Überraschend gutes Ergebnis bei Parteitag in Stuttgart
Merz als CDU-Vorsitzender wiedergewählt

Die CDU hat ihren Vorsitzenden Friedrich Merz mit grosser Mehrheit wiedergewählt. Beim Parteitag in Stuttgart stimmten 878 Delegierte für den Bundeskanzler. Es wurden 963 gültige Stimmen abgegeben.
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Friedrich Merz wurde am CDU-Parteitag als CDU-Vorsitzender wiedergewählt.
Foto: IMAGO/Steinsiek
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die CDU hat ihren Vorsitzenden Friedrich Merz (70) beim Parteitag in Stuttgart mit einem überraschend guten Ergebnis für zwei Jahre wiedergewählt. Für den 70-Jährigen stimmten 878 Delegierte. Es gab 85 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen. Die CDU, die anders als andere Parteien Enthaltungen nicht wertet, errechnete daraus ein Ergebnis von 91,17 Prozent. Enthaltungen mitgerechnet, betrug das Ergebnis 89,87 Prozent.

Merz erreichte damit sein bisher zweitbestes Ergebnis als Parteivorsitzender. 2022 war er bei einem Online-Parteitag mit 94,6 Prozent der Stimmen gewählt und später mit 95,3 Prozent per Briefwahl bestätigt worden. 2024 kam er auf 89,8 Prozent.

Merz rief zur Geschlossenheit in der Koalition auf

Merz hatte die CDU zuvor in seiner Rede zur Geschlossenheit aufgerufen – und gleichzeitig von Union und SPD eine konstruktivere Regierungsarbeit gefordert. «Wir müssen heraus aus dem Zustand, dass ein Koalitionspartner Vorschläge macht, die der andere ritualhaft zurückweist. Beide müssen da heraus», sagte er.

Der Kanzler nahm aber auch die Kritik an, er habe die Latte für die schwarz-rote Koalition zu hoch gelegt. «Vielleicht haben wir nach dem Regierungswechsel nicht schnell genug deutlich gemacht, dass wir diese gewaltige Reformanstrengung nicht von heute auf morgen schaffen werden.»

Absage an die AfD

Einem Aufweichen der Abgrenzung zur AfD erteilte Merz eine kategorische Absage. Er wolle den Wählerinnen und Wählern in ganz Deutschland sagen: «Ich habe mich abschliessend entschieden, die Zustimmung zu unserer Politik ausschliesslich in der politischen Mitte unseres Landes zu suchen.» Gerade die Christdemokraten müssten alles tun, dass das Erbe der Geschichte des Landes nicht verspielt werde nur um eines kurzfristigen Machterfolges mit rechtspopulistischen Kräften willen. Man werde es nicht zulassen, «dass diese Leute von der sogenannten ‹Alternative für Deutschland› unser Land ruinieren».

Die Aussenpolitik nahm in der Rede des Kanzlers eine Nebenrolle ein. Er knüpfte an seinen Appell für mehr europäische Eigenständigkeit in einer neuen Weltordnung der Grossmachtpolitik bei der Münchner Sicherheitskonferenz an. «In dieser neuen Ära zählt Stärke», sagte er – sowohl militärisch als auch wirtschaftlich. 

Auch Ex-Kanzlerin Merkel nahm am Parteitag teil

Als prominenter Ehrengast nahm auch Ex-Kanzlerin Angela Merkel (71) am Parteitag teil. Sie nahm das ersten Mal seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt an einem Parteitag teil. Sie war von starkem Beifall empfangen worden, den Merz zum Auftakt des Parteitags unterbrechen musste, um mit seiner Eröffnungsansprache fortfahren zu können. Er hatte Merkel zuvor als erste von «vielen treuen Wegbegleitern» aus der Union begrüsst: «An erster Stelle begrüsse ich die ehemalige Vorsitzende der CDU Deutschlands, unsere langjährige Bundeskanzlerin, Angela Merkel. Liebe Angela, herzlich willkommen.»

Das Verhältnis zwischen Merz und Merkel gilt seit langem als zerrüttet. Die Ex-Kanzlerin hatte Merz nach ihrem Ausscheiden wiederholt kritisiert – als Oppositionsführer und auch als Kanzler.

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