US-Präsident
Obama verhindert Klagerecht für Terror-Opfer

US-Präsident Barack Obama hat bei einem Gesetz zum Klagerecht für Opfer der Terroranschläge von 9/11 sein Veto eingelegt. Dem Gesetz zufolge könnten Hinterbliebene direkt die Regierung von Saudi-Arabien verklagen. Obama wollte dies verhindern. Seine Befüchtung: Andere Länder könnten ähnliche Gesetze erlassen und gegen die USA klagen.
Publiziert: 24.09.2016 um 01:25 Uhr
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Aktualisiert: 11.09.2018 um 18:40 Uhr
US-Präsident Barack Obama hat sein Vetorecht genutzt, um ein Gesetz zum Klagerecht für Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu verhindern.
Foto: AP

US-Präsident Barack Obama hat sein Vetorecht genutzt, um ein Gesetz zum Klagerecht für Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu verhindern. Dem Gesetz zufolge könnten etwa Hinterbliebene direkt die Regierung von Saudi-Arabien verklagen.

Laut Obama würde dies die Souveränität Saudi-Arabiens verletzen und dazu führen, dass auch über die USA eine Klagewelle hereinbrechen könnte. «Ich empfinde tiefe Anteilnahme für die Hinterbliebenen der Opfer vom 11. September«, schrieb Obama am Freitag zur Begründung seines Schrittes.

Angst vor Klagen anderer Länder

Obama befürchtet vor allem, dass andere Länder ähnliche Gesetze erlassen und Mitglieder der US-Streitkräfte für ihre Vorgehen im Ausland vor Gericht verantwortlich machen können. «Wir haben die bei weitem grösste Auslandspräsenz in der Welt», schrieb Obama.

Ausserdem wären der Regierung bei der Beantwortung staatlich betriebener Terroranschläge die Hände gebunden, weil plötzlich private Gerichte involviert wären.

Der US-Kongress hatte das Gesetz verabschiedet und könnte nun seinerseits die Obama-Entscheidung rückgängig machen. Dazu wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. (SDA)

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