«Wenn Russland nicht auf unsere Energieanlagen feuert, dann werden wir ihre nicht angreifen», sicherte der Staatschef in einem Gespräch mit Journalisten zu. Zusicherungen aus Moskau lagen jedoch nicht vor.
Selenski zufolge kam der Vorschlag für eine derartige Waffenruhe von den USA. Einen direkten Kontakt zwischen Moskau und Kiew habe es nicht gegeben.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, dass er Russlands Staatschef Wladimir Putin persönlich um einen Stopp russischer Luftangriffe für eine Woche für die Zeit erwarteter schwerer Fröste gebeten habe. Putin habe zugestimmt, sagte Trump. Dem waren Berichte in russischen Militärblogs vorangegangen, wonach bereits am Donnerstagmorgen ein Befehl zum Stopp von Angriffen auf zivile Infrastrukturobjekte ergangen sei.
Der ukrainische Staatschef ging dabei auch auf russische Äusserungen zu direkten Gesprächen zwischen Selenski und Putin in Moskau ein. «Fraglos ist das unmöglich, dass ich mich mit Putin in Moskau treffe», sagte Selenski. Das wäre gleich einem Treffen der Staatsoberhäupter der verfeindeten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. «Ich lade ihn ein, wenn er sich dazu natürlich entschliesst», sagte der Ukrainer.
Die Fortsetzung der von Washington vermittelten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) werde für Sonntag erwartet. «Doch können sich Datum und Ort noch ändern», sagte Selenski.
Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Auf Drängen und mit Vermittlung Washingtons haben eine russische und eine ukrainische Delegation in Abu Dhabi am vergangenen Wochenende nach längerer Zeit wieder direkt verhandelt.