Nach Implosion: Video zeigt die Trümmerteile der Titan(00:46)

Tauchboot-Tragödie auf dem Weg zum Wrack der Titanic
Neue Details zur Titan-Tragödie

Ein Jahr nach der Implosion des Titanic-Tauchboots Titan hat sich ein nach der Katastrophe aufgetauchtes, angebliches Kommunikationsprotokoll als gefälscht herausgestellt. Ein Experte hat eine Theorie, was mit dem Fake beabsichtigt werden sollte.
Publiziert: 11.06.2024 um 14:07 Uhr
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Aktualisiert: 11.06.2024 um 14:37 Uhr
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Ein Jahr nach der Implosion des Tauchboots Titan gibt es neuen Wirbel um den Vorfall.
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Marian NadlerRedaktor News

«Ich bin überzeugt, dass es sich um eine gefälschte Abschrift handelt. Sie wurde erfunden.» Chefermittler Jason Neubauer macht gegenüber der «New York Times» deutlich, was für manche Experten bereits klar war: Ein Transkript, das angeblich die Kommunikation zwischen den Personen an Bord des im vergangenen Juni auf dem Weg zum Wrack der Titanic implodierten Tauchboots Titan und dem Schiff Polar Prince wiedergibt, ist vollständig gefälscht.

Das Schriftstück war im Sommer vergangenen Jahres im Internet aufgetaucht. Bereits damals hatte es den Verdacht gegeben, dass es sich um eine Fälschung handelt. Ein Jahr nach dem verheerenden Unglück herrscht nun Gewissheit. Nur hinter dem Verfasser des Dokuments steht noch ein Fragezeichen.

Titan implodierte in 3000 Metern Tiefe

Das Ermittlerteam hat weiterhin keinerlei Hinweise darauf, dass die Insassen der Titan vor der bevorstehenden Implosion gewarnt wurden, die sie ihr Leben kostete. Das geht aus den tatsächlichen Kommunikationsaufzeichnungen hervor. In 3000 Metern Tiefe hatte der Druck dazu geführt, dass das Tauchboot der Firma Ocean Gate im Laufe von wenigen Millisekunden auseinanderbrach und zerfetzt wurde.

Das gefälschte Transkript enthält detaillierte, angeblich minutengenaue Mitteilungen voller Fachjargon und realistischer Beschreibungen, darunter nur auf der Titan vorkommende Abkürzungen, die dem Ganzen offenbar einen Anschein von Authentizität verleihen sollten. Der Urheber des Fakes wollte es so aussehen lassen, als sei an Bord der Titan Panik ausgebrochen, bevor die Kommunikation plötzlich abbrach.

«Jemand hat es gut genug gemacht, um es plausibel erscheinen zu lassen», sagte Neubauer, Vorsitzender des Marine Board of Investigation. Er hofft, dass die Wahrheit über das Fake-Transkript den Familien der Opfer etwas Trost spenden kann. «Es macht es nicht weniger schmerzhaft, aber es kann helfen.»

Animation der Katastrophe: So könnte die Implosion der «Titan» ausgesehen haben(00:15)

Warum wurde das gefälschte Transkript in Umlauf gebracht?

Ein Experte, der an dem Transkript zweifelte, ist Alfred S. McLaren. Der ehemalige Tauchbootpilot der US-Marine spekuliert in der «New York Times» über die Beweggründe hinter dem Fake. «Vielleicht wurde es gemacht, um Ocean Gate blosszustellen. Mit Sicherheit sollte es die Verwandten aufwühlen.»

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Die Enthüllungen über das gefälschte Transkript sind die ersten Ergebnisse einer umfassenden Untersuchung, die im vergangenen Sommer begann. Bis der Abschlussbericht fertig ist, könnte es aber noch Jahre dauern.

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