Ein bereits wegen zehnfachen Mordes in Deutschland verurteilter Ex-Pfleger könnte für mehr als 100 weitere Todesfälle verantwortlich sein. Es gebe eine entsprechend hohe Zahl an weiteren «Verdachtsfällen», teilte die Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts in Aachen (Nordrhein-Westfalen) mit. Mehrere Medien berichteten darüber.
Der ehemalige Pfleger war bereits im November 2025 vom Aachener Landgericht wegen 10-fachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er Patienten auf einer Palliativstation in Würselen bei Aachen – nahe den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden – tödliche Injektionen verabreicht.
27 Exhumierungen
Die Taten, um die es im Prozess gegangen war, hatten sich in einem Zeitraum von Dezember 2023 bis zum Mai 2024 ereignet. Bei den neuen Verdachtsfällen geht es nun um mögliche Tötungsdelikte in der Zeit davor. Der Deutsche hatte bereits seit 2020 an der Klinik gearbeitet.
«Die Verdachtsfälle in dem laufenden Verfahren liegen derzeit deutlich über 100», erklärte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts. Sie betonte zugleich, dass es sich um einen Anfangsverdacht handle. «Der kann natürlich auch noch wegfallen», sagte sie. Es habe bereits 27 Exhumierungen im Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen gegeben. Etwa 30 stünden noch aus.