«Heute Morgen kam es bei der Öffnung des Louvre-Museums zu einem Raubüberfall», erklärte Kulturministerin Rachida Dati am Sonntag auf X.
Es sei niemand verletzt worden. Nähere Details zum Tathergang oder was genau gestohlen wurde, nannte sie zunächst nicht. Nach Angaben des Museums bleibt der Louvre «aus aussergewöhnlichen Gründen» für den Tag geschlossen.
Napoleons Juwelen gestohlen – Täter vollständig vermummt
Wie «Le Parisien» berichtet, wurden wertvolle Juwelen von Napoleon Bonaparte und der Kaiserin gestohlen. Von insgesamt neun Stück ist die Rede. Darunter eine Halskette, eine Brosche und eine Krone.
Nach ersten Ermittlungsergebnissen verschafften sich drei Täter, vollständig vermummt, Zutritt zu dem Gebäude auf der Seine-Seite, wo Bauarbeiten stattfanden, heisst es im Bericht. Über einen Lastenaufzug gelangten sie direkt in den Zielraum in der Apollo-Galerie, wo die Schmucksammlung liegt. Anschliessend schlugen die Männer Fensterscheiben ein.
Grösster Diamant wohl nicht gestohlen
Einer internen Quelle im Louvre zufolge wurde der berühmte Regent, der grösste Diamant (140 Karat) der Sammlung, nicht gestohlen. Die Gesamtbeute muss noch beziffert werden. Die Apollo-Galerie beherbergt einige der wertvollsten historischen Sammlungen des Museums.
«Die Ermittlungen laufen», teilte Dati weiter mit. Die Täter sind auf der Flucht. Wie «Le Parisien» berichtet, wurde ausserhalb des Museums mittlerweile die Krone der französischen Kaiserin Eugenie zerbrochen aufgefunden.
Evakuierung löste Panik aus
Nach dem Überfall wurde das Museum evakuiert. Augenzeugen schildern in den sozialen Medien die Panik unter den Besuchern. «Die Polizei rannte in die Nähe der Pyramide und versuchte, durch die seitlichen Glastüren in den Louvre zu gelangen, aber sie waren verschlossen und liessen sich nicht öffnen», beschreibt eine Besucherin. «Drinnen rannten alle und hämmerten gegen die Glastüren, um herauszukommen, aber ohne Erfolg.»
Durch einen anderen Ausgang wurden die Menschenmengen dann hinausgeführt. Videos auf X zeigen, wie viele Touristen ratlos warten, ob die Polizei ihnen den Zugang wieder freigibt.
«Es wird alles getan, um die Täter so schnell wie möglich zu finden»
Laut «Le Parisien» wissen einige noch nicht, was passiert ist. «Schauen Sie die Nachrichten an», erklärt die Polizei.
Der Innenminister und ehemalige Pariser Polizeichef Laurent Nuñez sagte zum Vorfall: «Es wird alles getan, um die Täter so schnell wie möglich zu finden.»