Darum gehts
- Britisches Paar im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt
- Prozess dauerte drei Stunden, keine Verteidigung erlaubt
- Spionagevorwürfe im Iran führen oft zu langen Haftstrafen
Für die Angehörigen muss das unfassbar hart sein: Ein britisches Paar ist im Iran nach Angaben der Familien zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.
Der Mann und die Frau waren vor einem Jahr während einer Motorradreise durch das Land wegen des Verdachts der Spionage verhaftet worden. Das jetzt gesprochene Urteil sei «vollkommen ungerechtfertigt», sagte die britische Aussenministerin Yvette Cooper der Nachrichtenagentur PA zufolge.
Sohn: Sie durften keine Verteidigung haben
Der Fall werde gegenüber der iranischen Regierung unermüdlich weiterverfolgt, bis das Paar sicher nach Grossbritannien zurückgekehrt sei, sagte die Ministerin. Der Sohn der Frau gab bei ITV News an, dass die Familie in der vergangenen Woche über das Urteil informiert worden sei. Der Prozess habe demnach nur drei Stunden gedauert, das Paar habe keine Verteidigung vorbringen dürfen. Die Vorwürfe hatten die beiden immer zurückgewiesen.
Irans Justiz hatte den Touristen Zusammenarbeit mit Organisationen vorgeworfen, die Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten unterhalten sollen. Beweise wurden dafür nicht geliefert. Bei Spionagevorwürfen im Iran droht im Regelfall jahrelange Haft – im Extremfall gar ein Todesurteil.