Genf steht im Zentrum der Ukraine-Verhandlungen. Am Dienstag haben sich im Hotel Intercontinental die russische und die ukrainische Delegation getroffen. Mit dabei auch US-Vertreter mit Vermittler Steve Witkoff und dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner.
«Auf der Tagesordnung stehen Sicherheits- und humanitäre Fragen», teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow mit. Die Gespräche laufen hinter verschlossenen Türen.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass heute noch keine Neuigkeiten zu erwarten seien, weil die Gespräche bis Mittwoch angesetzt seien. Leiter der russischen Delegation ist der Kremlbeamte Wladimir Medinski, der seit Beginn des Moskauer Angriffskrieges immer wieder mit ukrainischen Verhandlungsteams zusammengetroffen ist.
Bundesrat Cassis äussert sich
«Wir danken der amerikanischen Seite für ihre Beteiligung und konsequente Arbeit im Verhandlungsprozess», sagte Umjerow. «Wir sind der Schweiz für die Organisation und die bereitgestellten Bedingungen für die Durchführung der Treffen dankbar.» Präsident Wolodimir Selenski habe klare Aufgaben ausgegeben für die Gespräche.
«Wir arbeiten konstruktiv, konzentriert und ohne überzogene Erwartungen. Unsere Aufgabe ist es, die Entscheidungen, die einen dauerhaften Frieden fördern können, so weit wie möglich voranzutreiben», sagte Umjerow.
Am Dienstagnachmittag äusserte sich auch Bundesrat Ignazio Cassis (64, FDP) zu den Verhandlungen. «Die Schweiz begrüsst die USA, Russland und die Ukraine zu trilateralen Gesprächen in Genf, die sich auf Frieden und Stabilität konzentrieren», schrieb er auf der Plattform X. «Wir bieten eine Plattform für Dialog und Deeskalation zur Förderung des Friedens. Willkommen in der Schweiz, bienvenue à Genève.»
Keine Lösung in Sicht
Russland will nach Kremlangaben über die strittigen Gebietsfragen mit der Ukraine sprechen. Eine Lösung im Ukraine-Krieg ist bisher nicht in Sicht. Kiew lehnt einen Verzicht auf die von Russland geforderten Gebiete ab, darunter auch jene in der Region Donezk, die die Ukraine selbst kontrolliert.
Russland betont zwar immer wieder, seinen seit fast vier Jahren laufenden Krieg gegen die Ukraine beenden zu wollen – allerdings zu seinen eigenen Bedingungen. Die Ukraine lehnt die russischen Forderungen bisher als inakzeptabel ab.