menschen sterben täglich in Europa durch Produkte von Industrien, die laut WHO auch politischen Einfluss ausüben, um Regulierungen zu vermeiden.
Publiziert: 12.06.2024 um 13:48 Uhr
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Aktualisiert: 12.06.2024 um 14:26 Uhr
Millionen Menschen sterben in Europa an gesundheitlichen Problemen, für die vier Industrien alleine verantwortlich sind.
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SDASchweizerische Depeschenagentur

Tabak, stark verarbeitete Lebensmittel, fossile Brennstoffe und Alkohol sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verantwortlich für den frühzeitigen Tod von 2,7 Millionen Menschen in Europa. Diese vier Industriezweige «töten jeden Tag mindestens 7000 Menschen in unserer Region», teilte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Mittwoch mit.

Grosse Unternehmen würden Konsumentinnen und Konsumenten durch gezielte Marketing-Strategien und falsche Angaben zu den Vorteilen ihrer Produkte täuschen, hiess es in einem Bericht der WHO. Dies erschwere den Kampf gegen weit verbreitete Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes und Krebs.

«Erheblicher Einfluss» auf Politik

60 Prozent der Erwachsenen und ein Drittel der Kinder in Europa seien übergewichtig oder fettleibig. Einer von fünf Todesfällen aufgrund einer Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankung ist laut WHO-Daten von 2017 auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.

Die WHO zählt 53 Länder zur Region Europa, darunter auch zentralasiatische Länder. Weltweit sterben demnach 19 Millionen Menschen jährlich durch Tabak, stark verarbeitete Lebensmittel wie etwa frittierte Snacks, Fleischersatzprodukte oder Fertiggerichte, fossile Brennstoffe und Alkohol. Der Markt in den vier Industriebereichen werde von wenigen internationalen Konzernen beherrscht, die dadurch «erheblichen Einfluss» auf Politik nehmen könnten und so Regulierungen verhinderten, die ihre Profite schmälern würden.

Die WHO rief Regierungen dazu auf, den Verkauf gesundheitsschädlicher Produkte strenger zu reglementieren, deutlicher gegen Monopole vorzugehen und grosse Konzerne stärker zu besteuern.

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