Unterwassermikrofone könnten nach 10 Jahren entscheidenden Hinweis liefern
Wird das Rätsel um Flug MH370 jetzt endlich gelöst?

Britische Forscher machen Hoffnung auf die Lösung des jahrzehntelangen Rätsels um Flug MH370. Ein Unterwasser-Signal könnte die Absturzstelle offenlegen.
Publiziert: 18.06.2024 um 16:00 Uhr
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Aktualisiert: 18.06.2024 um 17:00 Uhr
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Der Malaysian Airlines-Flug MH370 verschwand am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Radar.
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Janine EnderliRedaktorin News

Seit einem Jahrzehnt beschäftigt die Welt das Schicksal von Flug MH370 und den 239 Menschen an Bord. Trotz umfangreicher Suche im südlichen Indischen Ozean, wo das Wrack vermutet wird, konnte es noch nicht eindeutig lokalisiert werden. Jetzt könnte das Rätsel bald gelöst sein. Denn: Britische Forscher fanden vor kurzem ein Signal, das sie nach zehn Jahren zur letzten Ruhestätte des Flugzeugs führen könnte.

Unterwassermikrofone, auch Hydrophone genannt, haben Wissenschaftlern zufolge ein Signal aufgefangen, das etwa zur gleichen Zeit wie der mutmassliche Absturz von MH370 am 8. März 2014 entstanden ist. Dies berichtet «The Telegraph».

Das sechs Sekunden dauernde Signal wurde von walisischen Forschern entdeckt. Ausgangspunkt für die Entdeckung war die Annahme, dass ein 200 Tonnen schweres Flugzeug bei einem Absturz mit einer Geschwindigkeit von 200 Metern pro Sekunde so viel kinetische Energie freisetzen würde wie ein kleines Erdbeben.

Forscher sind zuversichtlich

Diese kinetische Energie wäre gross genug gewesen, um von Unterwassermikrofonen aufgezeichnet zu werden, die in tausend Kilometer weiter Entfernung liegen. Zwei davon – in Cape Leeuwin an der Küste Westaustraliens und im britischen Hoheitsgebiet von Diego Garcia im Indischen Ozean – waren laut den Forschern nahe genug, um ein solches Signal erfassen zu können.

Dr. Usama Kadri, der an den Nachforschungen beteiligt war, sagte gegenüber dem «Telegraph», dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass ein solch enormer Aufprall nicht von einem Unterwassermikrofon aufgezeichnet wird. Dennoch seien jetzt weitere Tests erforderlich, bis es Sinn ergebe, eine neue Suche nach dem Jet zu starten. Kadri ist aber zuversichtlich, dass das Rätsel endlich gelöst wird.

MH370-Absturz simulieren?

In der Vergangenheit gelang mit der Hydrophon-Technik bereits die Lokalisation eines argentinischen U-Boots auf dem Boden des südlichen Atlantischen Ozeans. Das U-Boot war implodiert und auf den Meeresboden gesunken. Damals simulierten die Forscher mit Granaten die Explosion des U-Boots und verglichen dieses Signal mit dem, das von den Unterwassermikrofonen aufgenommen wurde, als es implodierte.

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Kadri schlägt vor, dass bei MH370 ein ähnliches Experiment durchgeführt werden könnte. Sollten solche Explosionen ähnliche Druckamplituden wie das entdeckte Signal aufweisen, «würde dies dazu beitragen, künftige Suchen auf dieses Signal zu konzentrieren.»

«Good night, Malaysia three seven zero»

Um den verschollenen Jet kursieren wilde Spekulationen. Mit den Worten «Good night, Malaysia three seven zero» verabschiedete sich Pilot Zaharie Ahmad Shah am 8. März beim Tower in Kuala Lumpur, bevor die Boeing 777 vom Radar verschwand. Sechs Stunden später hätte das Flugzeug in Peking landen sollen. Doch der Jet kam nie an.

Die Versionen reichten von einer Entführung des Flugzeugs über eine Landung auf einer abgeschiedenen Insel bis zu einer Bombe an Bord. Die Untersuchungsbehörden gehen mittlerweile davon aus, dass die Maschine im südlichen Indischen Ozean liegt, nachdem ihm der Treibstoff ausgegangen war. Der Fund des Wracks würde den jahrelangen Theorien, die um das Verschwinden des Flugzeuges kursieren, endgültig ein Ende setzen.

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