Darum gehts
- Norwegische Beamte durchsuchten Jaglands Wohnung und Haus am Donnerstag
- Jagland verdächtigt wegen Verbindungen zu Jeffrey Epstein und Korruption
- Europarat hob 2026 Jaglands Immunität für 2009–2019 Amtszeit auf
Norwegische Beamte haben am Donnerstag die Wohnung des früheren Ministerpräsidenten Norwegens, Thorbjørn Jagland (75), in Oslo durchsucht. Das bestätigte Jaglands Anwalt der norwegischen Zeitung «Verdens Gang». Bei den Beamten handelt es sich demnach um Mitarbeiter der Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. Auch Jaglands Haus an der norwegischen Ostküste wurde durchsucht.
Jagland war nach seiner Zeit als Ministerpräsident jahrelang Generalsekretär des Europarats und Chef des norwegischen Nobelkomitees. Der Europarat hatte am Mittwoch auf Wunsch von Norwegen die Immunität Jaglands mit Blick auf seine Amtszeit als Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation von 2009 bis 2019 aufgehoben.
Jagland kooperiert mit den Behörden
Jagland wird aufgrund seiner Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein der schweren Korruption verdächtigt. Der Ex-Politiker soll während seiner Europaratszeit in Epsteins Apartments in Paris und New York übernachtet und Ferien in dessen Anwesen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida gemacht haben.
Jaglands Verteidiger teilte gegenüber der norwegischen Nachrichtenagentur NTB mit, sein Mandant kooperiere mit den zuständigen Ermittlungsbehörden. Er gehe aber nicht davon aus, dass Umstände vorliegen würden, die zu einer Strafverfolgung führen würden.